Parkinson, Ultraschall

Parkinson: Ultraschall reduziert Tremor um bis zu 100 Prozent

29.05.2026 - 13:30:57 | boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt Fortschritte bei nicht-invasiven Parkinson-Behandlungen. Faszientraining, Ultraschall und neue Bildgebung verbessern Diagnose und Therapie.

Anthropic-Chef warnt vor gefährlicher KI-Adoleszenz - Foto: über boerse-global.de
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Aktuelle Studien zeigen messbare Erfolge bei Motorik und Alltagsfähigkeiten.

Faszienrollen und Vibration gegen Muskelverspannungen

Eine im Mai veröffentlichte Routine zeigt: Der Einsatz von Faszienrollen vor dem Training verbessert Bewegungsfähigkeit, Gleichgewicht und Körperhaltung von Parkinson-Patienten. Erste Studien belegen messbare Effekte.

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In der Ergotherapie kommt zunehmend Vibrationsbehandlung zum Einsatz. Geräte wie das Novafon lösen verklebte Faszien und lindern Schmerzen bei Begleiterkrankungen wie Arthrose. Bei Spastiken sowie Stimm- und Schluckbeschwerden zeigt sich das Verfahren ebenfalls nützlich.

Hirnstimulation ohne OP: Zwei Verfahren überzeugen

Die Fachzeitschrift eBioMedicine veröffentlichte im Mai eine Studie zur transkraniellen Temporal-Interferenz-Stimulation (TIs). Bei 30 Patienten im frühen bis mittleren Stadium zeigten 70 Prozent nach einer 20-minütigen Sitzung eine klinisch bedeutsame motorische Verbesserung.

Noch spektakulärere Ergebnisse liefert der MR-geführte fokussierte Ultraschall (MRgFUS). Am Policlinico Vanvitelli in Neapel reduzierte die Behandlung den Tremor um 80 bis 100 Prozent. Die Patienten bleiben während der Prozedur bei vollem Bewusstsein. Erste Behandlungen an zehn Patienten dokumentieren die Wiederherstellung von Alltagsfähigkeiten wie Schreiben oder Essen.

Neue Bildgebung macht Protein-Ablagerungen sichtbar

Ein Forschungsteam aus Tübingen stellte in Science Translational Medicine einen neuen PET-Tracer vor. Die Substanz [¹¹C]MODAG-005 macht Alpha-Synuclein-Ablagerungen im lebenden Gehirn sichtbar. Das ermöglicht künftig eine frühere Differenzierung verschiedener Krankheitsformen.

Parallel dazu gewinnt die digitale Überwachung per Smartphone an Bedeutung. In aktuellen Phase-2-Studien erfassen digitale Biomarker kontinuierlich Motorik, Gleichgewicht und kognitive Leistungen.

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Off-Episoden: Wenn die Medikamentenwirkung nachlässt

Auf dem World Parkinson Congress in Phoenix (24. bis 27. Mai) präsentierte Merz Therapeutics neue Daten zu sogenannten OFF-Episoden. Eine Analyse identifizierte 132 verschiedene Auswirkungen dieser Phasen, in denen die Medikamentenwirkung nachlässt.

Daten zu Levodopa-Inhalationspulver (INBRIJA®) belegen eine konsistente motorische Verbesserung über 60 Wochen bei günstigem Sicherheitsprofil.

Regenerative Medizin: Mikrogewebe als Hoffnungsträger

TreeFrog Therapeutics veröffentlichte präklinische Daten zu einer 3D-neuronalen Mikrogewebe-Therapie. In Modellen setzte das Gewebe innerhalb von 48 Stunden Dopamin frei – nach rund 13 Wochen zeigte sich eine motorische Erholung. Eine klinische Erprobung am Menschen ist für 2027 geplant.

Auch die Tiefe Hirnstimulation (DBS) wird präziser. Eine Studie von Wiggerts et al. (2026) zeigt: Der Einsatz von 7-Tesla-MRT verbessert die Zielsteuerung bei Eingriffen und verringert Nebenwirkungen.

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