Parkinson-Therapie, Ultraschall

Parkinson-Therapie: Ultraschall heilt Tremor bei über 70% der Patienten

06.07.2026 - 03:49:21 | boerse-global.de

Innovative Technologien wie KI-gestützte Wirkstoffsuche und ein neuartiger Hirn-Chip treiben die Parkinson-Forschung voran.

Parkinson-Forschung: KI, Hirn-Chips und neue Wirkstoffe im Fokus
Parkinson-Therapie - Nahaufnahme von komplexen neuronalen Bahnen im Gehirn, die blau leuchten und die Forschung an Neuroinflammation symbolisieren. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Medizinforschung macht Fortschritte im Kampf gegen Parkinson – mit innovativen Technologien, neuen Wirkstoffen und KI-gestützter Wirkstoffsuche.

Neue Wirkstoffe gegen Entzündungen im Gehirn

Neuroinflammation gilt als einer der Haupttreiber der Parkinson-Erkrankung. Das Unternehmen Syntara Limited legte Anfang Juli 2026 vielversprechende Ergebnisse einer Phase-2-Studie für den Wirkstoff SNT-4728 vor. Das Medikament zielt gezielt auf Entzündungsprozesse ab, die zum Absterben dopaminerger Neuronen führen.

Professor Tilo Kunath von der Universität Edinburgh verfolgt einen anderen Ansatz. In einem von Cure Parkinson's finanzierten Projekt testet er Stammzellen, um neue Medikamente zu entwickeln. Sein Team identifizierte ALDH2-Aktivatoren, die schädliche Aldehyde wie DOPAL reduzieren sollen. Kunath arbeitet zudem an Kombinationstherapien und Methoden zur Früherkennung – unter anderem durch die Analyse spezifischer Gerüche.

Chinesischer Chip unterbietet Echtzeit-Schwelle

Ein chinesisches Forschungsteam der Peking-Universität und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften entwickelte einen neuartigen Hirn-Chip. Das Besondere: Der Chip basiert auf Phasenwechsel-Memristoren und wurde in einem 40-Nanometer-Verfahren gefertigt. Mit einer Latenz von 2,12 Millisekunden pro Schritt unterbietet er erstmals die kritische Echtzeit-Schwelle von 10 Millisekunden.

Bei der Rekonstruktion von Hirnoberflächen arbeitete das System deutlich schneller als herkömmliche Hochleistungsprozessoren. Experten sehen Potenzial für die intraoperative Navigation und die Frühdiagnose von Alzheimer und Parkinson.

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Winzige Antenne für die Langzeitüberwachung

Forscher der Universitäten Modena, Glasgow und der SISSA entwickelten eine drahtlose Mikro-Antenne namens µBot. Das etwa stecknadelkopfgroße Gerät nutzt Ultrabreitband-Technologie bei 22,6 GHz. Erste Tests an Hirngewebe deuten auf eine Eignung für die Langzeitüberwachung von Parkinson-Patienten hin.

Ultraschall statt Skalpell

MRgFUS heißt ein Verfahren, das ohne chirurgischen Eingriff auskommt. Am Medipol Ac?badem Hospital wurde der MR-gesteuerte fokussierte Ultraschall erfolgreich zur Behandlung von Tremor eingesetzt. Langzeitbeobachtungen über fünf Jahre zeigen: Bei über 70 Prozent der Patienten verbesserten sich die motorischen Beschwerden signifikant.

Genetik und Corona: Neue Risikofaktoren

Die genetische Forschung liefert fortlaufend neue Erkenntnisse. Bereits 2016 wurde eine Mutation im GCH1-Gen identifiziert, die das Parkinson-Risiko insbesondere bei jüngeren Patienten deutlich erhöht. Auch die LRRK2-Mutation steht im Verdacht, den Zelltod im Gehirn zu beschleunigen.

Eine aktuelle Studie indischer Institute untersuchte den Einfluss externer Faktoren. Mittels Computermodellen zeigten Forscher der Rajagiri School of Engineering & Technology, dass Proteine des SARS-CoV-2-Virus die Bindung an Alpha-Synuclein-Fibrillen verstärken können. Dies könnte den Prozess der Zellschädigung bei Patienten in fortgeschrittenen Stadien beschleunigen.

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KI beschleunigt Wirkstoffsuche

Einen neuen Impuls liefert künstliche Intelligenz. Das Unternehmen Anthropic startete im Sommer 2026 eine Initiative zur vorklinischen Medikamentenentwicklung mit der Plattform Claude Science. Die KI greift auf über 60 Fachdatenbanken zu und führt komplexe genetische Analysen in kurzer Zeit durch. In ersten Tests wurden innerhalb weniger Stunden zahlreiche Wirkstoffkandidaten für seltene Genkrankheiten identifiziert.

Branchenexperten erwarten, dass der Einsatz solcher KI-Systeme die Entwicklungszeiten für neue Medikamente erheblich verkürzen könnte. Anthropic fördert mehrere Forschungsprojekte, um die Suche nach Therapien für bisher schwer behandelbare Krankheiten zu beschleunigen. Bewerbungen für die Förderprogramme sind noch bis Mitte Juli 2026 möglich.

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