Parkinson, EMA

Parkinson: EMA empfiehlt Hopledo mit längerer Wirkdauer

29.06.2026 - 11:14:17 | boerse-global.de

Europäische Arzneimittelbehörde spricht Zulassungsempfehlung für verbessertes Levodopa-Präparat aus. Marktstart in Europa für Oktober 2026 geplant.

EMA-Empfehlung für Hopledo: Neue Parkinson-Therapie mit längerer Wirkung
Parkinson - Nahaufnahme der Hände eines Wissenschaftlers, der in einem Labor eine Flüssigkeit in ein Fläschchen pipettiert, mit verschwommenem Hintergrund. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sprach sich im Juni für die Zulassung von Hopledo (IPX203) aus. Das Präparat von Zambon kombiniert Levodopa und Carbidopa in einer modifizierten Wirkstofffreisetzung. Es richtet sich an Parkinson-Patienten mit moderaten bis schweren motorischen Fluktuationen.

Die Empfehlung basiert auf der Phase-3-Studie RISE-PD. Trotz geringerer Dosierung zeigte Hopledo eine signifikant längere „Gute-ON-Zeit" als sofort freisetzende Standardpräparate – also Phasen mit guter Symptomkontrolle ohne störende unwillkürliche Bewegungen. Zambon, das 2024 eine Lizenz mit Amneal Pharmaceuticals schloss, plant die Markteinführung in Europa ab Oktober 2026.

Zelltherapie aus Japan: Erste iPS-Behandlung zugelassen

Parallel zu den oralen Fortschritten rücken regenerative Ansätze in den Fokus. In Japan genehmigten die Behörden mit Amchepry die weltweit erste Zelltherapie auf Basis induzierter pluripotenter Stammzellen (iPS-Zellen) gegen Parkinson. Eine klinische Studie mit sieben Patienten zwischen 50 und 69 Jahren belegte die Sicherheit des Verfahrens über zwei Jahre. Bei vier Teilnehmern besserte sich die Symptomatik. Sumitomo Pharma will die Therapie im Sommer 2026 auf den Markt bringen.

Auch Europa treibt die Entwicklung voran. Über das STEP-Programm fördert die EU ein gentherapeutisches Projekt in Polen mit rund 46,1 Millionen Euro. Am Mazowiecki Szpital Bródnowski in Warschau arbeiten Forscher an viralen Vektoren, die die Enzymproduktion im Gehirn wiederherstellen sollen. Ziel: den Krankheitsverlauf bei den schätzungsweise 1,2 Millionen Betroffenen in Europa verlangsamen.

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Immunsystem im Visier der Forschung

Neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie liefert eine Studie des INc-UAB, veröffentlicht in npj Parkinson's Disease. Demnach greifen Mikrogliazellen aufgrund erhöhter Fc-gamma-Rezeptoren fälschlicherweise gesunde dopaminerge Neuronen an. In Zell- und Tiermodellen ließ sich dieser Prozess durch Blockade der Rezeptoren oder des Proteins Cdc42 stoppen. Ein möglicher Ansatz für künftige Immuntherapien.

Auf dem EAN Congress 2026 präsentierte die Mayo Clinic zudem geschlechtsspezifische Unterschiede. Eine Analyse von 230 Autopsien ergab: Frauen mit Parkinson haben eine signifikant höhere Last an Amyloid-Plaques im Gehirn als Männer (56,8 Prozent vs. 39,7 Prozent). Trotz dieser biologischen Differenzen fanden die Forscher keine Unterschiede bei Demenzraten oder kognitiven Tests.

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Smartwatch statt Praxisbesuch

Neben medikamentösen Innovationen gewinnt die digitale Überwachung an Bedeutung. Forscher des Radboudumc zeigen: Smartwatches verfolgen Tremor-Symptome präziser als jährliche klinische Kontrollen. Die Technologie erlaube eine schnellere Beurteilung des Behandlungserfolgs und ermögliche eine zeitnahe Anpassung der individuellen Therapie.

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