Parallels RAS 21.2: Neue Hypervisor-Unabhängigkeit für Unternehmen
23.06.2026 - 19:25:07 | boerse-global.de
Parallels entkoppelt Desktop-Management von einzelnen Hypervisoren und öffnet das System für Drittanbieter.
Der Anbieter für Virtualisierungslösungen hat am heutigen Dienstag die Version 21.2 seiner Remote Application Server (RAS) vorgestellt. Das Update bringt ein neues Framework, das Unternehmen mehr Freiheit bei der Wahl ihrer Virtualisierungsplattformen gibt. Statt an einen einzelnen Hypervisor gebunden zu sein, können IT-Abteilungen künftig verschiedene Umgebungen nahtlos integrieren.
Custom Provider Framework als Schlüsseltechnologie
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Herzstück des Updates ist das sogenannte Custom Provider Framework. Es macht Parallels RAS hypervisor-unabhängig – ein Schritt, der in der Branche für Aufsehen sorgt. Administratoren können damit unterschiedlichste Umgebungen wie KVM, Xen oder cloudbasierte APIs direkt in das RAS-Ökosystem einbinden.
Die technische Umsetzung erfolgt über Automatisierungsskripte und Datenformate wie PowerShell, Python und JSON. „Wir geben Unternehmen die Werkzeuge, ihre virtuellen Ressourcen genau so zu verwalten, wie sie es brauchen", heißt es aus dem Unternehmen. Das Ziel: weg von der starren Abhängigkeit von einem einzigen Virtualisierungsanbieter.
Mehr Power für Azure und Nutanix
Neben dem neuen Framework erweitert Parallels die bestehenden Plattformfunktionen. Die Integration mit Nutanix Prism Central wurde vertieft, und die Unterstützung für Microsoft Azure-Dienste ausgeweitet. Konkret unterstützt RAS 21.2 nun Azure Trusted Launch und Azure Availability Zones – beides soll die Sicherheit und Ausfallsicherheit cloudgehosteter virtueller Desktops verbessern.
Auch die Benutzeroberfläche wurde überarbeitet. Der Web-Client bietet jetzt lokalen Dateizugriff und ermöglicht Multi-File-Transfers. Für Nutzer des dedizierten Parallels-Clients gibt es Neuerungen wie die Übertragung von Bildern über die Zwischenablage, USB-Filterung und Single-Sign-On (SSO) für IGEL OS 12. Die Sicherheitsarchitektur wurde durch verbesserte Gateway-Zugriffskontrollen und verfeinerte Authentifizierungsmethoden gestärkt.
Expansion nach Südostasien
Parallel zum technischen Launch gab das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit Clientron bekannt. Ziel ist die Modernisierung digitaler Arbeitsplätze in Südostasien. Clientron wird Parallels-Lösungen – darunter RAS, Browser Isolation und Desktop as a Service (DaaS) – in Malaysia, Thailand, den Philippinen, Taiwan, Vietnam und Indonesien vertreiben. Der Fokus liegt auf der Reduzierung von IT-Komplexität und Kosten durch lokale Unterstützung und vereinfachte Bereitstellung.
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Branche im Umbruch
Der Schritt hin zu flexibleren virtuellen Arbeitsplätzen spiegelt einen breiteren Trend wider. Experten von iqbusiness sehen traditionelle Managed Desktops zunehmend als Auslaufmodell. Sie plädieren für optimierte virtuelle Umgebungen mit Tools wie Azure Virtual Desktop und Windows 365.
Microsoft selbst hat am heutigen Dienstag sein Azure Local-Angebot als Grundlage für souveräne Private Clouds positioniert. Damit verschärft sich der Wettbewerb im Hybrid- und Private-Cloud-Bereich gegen etablierte Anbieter wie Nutanix und VMware. Für Unternehmen bedeutet das: mehr Auswahl – aber auch komplexere Entscheidungen bei der Strategie für digitale Arbeitsplätze.
