NFC-Diebstähle, Anstieg

NFC-Diebstähle: 190% Anstieg in Italien – so schützen Sie sich

23.06.2026 - 19:15:46 | boerse-global.de

Spezialisierte Betrüger nutzen NFC-Schwachstellen und KI-Phishing. Italien verzeichnet 190 Prozent mehr Android-Diebstähle.

Kontaktlose Zahlung: Betrugswelle mit NFC und KI-Phishing
NFC-Diebstähle - Eine schattenhafte Figur, die heimlich ein Skimming-Gerät in der Nähe einer Person in der Öffentlichkeit hält und kontaktlosen Diebstahl andeutet. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sicherheitsbehörden und IT-Experten melden einen deutlichen Anstieg von Cyberattacken auf NFC-Schnittstellen und KI-gestützte Phishing-Methoden.

Funk-Diebstähle explodieren in Europa

Besonders alarmierend ist die Lage in Italien. Dort verzeichneten Ermittler einen Anstieg von NFC-Diebstählen auf Android-Basis um 190 Prozent. Die Täter nutzen Malware, um gezielt Schwachstellen in der Nahfunktechnik und Zahlungs-Apps auszubeuten.

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In touristischen Hotspots wie Neapel greifen Kriminelle sogar zu mobilen Kartenlesegeräten. Damit zapfen sie Beträge direkt von kontaktlosen Karten oder Smartphones in Taschen ab – im Vorbeigehen, ohne dass das Opfer etwas merkt.

Auch das sogenannte Quishing bereitet Sicherheitsexperten Sorgen. Ein aktueller Fall aus Sankt Augustin zeigt, wie perfide die Masche ist: Eine 41-Jährige scannte einen präparierten QR-Code, gab ihre Bankdaten auf einem gefälschten Portal ein – und verlor rund 1.500 Euro.

Warum die Angriffsfläche wächst

Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen ist ungebrochen. Laut einer EHI-Studie von 2025 wurden 65 Prozent des Umsatzes im deutschen stationären Handel per Karte abgewickelt – ein Volumen von rund 500 Milliarden Euro. Mobile Dienste wie Apple Pay oder Google Wallet machten dabei ein Fünftel aller unbaren Transaktionen aus.

Eine norisbank-Umfrage bestätigt den Wandel: Über die Hälfte der Deutschen zahlt im Urlaub lieber mit Karte oder Smartphone. Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es sogar fast 58 Prozent.

Parallel dazu werden die Angriffe raffinierter. Branchenanalysten beobachten, dass mittlerweile 86 Prozent aller Phishing-Attacken künstliche Intelligenz nutzen. Die Erfolgsquote liegt bei erschreckenden 54 Prozent – klassische Methoden kommen gerade mal auf 12 Prozent.

Hersteller ziehen die Sicherheitsschrauben an

Google reagiert auf die Bedrohungslage mit schärferen Sicherheitsarchitekturen. Bis Ende September 2026 will der Konzern die Entwickler-Verifizierung in mehreren Ländern verschärfen. Android-Geräte erhalten zudem eine automatische Erkennung betrügerischer Anrufe.

Samsung plant für die kommende One-UI-9-Version weitreichende Sicherheits-Automatismen. Ein neuer Modus für maximale Restriktionen soll unter anderem den USB-Anschluss komplett sperren und riskante Apps automatisch blockieren. Vorgestellt wird die Software im Sommer auf einem Event in London. Für die Galaxy-S26-Serie laufen bereits Beta-Tests.

Was Betroffene rechtlich erwartet

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Die gute Nachricht: In Deutschland sind Verbraucher durch das Bürgerliche Gesetzbuch geschützt. § 675u BGB verpflichtet Banken, nicht autorisierte Zahlungen unverzüglich zu erstatten.

Allerdings: Wer grob fahrlässig handelt, haftet nach § 675v BGB selbst. Das gilt etwa, wenn Warnhinweise ignoriert oder TAN-Nummern leichtfertig weitergegeben werden.

Experten empfehlen zur Prävention einen gesicherten Sperrbildschirm, regelmäßige Kontrollen der Transaktionslimits und die Deaktivierung von Express-Zahlungsmodi ohne Authentifizierung. Für Reisende lohnt sich zudem ein digitaler Notfallplan – inklusive aktivierter Ortungsdienste wie der „Wo ist?“-Funktion. Erst kürzlich half sie in Foggia, ein gestohlenes Tablet sicherzustellen.

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