Osteoporose, Wirkstoff

Osteoporose: Neuer Wirkstoff CADD522 stärkt Knochen im Tiermodell

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 07:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Wirkstoff CADD522 verbesserte bei Mäusen die Knochenwerte, doch eine Wirkung beim Menschen ist mangels Humanstudien weiterhin offen.

Osteoporose: CADD522 zeigt im Mausmodell neue Perspektiven
Makroaufnahme einer Knochenstruktur mit poröser Oberfläche in einem klinisch-wissenschaftlichen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Osteoporose bleibt eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im höheren Lebensalter, insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren. Eine im September 2026 in der Fachzeitschrift npj Drug Discovery veröffentlichte Studie der University of East Anglia liefert nun einen möglichen neuen Ansatzpunkt für die Behandlung – wenngleich bislang nur im Tiermodell.

Experimenteller Wirkstoff CADD522 in Mausstudie vielversprechend

Das Forschungsteam der University of East Anglia untersuchte den experimentellen Wirkstoff CADD522, der ursprünglich als Krebsmedikament entwickelt wurde. In der Studie zeigte sich bei Mäusen nach menopausalen hormonellen Veränderungen eine verbesserte Knochengesundheit sowie eine geringere Gewichtszunahme und weniger Körperfett. Der Wirkstoff ist oral verfügbar und wurde in den Tierstudien als gut verträglich eingestuft.

Eine ergänzende Untersuchung derselben Forschungsgruppe, ebenfalls im September 2026 in npj Drug Discovery publiziert, testete CADD522 an Ratten mit einem dem Menopause-Status entsprechenden Hormonprofil. Dabei stimulierte der Wirkstoff das Knochenwachstum und reduzierte sowohl Körperfett als auch Knochenmarksfett – letzteres gilt als relevanter Faktor für die Knochenqualität.

Die Autoren betonen jedoch ausdrücklich, dass bislang keine Humanstudien vorliegen. Ob sich die im Tiermodell beobachteten Effekte auf den Menschen übertragen lassen, ist derzeit offen.

Ernährung und Lebensstil als bekannte Einflussfaktoren

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Neben pharmakologischen Ansätzen rücken auch Ernährungsgewohnheiten in den Fokus der Osteoporose-Forschung. Eine Studie der Flinders University, die 2025 in der Fachzeitschrift Nutrients erschien, wertete Daten von fast 10.000 Frauen ab 65 Jahren über einen Zeitraum von zehn Jahren aus. Demnach war regelmäßiger Teekonsum mit einer höheren Knochendichte im Hüftbereich assoziiert.

Bei Kaffee zeigte sich ein differenziertes Bild: Zwei bis drei Tassen täglich waren nicht mit negativen Effekten verbunden, während mehr als fünf Tassen mit niedrigeren Knochendichtewerten einhergingen. Bei hohem Alkoholkonsum fiel der beobachtete Effekt den Studienautoren zufolge noch deutlicher aus.

Strukturierte Früherkennung: Das tschechische Modell

Wie systematische Diagnostikprogramme aussehen können, zeigt ein Beispiel aus Tschechien. Die dortige Krankenkasse VZP führte zwischen 2023 und 2026 ein Osteoporose-Screening-Programm durch, in dessen Rahmen 495.411 Klienten untersucht und 73.173 Osteoporose-Fälle bestätigt wurden.

Die Zahl der verfügbaren Densitometer wurde von 91 auf 226 erhöht, die Geräte stehen inzwischen in 35 Bezirken zur Verfügung. Frauen über 60 und Männer über 70 erhalten direkten Zugang zur DXA-Messung (Knochendichtemessung mittels Röntgenabsorptiometrie), während für andere Altersgruppen zunächst ein FRAX-Fragebogen zur Risikoabschätzung eingesetzt wird.

Hormontherapie und Prävention bei Osteopenie

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Auch die Rolle der Hormontherapie in den Wechseljahren wird derzeit differenziert diskutiert. Im Podcast „Hormongesteuert" beantwortete die Gynäkologin Dr. Katrin Schaudig Hörerfragen zu verschiedenen Therapieoptionen, darunter Gestagenmonopille, Hormonspirale und bioidentische Hormone.

Zum Thema Knochenschutz bei Osteopenie – einer Vorstufe der Osteoporose mit bereits verminderter Knochendichte – verwies sie auf Studienergebnisse, wonach für einen präventiven Effekt tendenziell höhere Östrogen-Dosierungen empfohlen werden.

Einordnung

Die verschiedenen Forschungsstränge zeigen, dass Osteoporose-Prävention und -Behandlung auf mehreren Ebenen ansetzen: von der pharmakologischen Grundlagenforschung über strukturierte Screening-Programme bis hin zu Ernährungs- und Hormonfragen im Alltag.

Während der experimentelle Wirkstoff CADD522 noch am Anfang der Entwicklung steht und erst in Humanstudien seine Wirksamkeit belegen müsste, liefern die epidemiologischen Daten aus Flinders und die Erfahrungen aus dem tschechischen Screening-Programm bereits heute Anhaltspunkte für Betroffene und behandelnde Ärzte, wie Risikofaktoren erkannt und adressiert werden können.

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