Osteoporose, Knochendichte

Osteoporose: Eine 40-Jährige kann bereits die Knochendichte einer 55-Jährigen haben

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nährstoffmangel, Bewegungsarmut und bestimmte Erkrankungen können den Knochenaufbau beeinträchtigen; Bewegung und frühe Abklärung unterstützen die Vorbeugung.
Ein anatomisches Skelettmodell in einem hellen, minimalistischen Behandlungsraum. Illustration mit AI erstellt.

Osteoporose gilt in der breiten Öffentlichkeit oft als typische Alterserscheinung. Neuere medizinische Berichte machen jedoch darauf aufmerksam, dass Knochenschwund und Gelenkbeschwerden zunehmend auch junge Erwachsene betreffen. Neben Vorerkrankungen rücken dabei vor allem Lebensstilfaktoren wie Mangelernährung, extremes Diätverhalten und ausgeprägter Bewegungsmangel in den Fokus der Fachwelt.

Lebensstilfaktoren hemmen den Knochenaufbau

Die Knochenmasse des Menschen erreicht ihren Höchststand für gewöhnlich um das 30. Lebensjahr. Bleibt der Aufbau in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter unvollständig, steigt das Risiko für einen vorzeitigen Knochenabbau deutlich an.

Fachleute weisen darauf hin, dass Mangelzustände bei Proteinen, Kalorien, Vitaminen und Mineralstoffen die Knochenbildung maßgeblich hemmen. Bei jungen Frauen kann eine anhaltend zu geringe Energiezufuhr den Menstruationszyklus stören und infolgedessen den Östrogenspiegel absenken. Als Risikofaktoren gelten unter anderem Anorexie, Amenorrhoe, Untergewicht und strikte Diäten.

Zudem spielen Alltagsgewohnheiten eine erhebliche Rolle. In Berichten über betroffene junge Patienten mit Rücken- und Knochenschmerzen sowie verringerter Knochendichte werden langes Sitzen, mangelnde körperliche Aktivität, ein hoher Konsum von koffein- und kohlensäurehaltigen Getränken sowie ein extremes Sonnenschutzverhalten hervorgehoben.

Da rund 90 Prozent des körpereigenen Vitamin D über die Einwirkung von Sonnenlicht auf die Haut gebildet werden, beeinträchtigt ein striktes Meiden der Sonne zusammen mit Nährstoffdefiziten die Mineralisierung des Skeletts.

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Sekundäre Ursachen und hormonelle Einflüsse

Knochenschwund in jüngeren Jahren tritt nicht ausschließlich primär auf. Bei der sekundären Osteoporose liegt der Knochensubstanzverlust an Grunderkrankungen oder medizinischen Therapien. Zu den Auslösern zählen etwa endokrine Störungen wie Schilddrüsenfehlfunktionen, Diabetes, Cushing-Syndrom, bariatrische Operationen sowie die längerfristige Einnahme von Kortikosteroiden, Immunsuppressiva oder Antiepileptika.

Auch eine verfrühte Menopause beschleunigt den Abbau gravierend: Eine betroffene 40-Jährige kann bereits die Knochendichte einer 55-Jährigen aufweisen. Für solche Konstellationen verweisen Mediziner auf den Nutzen einer gezielten Hormonersatztherapie bis zum Erreichen des regulären Menopausenalters.

Dass Diagnosen bei jüngeren Patientengruppen zunehmen, ist regional auch auf eine verbesserte Früherkennung zurückzuführen. So wird etwa aus der spanischen Provinz Malaga berichtet, dass mehr Diagnosen bei Frauen unter 50 Jahren erfasst werden, was Fachärzte des Krankenhauses Virgen de la Victoria vor allem auf engmaschigere Screenings und eine gesteigerte Sensibilität zurückführen.

In Spanien leben insgesamt rund 3 Millionen Menschen mit Osteoporose, wobei fast acht von zehn Betroffenen weiblich sind. In Deutschland sind schätzungsweise rund 6 Millionen Menschen betroffen.

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Tückischer Verlauf und gezielte Vorbeugung

Eine besondere Gefahr besteht darin, dass der Knochenabbau selbst schmerzfrei verläuft. Häufig bleibt die Erkrankung jahrelang unbemerkt und manifestiert sich erst durch einen Knochenbruch nach einem Bagatelltrauma oder einem Sturz aus dem Stand. Warnsignale können zudem ein spürbarer Verlust an Körpergröße, die Entwicklung eines Rundrückens sowie neu auftretende Rückenschmerzen sein.

Zur Stärkung der Knochengesundheit empfehlen Mediziner regelmäßige gewichtstragende Aktivitäten wie zügiges Gehen, Laufen und Treppensteigen in Kombination mit gezieltem Krafttraining. Bei Verdachtsmomenten wie unklaren Frakturen, Essstörungen, Zyklusunregelmäßigkeiten oder langfristigen Steroidtherapien sollte eine frühzeitige ärztliche Abklärung einschließlich Knochendichtemessung erfolgen, um den Substanzverlust rechtzeitig zu stoppen.

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