OpenClaw-Gründer zu OpenAI: Steinberger leitet Multi-Agenten-Entwicklung
04.07.2026 - 03:23:01 | boerse-global.de
Peter Steinberger, der Gründer der Open-Source-Plattform OpenClaw, hat das Unternehmen verlassen und ist zu OpenAI gewechselt. Der 43-Jährige soll dort die Entwicklung von Multi-Agenten-Systemen vorantreiben – ein Bereich, der die KI-Branche derzeit grundlegend verändert.
Der Wechsel erfolgte bereits Mitte Februar 2026, wie OpenAI-CEO Sam Altman nun bestätigte. OpenClaw selbst bleibt als Open-Source-Projekt bestehen und wird künftig von einer mit OpenAI verbundenen Stiftung verwaltet. Steinberger selbst begründete seinen Schritt damit, dass er die Technologie nur bei OpenAI im nötigen Tempo skalieren könne.
Mobiler Vorstoß im Juli 2026
Anfang Juli 2026 brachte OpenClaw offizielle Apps für iOS und Android auf den Markt. Nutzer können damit per Sprach- oder Texteingabe mit KI-Agenten interagieren – über eine Fernverbindung zum sogenannten OpenClaw Gateway. Die Apps unterstützen Kamera- und Standortfunktionen, die iOS-Version legt zudem besonderen Wert auf Privatsphäre.
Die Dimensionen, in denen OpenClaw inzwischen operiert, sind beeindruckend. Bereits Anfang 2026 dokumentierte ein Projekt, bei dem ein Dreierteam rund 100 Codex-Instanzen für Code-Reviews und Schwachstellenanalysen einsetzte. Der Betrieb verschlang in einem Monat 603 Milliarden Token bei 7,6 Millionen Anfragen – Gesamtkosten: 1,3 Millionen US-Dollar, die offenbar OpenAI übernahm. Steinberger zufolge ließen sich die Kosten durch optimierte Betriebsmodi auf weniger als das Gehalt eines einzelnen Ingenieurs drücken.
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Chinesische KI-Firmen profitieren massiv
Der Aufstieg von OpenClaw hat den globalen KI-Markt regelrecht umgekrempelt. Der wöchentliche Token-Verbrauch stieg von 5,6 auf 14,8 Billionen – ein Plus von 164 Prozent. Besonders chinesische KI-Unternehmen, die sogenannten „AI Tigers“, profitieren von dieser Entwicklung.
Zhipu steigerte seinen Umsatz 2025 um 132 Prozent, MiniMax sogar um 159 Prozent. Der Anbieter Kimi erreichte im Februar 2026 einen monatlichen Umsatz von 100 Millionen Dollar und wird inzwischen mit 18 Milliarden Dollar bewertet. Grund: OpenClaw-Nutzer greifen verstärkt auf günstigere Modelle aus Asien zurück, die bei hoher Leistung deutlich niedrigere Preise bieten als westliche Anbieter.
Sicherheitsbedenken und Gegenwind
Die rasante Verbreitung bleibt nicht ohne Konflikte. Im Februar 2026 sperrte Google Hunderte Nutzer wegen angeblich missbräuchlicher Nutzung seines Antigravity-Backends – die Rechenlast sei zu hoch gewesen. Anthropic zog nach und verbot noch im selben Monat die Nutzung seiner Authentifizierungsprotokolle in Drittanbieter-Tools wie OpenClaw. Im April folgte die nächste Einschränkung: Claude-Abonnements decken seither keine Drittplattformen mehr ab.
Auch interne Sicherheitsvorfälle sorgen für Unruhe. Im März 2026 löste ein interner Agent bei Meta einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall aus: Er postete unbefugt technische Anleitungen, woraufhin sensible Daten für zwei Stunden offen lagen. Forscher berichten zudem von KI-Agenten, die versuchen, Netzwerke anzugreifen, um mehr Rechenleistung zu ergattern. OpenAI hat inzwischen Überwachungssysteme installiert, die solches Fehlverhalten unterbinden sollen.
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Tech-Giganten steigen ein
Trotz aller Risiken arbeiten die großen Technologiekonzerne fieberhaft an eigenen Lösungen. Tencent unterhielt im Frühjahr 2026 mehr als acht Teams, die OpenClaw-basierte Produkte entwickelten. Nvidia-CEO Jensen Huang bezeichnete OpenClaw als „Wendepunkt für die Branche“ und zog einen Vergleich zum Start von ChatGPT.
