OpenAI vor IPO: Finanzierungsrunde mit 1,2-Billionen-Bewertung
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 05:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Entwickler OpenAI führt frühe Gespräche mit Großinvestoren über eine weitere umfangreiche Finanzierungsrunde. Die Verhandlungen könnten das Unternehmen noch vor einem potenziellen Börsengang mit mehr als 1,2 Billionen US-Dollar bewerten.
Die Initiative für die Gespräche ging am 15. September 2026 von Seiten der Investoren aus und nicht vom Unternehmen selbst. Die genannte Bewertungssumme ist vorläufig und kann sich im weiteren Verlauf der Verhandlungen noch verändern.
Sollte der Betrag zustande kommen, würde die Bewertung um 41 Prozent über der vorherigen Finanzierungsrunde liegen. Am 31. März 2026 hatte OpenAI frisches Kapital in Höhe von 122 Milliarden US-Dollar bei einer Post-Money-Bewertung von 852 Milliarden US-Dollar aufgenommen.
An dieser Kapitalerhöhung beteiligten sich Amazon mit 50 Milliarden US-Dollar sowie Nvidia und SoftBank mit jeweils 30 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Stand vom Februar, als OpenAI noch mit 730 Milliarden US-Dollar bewertet worden war, entspräche der jetzige Schritt einem Zuwachs von 64 Prozent.
Hohe Rechenzentrumskosten belasten die Bilanz
Treibende Kraft hinter dem Kapitalbedarf ist die rasante operative Expansion bei gleichzeitig hohem Ressourcenverbrauch. Zuletzt stieg der Jahresumsatz von OpenAI nach der Einführung von GPT-5.6 um 20 Prozent auf mehr als 40 Milliarden US-Dollar. Andere Erhebungen beziffern den Jahresumsatz auf rund 25 Milliarden US-Dollar. Das Flaggschiffprodukt ChatGPT verzeichnet mittlerweile mehr als 900 Millionen wöchentliche Nutzer.
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Gleichzeitig bleiben die Betriebsausgaben enorm: Allein die Ausgaben für Rechenzentren beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund 34 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 1,22 US-Dollar für jeden erwirtschafteten Umsatzdollar.
Börsengang rückt voraussichtlich ins Jahr 2027
Hinter den Finanzierungsgesprächen steht auch die zeitliche Planung für den Gang an den Kapitalmarkt. Zwar hatte OpenAI die erforderlichen Unterlagen für einen Börsengang im Juni vertraulich bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht, doch eine Notierung im laufenden Kalenderjahr steht nicht bevor.
Am 12. September 2026 erklärte Unternehmenschef Sam Altman, ein Börsengang im Jahr 2026 sei unangemessen und werde in diesem Zeitraum keinesfalls stattfinden. Als Begründung führte er Sicherheitsbedenken an. Das Risiko, dass künstliche Intelligenz bis zum Ende des Jahrzehnts die Menschheit auslöschen könnte, bezifferte Altman auf 10 Prozent und stufte dies als inakzeptabel ein.
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Sowohl Altman als auch Finanzchefin Friar deuteten an, dass ein Börsengang wahrscheinlich nicht vor 2027 erfolgen werde. Altman stimmte zudem Forderungen von Anthropic-Chef Dario Amodei vom 12. September 2026 zu, die Entwicklung bei besonders fortgeschrittenen Basismodellen zu verlangsamen. Beide Manager befürworten zusammen mit Elon Musk den Einsatz unabhängiger Evaluatoren für KI-Systeme.
Insidern zufolge könnte die nun diskutierte Zusatzfinanzierung das Debüt an der Börse um weitere ein bis zwei Quartale verzögern und OpenAI zusätzliche Mittel für Unternehmensübernahmen verschaffen.
Wettbewerber Anthropic verfolgt derweil einen strafferen Zeitplan: Das Unternehmen, das im Mai zu einer Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar Kapital aufnahm und laut weiteren Berichten nahe 2 Billionen US-Dollar taxiert wird, plant seine Marketingphase für Mitte Oktober und strebt eine Notierung vor den US-Zwischenwahlen im November an.
