OpenAI, Börsengang

OpenAI vor Börsengang: 920-Milliarden-Bewertung angepeilt

16.06.2026 - 22:45:51 | boerse-global.de

OpenAI veröffentlicht geprüfte Zahlen für 2025: Umsatz verdreifacht, Nettoverlust durch Sondereffekte bei 35 Milliarden Euro.

OpenAI: 35 Milliarden Euro Verlust bei massivem Umsatzsprung
OpenAI - Abstract representation of AI technology with financial elements, symbolizing OpenAI's spending and pricing strategy concerns. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der KI-Primus OpenAI hat im Geschäftsjahr 2025 einen Nettoverlust von umgerechnet rund 35 Milliarden Euro eingefahren – bei gleichzeitig massiv gestiegenen Umsätzen. Das geht aus geprüften Finanzzahlen hervor, die Mitte Juni 2026 veröffentlicht wurden.

Während die Erlöse von 3,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf knapp 12 Milliarden Euro kletterten, explodierten die Gesamtausgaben auf über 31 Milliarden Euro. Allein in Forschung und Entwicklung flossen 17,6 Milliarden Euro, davon über 9,7 Milliarden Euro an den Partner Microsoft für Infrastruktur und Dienstleistungen.

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Milliardenverlust durch Rechtsformwechsel

Der gigantische Fehlbetrag von rund 35 Milliarden Euro enthält allerdings eine einmalige, nicht zahlungswirksame Sonderbelastung von etwa 27,5 Milliarden Euro. Sie steht im Zusammenhang mit der Umwandlung des Unternehmens in eine gewinnorientierte Gesellschaft. Ohne diesen Effekt belief sich der operative Verlust auf rund 7,3 Milliarden Euro – nach etwa 4,6 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Trotz der roten Zahlen bleibt OpenAI prall gefüllt: Erst im März 2026 sammelte das Unternehmen 112 Milliarden Euro bei einer Bewertung von 782 Milliarden Euro ein. Nun bereitet sich der KI-Konzern auf den Börsengang vor. Am 8. Juni 2026 wurde vertraulich ein S-1-Dokument eingereicht – die angepeilte Marktkapitalisierung soll bis zu 920 Milliarden Euro betragen.

Teure Abos: Wenn Power-User zum Kostenfaktor werden

OpenAIs Preismodell gerät zunehmend in die Kritik. Das 200-Dollar-Pro-Abo kann das Unternehmen bei intensiver Nutzung bis zu 12.900 Euro pro Kunden kosten. CEO Sam Altman stellt sich eine Zukunft vor, in der KI wie ein Stromzähler abgerechnet wird – also nach tatsächlichem Verbrauch.

Um das Portfolio auszugleichen, hat OpenAI günstigere Tarife eingeführt und Nebenprojekte zurückgefahren. Im März 2026 wurde die Videogenerierungs-Plattform Sora eingestellt. Gleichzeitig kam ChatGPT Go auf den Markt – ein Einstiegstarif für 7,40 Euro monatlich, der mit Billiganbietern konkurrieren soll.

Preiskampf und regionale Hürden

In der KI-Branche tobt ein erbitterter Preiskampf. OpenAI erwägt weitere Senkungen der Token-Preise – ein Schritt, den Konkurrenten wie Anthropic wohl mitgehen werden. Anthropic sammelte im Mai 2026 zwar 60 Milliarden Euro bei einer Bewertung von 886 Milliarden Euro ein, bleibt in der Nutzerreichweite aber deutlich hinter OpenAI zurück. Das Unternehmen zählt derzeit 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer und 50 Millionen zahlende Abonnenten.

Die globale Vermarktung gestaltet sich schwierig. In Indien etwa entfallen über elf Prozent des weltweiten ChatGPT-Traffics, doch die Konversionsrate auf Bezahltarife ist niedrig. Trotz angepasster Preise für ChatGPT Go und Google AI Plus von umgerechnet 4,40 Euro monatlich greifen viele Nutzer weiterhin auf kostenlose Angebote lokaler Telekom-Partner zurück.

Bis 2030 in den roten Zahlen

OpenAIs Finanzprognosen rechnen erst ab 2030 mit positiven Cashflows. Bis dahin will der Konzern rund 550 Milliarden Euro in Recheninfrastruktur investieren – deutlich weniger als ursprünglich geplante 1,3 Billionen Euro.

Für 2030 peilt OpenAI einen Jahresumsatz von 257 Milliarden Euro an. Werbung soll dabei eine wachsende Rolle spielen: Für 2026 werden Werbeeinnahmen von 2,3 Milliarden Euro erwartet, bis 2030 sollen es 92 Milliarden Euro sein. Auch andere Tech-Giganten justieren ihre Strategie: Meta etwa will seine KI-Ausgaben ab 2027 drosseln.

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