OpenAI, Börsengang

OpenAI verschiebt Börsengang auf 2027: Eine Billion Euro Bewertung angestrebt

26.06.2026 - 19:53:44 | boerse-global.de

OpenAI plant Börsengang frühestens 2027, um eine Billionen-Bewertung zu sichern. Grund sind schwache Tech-Debüts und hohe Investitionen.

OpenAI verschiebt Börsengang: Milliarden-Bewertung als Ziel
OpenAI - Leuchtende Platine mit überlagerter fallender Aktienkurve, Symbol für KI, Finanzen und Marktunsicherheit. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der KI-Konzern will eine Bewertung von mindestens einer Billion Euro erreichen – und nimmt dafür mehr Zeit in Kauf.

Der künstlichen Intelligenz droht eine Durststrecke an der Börse. OpenAI erwägt einem Medienbericht zufolge, seinen geplanten Börsengang auf das Jahr 2027 zu verschieben. Grund sind die jüngste Volatilität im Technologiesektor und die enttäuschende Performance anderer großer Marktdebüts. Das Unternehmen will offenbar eine Bewertung von mindestens einer Billion Euro nicht gefährden.

Der SpaceX-Effekt: Warnsignal für KI-IPO

Berater des Unternehmens raten zu einem vorsichtigeren Vorgehen. Die Stimmung für große Tech-Börsengänge habe sich abgekühlt. Ein wichtiger Faktor: die schwache Entwicklung von SpaceX seit dessen Börsengang am 12. Juni 2026. Das Raumfahrtunternehmen startete mit einer Bewertung von rund 78 Milliarden Euro – doch der Kurs fiel von einem Höchststand von 207 Euro auf aktuell etwa 141 Euro.

OpenAI-Chef Sam Altman stellt sich Berichten zufolge strikt gegen einen Börsengang unter der Billionen-Marke. Die Zielbewertung liegt deutlich über der letzten privaten Bewertung von rund 784 Milliarden Euro nach einer Finanzierungsrunde im März 2026. Manche Schätzungen hatten den Wert zuvor sogar nur auf 672 Milliarden Euro beziffert.

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Milliardenschwere Kosten bis 2030

Die internen Diskussionen über den Zeitplan spiegeln auch den enormen Kapitalbedarf des Unternehmens wider. Finanzvorständin Sarah Friar signalisiert dem Vernehmen nach, dass ein Börsengang 2027 wahrscheinlicher werde. OpenAI steuert auf gewaltige Investitionen zu: Allein für Hardware und Recheninfrastruktur sind bis 2030 Ausgaben von rund 550 Milliarden Euro geplant.

Die Finanzzahlen zeigen rasantes Wachstum bei gleichzeitig tiefroten Zahlen. 2025 erzielte OpenAI rund 12 Milliarden Euro Umsatz, aber einen Nettoverlust von bis zu 36 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2026 setzte sich der Trend fort: 5,2 Milliarden Euro Einnahmen standen Ausgaben von 3,4 Milliarden Euro gegenüber. Aktuell liegt der monatliche Umsatz bei etwa 1,8 Milliarden Euro – angetrieben von ChatGPT mit 900 Millionen wöchentlichen Nutzern und 50 Millionen Abonnenten.

Wettbewerber drängt ebenfalls an die Börse

Die Verschiebung kommt überraschend, denn OpenAI hatte bereits erste Schritte in Richtung Börsengang unternommen. Das Unternehmen reichte Anfang des Jahres vertraulich einen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC ein – Berichten zufolge Ende Mai oder Anfang Juni. Derweil drängt der Hauptkonkurrent Anthropic ebenfalls an die Börse: Der Rivalereichte am 1. Juni 2025 einen vertraulichen IPO-Antrag mit einer angestrebten Bewertung von 888 Milliarden Euro ein.

Hinzu kommen interne und regulatorische Hürden. OpenAI erweiterte kürzlich sein Führungsteam um Noam Shazeer und den ehemaligen KI-Berater des Weißen Hauses, Dean Ball. Zudem forderte die US-Regierung offenbar eine gestaffelte Veröffentlichung des nächsten Modells GPT 5.6 aus Sicherheitsgründen.

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Die Nachricht über den möglichen Aufschub hat bereits die Märkte bewegt. Die Aktien von SoftBank, einem Großinvestor im KI-Sektor, fielen am 26. Juni um zwölf Prozent. Anleger werden zunehmend wählerisch: Sie belohnen Unternehmen mit einem klaren Weg zur nachhaltigen Profitabilität – nicht bloßes Wachstum um jeden Preis.

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