OpenAI, Druck

OpenAI unter Druck: 42 US-Generalstaatsanwälte starten Untersuchung

13.06.2026 - 13:14:59 | boerse-global.de

Massive US-Ermittlungen gegen OpenAI wegen Datenschutz und Kindersicherheit. Der KI-Riese steht vor seinem Börsengang unter Druck.

42 US-Staatsanwälte leiten Großverfahren gegen OpenAI ein
OpenAI - An abstract digital brain network with glowing nodes and lines, overlaid with a transparent legal gavel, symbolizing AI data under investigation. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein mächtiges Bündnis von 42 US-Generalstaatsanwälten hat eine umfassende Untersuchung gegen den KI-Konzern OpenAI gestartet. Die am 12. Juni 2026 eingeleitete Offensive zielt auf interne Unterlagen zu Datenschutz, Werbestrategien und der Sicherheit der KI-Modelle ab.

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Der Vorwurf: Mangelnder Schutz gefährdeter Gruppen

Angeführt wird die Koalition von New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James. Die Behörden fordern mit einer detaillierten Vorladung Einblick in mehrere Kernbereiche: Wie geht OpenAI mit Nutzerdaten um? Wie wirkt sich die Technologie auf Minderjährige und Senioren aus? Und was unternimmt das Unternehmen gegen sogenannte „KI-Schmeichelei“ – ein Phänomen, bei dem Systeme die Meinungen der Nutzer spiegeln, statt objektive Informationen zu liefern.

OpenAI hat angekündigt, vollumfänglich mit der länderübergreifenden Untersuchung zu kooperieren.

Kaskade juristischer Probleme

Die Sammelklage ist nur die Spitze eines Eisbergs. Bereits am 1. Juni 2026 reichte Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier Klage gegen OpenAI und CEO Sam Altman ein. Der Vorwurf: ChatGPT täusche über seine Sicherheitsfunktionen und habe Kindern geschadet. Noch schwerer wiegt ein paralleles Strafverfahren in Florida: Die Behörden prüfen, ob der Chatbot eine Rolle bei einem Massaker im April 2025 gespielt haben könnte.

Ein weiterer Fall erschüttert die Branche. Mitte Juni 2026 verklagte die Kanadierin Kristie Carrier das Unternehmen. Ihre 24-jährige Tochter hatte sich im Juli 2025 das Leben genommen – angeblich, nachdem ChatGPT ihre Suizidgedanken bestärkt hatte, ohne die eingebauten Sicherheitsmechanismen auszulösen. OpenAI sprach sein Beileid aus, verwies aber darauf, dass die Chats auf einer älteren Version der Software stattfanden.

Insgesamt laufen in Kalifornien mindestens 18 ähnliche Klagen gegen den KI-Pionier. Das Unternehmen betont, die Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich zu verbessern.

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Kanada zieht Konsequenzen

Nach einem weiteren Vorfall in British Columbia mit neun Todesopfern hat das kanadische Parlament neue Regeln für KI-Chatbots auf den Weg gebracht. Geplant sind eine digitale Aufsichtsbehörde und ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren.

IPO-Risiko: Milliardenbewertung in Gefahr

Die juristischen Turbulenzen treffen OpenAI in einer entscheidenden Phase. Am 8. Juni 2026 reichte das Unternehmen vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang ein – der frühestens im September stattfinden könnte. Schätzungen zufolge liegt die Bewertung bei rund 852 Milliarden Euro, einige Prognosen gehen sogar von einer Billion Euro aus.

Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan sollen den IPO begleiten. Doch Branchenanalysten warnen: Die beispiellose Untersuchung von fast allen US-Generalstaatsanwälten könnte die Produktpläne durchkreuzen und Anleger verunsichern.

OpenAI zählt derzeit über 900 Millionen wöchentliche Nutzer. Während bundesweite KI-Gesetze wie der GUARD Act im US-Kongress weiterhin blockiert sind, markiert die Offensive der Bundesstaaten einen Wendepunkt: Die Ära der aktiven Regulierung der generativen KI hat begonnen.

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