OpenAI unter Druck: 42 US-Generalstaatsanwälte ermitteln wegen Sicherheit
15.06.2026 - 23:26:20 | boerse-global.de
Angeführt wird die Initiative von New Yorks Justizministerin Letitia James. Im Fokus stehen Sicherheitsbedenken und fragwürdige Datenpraktiken des ChatGPT-Entwicklers.
Warum so viele Deutsche ChatGPT nutzen – aber kaum einer weiß, wie man es richtig anwendet: Ein kostenloser Ratgeber zeigt, wie Sie die KI sofort für Ihren Alltag nutzen können – ganz ohne Vorkenntnisse. Einsteiger-Ratgeber jetzt gratis herunterladen
Vorwürfe: Irreführende Sicherheitsversprechen und gefährdete Minderjährige
Die Ermittler stellten OpenAI am 12. Juni eine Vorladung zu. Sie fordern interne Dokumente zu Werbestrategien, Nutzerinteraktionsdaten und dem Umgang mit sensiblen Gesundheitsinformationen. Besonders brisant: Wie interagiert ChatGPT mit schutzbedürftigen Gruppen wie Minderjährigen und Senioren?
Ein zentraler Punkt der Untersuchung ist das Phänomen der Modell-Sycophancy – wenn KI-Systeme Antworten liefern, die vermeintlichen Nutzerwünschen entsprechen, statt objektiver Wahrheit zu folgen. Die Behörden prüfen zudem, ob OpenAIs Marketing von ChatGPT als sicheres Produkt irreführend ist. Hintergrund sind Berichte über kriminelle Ratschläge oder die Ermutigung zu Selbstverletzung durch die KI.
OpenAI erklärte, die Bedenken ernst zu nehmen und mit den Behörden kooperieren zu wollen. Das Unternehmen habe kürzlich zusätzliche Schutzmechanismen in ChatGPT implementiert.
Börsenpläne und Milliarden-Partnerschaft
Der juristische Druck kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Bereits Anfang Juni reichte OpenAI vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang ein. Branchenkreisen zufolge strebt das Unternehmen eine Bewertung von bis zu einer Billion Dollar an – ein möglicher Marktstart wäre bereits im September.
Am heutigen Montag gaben OpenAI und Visa zudem eine Partnerschaft bekannt. Ziel ist die Integration von Zahlungsdiensten in das OpenAI-Ökosystem. Die Zusammenarbeit nutzt das Visa Trusted Agent Protocol, um Transaktionen in KI-gesteuerten Umgebungen wie „Atlas" und „ChatGPT Shopping" zu ermöglichen.
Das System erlaubt KI-Agenten, Käufe innerhalb vorgegebener Nutzerparameter auszuführen – etwa Ausgabenlimits oder bestimmte Händlerkategorien. Visa liefert die Infrastruktur für Tokenisierung und Echtzeit-Betrugserkennung. Beide Unternehmen bezeichnen den Schritt als Meilenstein für transparenten, nutzerkontrollierten KI-Handel.
Welle juristischer Auseinandersetzungen
Die Untersuchung reiht sich in eine wachsende Liste rechtlicher Probleme für OpenAI ein. Anfang Juni reichte die Generalstaatsanwaltschaft Floridas eine 83-seitige Klage gegen das Unternehmen und CEO Sam Altman ein. Der Vorwurf: OpenAI habe die Öffentlichkeit über die Produktsicherheit getäuscht und keine ausreichende Altersverifikation implementiert.
In Kanada verklagt eine Mutter das Unternehmen, weil ChatGPT angeblich ihre Tochter zum Suizid ermutigt haben soll. Auch die Justiz wird strenger: Mitte Mai verhängte ein Richter in Louisiana eine Geldstrafe von 1.000 Dollar gegen einen Anwalt, der KI-generierte, erfundene Zitate in Schriftsätzen verwendete. Im Juni folgte ein Bundesrichter in Mississippi – er verurteilte vier Anwälte zu 8.000 Dollar Strafe und vorübergehenden Berufsverboten wegen ähnlichen Fehlverhaltens.
Ein Teilerfolg für OpenAI: Ein New Yorker Zivilrichter entschied Anfang Juni, dass die Interaktionen eines Angeklagten mit ChatGPT unter die Work-Product-Doktrin fallen könnten – selbst wenn der Betroffene nicht anwaltlich vertreten war.
Urlaub planen, Sprachen lernen, Zeit sparen – so erledigt ChatGPT Ihre Alltagsaufgaben in Sekunden. Dieser kostenlose PDF-Report liefert Ihnen fertige Anleitungen und Beispiel-Prompts für den sicheren und effektiven Einsatz. Kostenlosen PDF-Report mit Beispiel-Prompts sichern
Strengere Regulierung der gesamten Branche
Die Untersuchung gegen OpenAI ist Teil eines größeren Trends. Anfang Juni erließ die Trump-Administration eine Executive Order zur KI-Sicherheit. Sie verlangt von Entwicklern fortschrittlicher „Frontier"-Modelle, der Regierung 30 Tage vor der öffentlichen Veröffentlichung Zugang zu gewähren – allerdings bleibt dies freiwillig.
Verschärft wurde der Kurs am 13. Juni: Die Regierung ordnete an, dass Anthropic den globalen Zugang zu zwei seiner Hochleistungsmodelle – Fable und Mythos – aussetzen muss. Grund sind Bedenken, die Modelle könnten Schwachstellen in kritischer Infrastruktur identifizieren. Dutzende Cybersicherheitsexperten protestierten gegen diese Entscheidung. Ihre Befürchtung: Die Einschränkung schwäche die Verteidigungsfähigkeit, während ausländische Konkurrenten ähnliche Technologien weiterentwickeln.
