OpenAI und Kalshi: Erste KI-Partnerschaft mit Vorhersagemarkt
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 13:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
OpenAI integriert Vorhersagedaten von Kalshi in seine KI-Plattform – ein Novum für den Chatbot.
Nutzer von ChatGPT können seit heute Morgen Wahrscheinlichkeiten für WM-Spiele direkt im Chat abrufen. Möglich macht das eine neue Partnerschaft zwischen OpenAI und der US-Handelsplattform Kalshi. Es ist die erste direkte Kooperation des KI-Entwicklers mit einem Vorhersagemarkt.
So funktioniert die Integration
Fragt man ChatGPT nach dem Ausgang eines konkreten Spiels, zeigt der Assistent nun Gewinnwahrscheinlichkeiten an – basierend auf den Echtzeit-Daten von Kalshi. Bei einer aktuellen Abfrage zum Spiel Frankreich gegen Spanien lag die Siegchance für die Franzosen bei 60 Prozent. England wurde gegen Argentinien eine Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent eingeräumt.
OpenAI betont, dass die Ergebnisse ausschließlich zu Informationszwecken dienen. Antworten mit diesen Daten sind explizit als „Quelle: Kalshi" gekennzeichnet. Direkte Links zur Handelsplattform oder die Möglichkeit, Wetten abzuschließen, gibt es im Chat nicht. Auffällig: Die Integration wurde von OpenAI nicht öffentlich beworben.
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Ein Milliarden-Geschäft für Kalshi
Für die von der US-Aufsichtsbehörde CFTC regulierte Plattform Kalshi ist der Deal ein wichtiger Schritt. Allein in der ersten Woche der Weltmeisterschaft verzeichnete das Unternehmen ein Handelsvolumen von umgerechnet rund 4,7 Milliarden Euro. Im Juni 2026 erreichte die Plattform sogar ein monatliches Volumen von etwa 30 Milliarden Euro.
Kalshi hat bereits ähnliche Datenpartnerschaften mit großen Medienhäusern wie CNN, CNBC und Fox News geschlossen. Die Zusammenarbeit mit OpenAI ist jedoch die erste dieser Art mit einem KI-Unternehmen.
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Der Trend zu Vorhersagemärkten
Die Nutzung von Prognosedaten aus Vorhersagemärkten wird bei Technologie- und Finanzinformationsanbietern immer beliebter. Auch Google hat ähnliche Funktionen getestet und zeigt mittlerweile Daten von Kalshi und Polymarket in Google Finance an. Der Rivale Polymarket sicherte sich zudem kürzlich einen Datenvertrag mit Dow Jones.
Doch die Entwicklung hat auch Schattenseiten. Branchenberichten zufolge haben rund 70 Prozent der Konten auf der Konkurrenzplattform Polymarket seit 2022 einen Nettoverlust erlitten. Die Regulierungsbehörden beobachten den Sektor zudem genau – ihre Sorge gilt vor allem möglichem Insiderhandel, sowohl auf dezentralen als auch auf regulierten Plattformen.
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