OpenAI, Georgia

OpenAI und Georgia Power: Rechenzentrum kann 1.000 Megawatt drosseln

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 10:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trotz politischer Vorbehalte setzt OpenAI auf mehr KI-Infrastruktur, peilt 2027 den Börsengang an und vereinbart Netzlastbegrenzungen.
Hochspannungsleitungen in einer weiten Landschaft bei Sonnenuntergang als Symbol für die Energieinfrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

OpenAI hält ungeachtet der zunehmenden politischen Prüfung nach den jüngsten US-Zwischenwahlen an seinen Ausbauplänen für heimische Rechenzentren fest. Das Unternehmen bekräftigte diesen Schritt vor dem Hintergrund wachsender Skepsis in Politik und Bevölkerung.

Finanzchefin Sarah Friar erklärte im Gespräch mit dem Sender CNBC am Rande des Citi TMT Leadership Summit in Pebble Beach, dass die Investitionen in KI-Rechenzentren trotz des Wahlausgangs unvermindert fortgesetzt werden, um die Nachfrage der Kunden weiterhin zu bedienen.

Friar betonte, dass die Midterms auch die Vorbereitungen für den Gang an die Börse nicht dramatisch verändert hätten. OpenAI ziele weiterhin auf einen Börsengang im kommenden Jahr ab. Bereits im Juni hatte das Unternehmen vertraulich einen Wertpapierprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und fasst nach wie vor ein Debüt im Jahr 2027 ins Auge.

Friar kündigte an, weiter Kapital zu beschaffen und bestehende Partnerschaften mit Hyperscalern auszubauen. Berichte über eine niedrigere Bewertung oder ein reduziertes Volumen der laufenden Finanzierungsrunde wies das Unternehmen zurück.

Die aktuelle Runde basiert auf einer Pre-Money-Bewertung von 1,25 Billionen US-Dollar. Dabei sind die ersten 11 Milliarden US-Dollar bereits abgeschlossen, während weitere Mittel von bis zu 9 Milliarden US-Dollar hinzukommen können.

Starkes Kundenwachstum treibt Expansion

Den anhaltenden Infrastrukturausbau begründet OpenAI mit der dynamischen Entwicklung der Nutzerzahlen. Nach eigenen Angaben zählte das Unternehmen im dritten Quartal 2026 rund 1,2 Milliarden wöchentlich aktive Nutzer.

Die Erlöse im Geschäft mit Unternehmenskunden hätten sich verdoppelt; zu den Kunden zählt unter anderem die US-Großbank JPMorgan Chase. Insgesamt legte das Geschäft von OpenAI im dritten Quartal um 70 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu.

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Die Bestätigung der Ausbaupläne erfolgt in einem von Skepsis geprägten Umfeld. Mehrere demokratische Kandidaten, darunter die designierte Gouverneurin von Texas, Gina Hinojosa, forderten zuletzt eine strengere Prüfung von Rechenzentrumsprojekten.

Eine Auswertung von Ballotpedia und Daten von CNBC zeigt, dass sich Wähler bei 41 lokalen Abstimmungen in zehn US-Bundesstaaten in allen bis auf einem Fall für Beschränkungen oder gegen Ausbauvorlagen aussprachen.

Am US-Aktienmarkt hatte die Furcht vor einer Verlangsamung des KI-Ausbaus am Donnerstag für massive Verkäufe gesorgt, bei denen rund 2,5 Billionen US-Dollar an Marktwert vernichtet wurden. Der Technologieindex Nasdaq verzeichnete den stärksten Tagesverlust seit 19 Monaten.

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Zugeständnisse an Kommunen und Netzbetreiber

Um den Vorbehalten in den Kommunen zu begegnen, hatte OpenAI am 5. November den sogenannten National Community Compact veröffentlicht. Das Rahmenwerk sieht vor, dass das Unternehmen die vollen Strom- und Infrastrukturkosten eigener Rechenzentren trägt, vor größeren Ausgaben finanzielle Absicherungen leistet und Daten zum Energie- und Wasserverbrauch offenlegt.

Vorgesehen sind zudem eine frühe Beteiligung von Anwohnern sowie der weitgehende Verzicht auf Vertraulichkeitsvereinbarungen mit Behördenvertretern, von denen nur in engen Ausnahmefällen Gebrauch gemacht werden soll.

Flankiert wird die Initiative von einem politischen Leitfaden für Bund, Bundesstaaten und Kommunen. OpenAI stellte zudem eine Initiative in Aussicht, die Anwohnern Zugang zu Bauplänen gewährt und Investitionen in lokale Einrichtungen wie Parks und kostenlose Schulspeisungen vorsieht.

Um die Belastung der Energieinfrastruktur zu steuern, traf OpenAI am 5. November zudem eine Vereinbarung mit Georgia Power: Diese erlaubt es dem Energieversorger, die Stromaufnahme des geplanten Campus in Effingham County bei Spitzenlasten im Netz um bis zu 1.000 Megawatt zu drosseln.

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