OpenAI, GPT-56

OpenAI stoppt GPT-5.6: Sol-Modell auf 20 Partner beschränkt

30.06.2026 - 05:05:42 | boerse-global.de

OpenAI und Anthropic schränken Zugang zu neuen KI-Modellen ein. Grund ist ein neues US-Prüfverfahren für fortschrittliche KI-Systeme.

KI-Zugang eingeschränkt: OpenAI und Anthropic unter Druck
OpenAI - Leuchtende neuronale Netzwerkplatine mit Datenflüssen, dezent überlagert vom US-Kapitol, in kühlen Blau- und Grüntönen. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Grund ist ein neues Prüfverfahren der US-Regierung für fortschrittliche KI-Systeme. Die Unternehmen reagieren damit auf Sicherheitsbedenken der Trump-Administration.

OpenAI stoppt breite Freigabe von GPT-5.6

Am 29. Juni zog OpenAI die Notbremse: Die Veröffentlichung der neuen GPT-5.6-Modellfamilie – bestehend aus dem Flaggschiff Sol, dem Mittelklasse-Modell Terra und der Hochgeschwindigkeitsvariante Luna – wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Dabei hatte das Unternehmen die Reihe erst Anfang Juni vorgestellt.

Der Zugang zum Spitzenmodell Sol, das in internen Sicherheitstests (sogenannten Capture-the-Flag-Prüfungen) beachtliche 96,7 Prozent erreichte, ist nun auf rund 20 von der Regierung genehmigte Partner beschränkt. Handelsminister Howard Lutnick hatte zuvor vor einer vollständigen Freigabe ohne bundesstaatliche Zustimmung gewarnt. OpenAI bietet stattdessen eine begrenzte Vorschau für vertrauenswürdige inländische Nutzer an – eine globale Veröffentlichung bleibt vorerst aus.

Die Preise für Sol liegen bei fünf Dollar pro einer Million Input-Token und 30 Dollar pro einer Million Output-Token. OpenAI selbst bezeichnet das aktuelle Prüfverfahren als vorübergehende Maßnahme.

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Anthropic erhält Teilerlaubnis für Mythos 5

Noch härter traf es Anthropic. Am 12. Juni zwang eine Exportkontrollverordnung das Unternehmen, seine Modelle Fable 5 und Mythos 5 für ausländische Nutzer zu sperren. Mehr als zwei Wochen lang waren die Systeme nicht verfügbar. Erst am 29. Juni erlaubte die Regierung die Wiederfreigabe von Mythos 5 – allerdings nur für über 100 geprüfte US-Organisationen und Bundesbehörden.

Während Mythos 5 nun ausgewählten Cyber-Verteidigern und Regierungspartnern zur Verfügung steht, bleibt Fable 5 weitgehend blockiert. Branchenberichten zufolge könnte das Modell im Laufe dieser Woche wieder breiter verfügbar sein – nach immerhin 17 Tagen Zwangspause. Anthropic-Vertreter erklärten, dass frühere Versuche, die Sicherheitsvorkehrungen des Modells zu umgehen, lediglich einfache Schwachstellen offengelegt hätten.

30-Tage-Prüfung per Dekret

Die Verzögerungen gehen auf eine Verfügung vom Juni 2026 zurück. Sie erlaubt der Regierung eine 30-tägige Überprüfung fortschrittlicher KI-Modelle. Der Nationale Cyber-Direktor und das Büro für Wissenschafts- und Technologiepolitik (OSTP) erhalten dabei frühzeitigen Zugang, um die Systeme vor der öffentlichen Freigabe zu untersuchen.

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Kritiker sehen das Verfahren kritisch. Mehr als 100 KI-Manager und Wissenschaftler unterzeichneten einen Protestbrief. Ihre Vorwürfe: Das Prüfverfahren entbehre klarer Standards und schwäche die USA im Wettrennen mit China. Branchenbeobachter bestätigen, dass chinesische KI-Modelle bereits heute die Leistung von Systemen wie Mythos 5 zu geringeren Betriebskosten erreichen.

Die regulatorische Unsicherheit beeinflusst auch die Unternehmensstrategien. Sowohl OpenAI als auch Anthropic erwägen Berichten zufolge, ihre Börsengänge auf 2027 zu verschieben. Andere Wettbewerber scheinen weniger betroffen: Googles Gemini 3.5 Pro soll bereits im Juli 2026 ohne vergleichbare Zugangsbeschränkungen starten.

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