OpenAI startet Astra for Law: 54% Genauigkeit im Rechts-Benchmark
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 03:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI erweitert sein Angebot an branchenspezifischen KI-Lösungen und hat Astra for Law vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine speziell für juristische Arbeitsabläufe konfigurierte Version des Modells GPT-6 Astra, die unter der Modell-Kennung gpt-6-astra-law geführt wird.
Wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht, kombiniert die Plattform spezielle Arbeitsinstruktionen mit einem eigens aufgebauten juristischen Suchindex. Das System zielt als Anwendungsprodukt auf Recherche- und Entwurfsarbeiten im dokumentenintensiven Rechtsmarkt ab und folgt auf die vorangegangene Veröffentlichung von ChatGPT for Financial Services.
Juristischer Suchindex und Leistungsdaten
Der integrierte Rechts-Suchindex greift nach Unternehmensangaben auf mehr als 230 Millionen Internetadressen zurück. Diese umfassen Fallrecht, Gesetze, Verordnungen, Gerichtsregeln sowie behördliche Entscheidungen.
Über die Einbindung von CourtListener und dem Free Law Project deckt die Datenbank mehr als 99,9 Prozent der publizierten US-Präzedenzfälle ab. Antworten von Astra for Law fallen im Schnitt etwa doppelt so lang aus wie typische Ausgaben des Basismodells Astra.
Im Benchmark-Test Vals AI Legal Research Bench, der 200 US-Rechtsfragen umfasst, erzielte Astra for Law bei maximalem Rechenaufwand einen Anteil von 54,0 Prozent korrekten Antworten. Zum Vergleich erreichte die Standardversion von GPT-6 Astra mit allgemeiner Websuche in diesem Test 38,7 Prozent. Dies entspricht einer Steigerung um 15,3 Prozentpunkte beziehungsweise einer relativen Zunahme von 39,5 Prozent nach Berechnungen von Data Studios.
Zudem ergaben Daten vom 17. September 2026, dass das System 24 Prozent mehr Referenzfälle und bis zu 54 Prozent mehr relevante Textpassagen ausgibt als das Standardmodell mit Websuche. Da es sich um vom Anbieter berichtete Messwerte handelt und der Korrektheitswert bei 54 Prozent liegt, ersetzt das Modell keine eigenständige juristische Prüfung.
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In internen Sicherheitsüberprüfungen verzeichnete Astra for Law bei der Überschreitung von Nutzerbefugnissen einen Wert von 0 Prozent, während das Vergleichsmodell GPT-5.6 Sol in diesem Test 48 Prozent erreichte.
Anbindung an Kanzleien und Software-Partner
Zur Veröffentlichung am 17. September 2026 umfasst das System 26 offizielle Partner-Erweiterungen. Zu den Kooperationspartnern gehören unter anderem Thomson Reuters, Intapp, Harvey, Legora, DeepJudge, iManage, Relativity und Clio. Ergänzend stehen 9 Community-Erweiterungen sowie 47 anpassbare Arbeitsfunktionen zur Verfügung.
OpenAI richtet sich mit der Lösung vor allem an Kanzleien der Am-Law-200-Gruppe sowie an Legal-Tech-Anbieter, um Arbeitsabläufe zu beschleunigen und Kosten zu senken. Der Rollout erfolgt schrittweise über ein geschütztes Zugangsprogramm mit garantierter Nichtspeicherung von Daten.
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Erste Zugänge erhalten ausgewählte Großkanzleien, darunter Latham & Watkins sowie Sullivan & Cromwell. An der Mitentwicklung des Werkzeugs waren neben Sullivan & Cromwell auch die Kanzleien Ropes & Gray und Cooley beteiligt.
Rechtstechnologie-Unternehmen wie Harvey und Legora erhalten die Möglichkeit, Astra for Law in eigene Produktlinien zu integrieren. Genaue Zeitpläne und finanzielle Konditionen für den allgemeinen Programmierschnittstellen-Zugang hat OpenAI bislang nicht bekannt gegeben. Auch zu den sonstigen Konditionen des Produkts machten die Verantwortlichen keine Angaben.
