OpenAI, Stargate

OpenAI Stargate UK: Führungsetage besuchte Gelände nie

04.07.2026 - 18:42:23 | boerse-global.de

Recherchen enthüllen: OpenAI-Manager besuchten nie das Hauptgelände des geplanten Mega-Rechenzentrums. Nur zehn Milliarden Pfund Investition gelten als realistisch.

OpenAI Stargate UK: Führungskräfte mieden das Projektgelände
OpenAI - Abstraktes, futuristisches Bild mit leuchtenden Serverracks und Netzwerkverbindungen über einer unscharfen Karte des Vereinigten Königreichs. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Untersuchung des geplanten Großrechenzentrums „Stargate UK“ von OpenAI fördert brisante Details zutage: Die Führungsetage des KI-Unternehmens hat das ausgewiesene Hauptgelände in Nordengland nie besucht. Das wirft erhebliche Zweifel an der Zukunft des Prestigeprojekts auf.

Niemand vor Ort – außer Nvidia

Die Recherche zeigt, dass OpenAI-Manager weder vor der Ankündigung im September 2025 noch während der aktiven Planungsphase nach Cobalt Park in North Tyneside gereist sind. Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz belegen: Weder OpenAI noch sein Partner Nscale haben jemals Gespräche mit den örtlichen Behörden geführt.

Einzige Ausnahme: Nvidia, ebenfalls am Projekt beteiligt, besichtigte das Gelände im Februar 2026. Lokale Vertreter zeigen sich inzwischen skeptisch. Der Standort verfüge nicht über den notwendigen Netzanschluss – das Projekt gelte in North Tyneside de facto als gescheitert.

Luftnummer bei den Investitionen?

Noch schwerer wiegen die Zweifel an den Finanzen. Öffentlich war stets von 30 Milliarden Pfund die Rede. Doch interne Bewertungen legen nahe: Rund 20 Milliarden davon beruhten auf hypothetischen Annahmen oder selbst erklärten Privatverpflichtungen. Nur zehn Milliarden Pfund galten intern als realistisch.

Ein 1,9-Milliarden-Vertrag zwischen der britischen Regierung und Nscale ist bis heute nicht unterzeichnet. Bereits im Frühjahr 2026 hatten Nachforschungen ergeben, dass Nscales ausgewiesener Standort in Loughton schlicht ein aktives Baustofflager war – ohne jede Spur von Bauarbeiten oder Rechenzentrums-Infrastruktur.

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Strompreise oder eigene Probleme?

OpenAI begründete den Stopp der Partnerschaft am 9. April 2026 offiziell mit den hohen Stromkosten in Großbritannien – angeblich viermal so teuer wie in den USA. Hinzu kämen regulatorische Unsicherheiten und Urheberrechtsfragen.

Doch der britische KI-Minister Kanishka Narayan widerspricht. Er vermutet, dass OpenAIs eigene finanzielle Lage und interne Management-Probleme der wahre Grund sein könnten. Der Zeitpunkt ist heikel: Die britische Netzagentur Ofgem meldet, dass die Anfragen für Rechenzentrum-Anschlüsse inzwischen die Spitzennachfrage des gesamten Landes übersteigen – eine Gefahr für die Klimaziele bis 2030.

Globale Neuausrichtung

Die Unsicherheit in Großbritannien ist nur ein Puzzleteil. Im Juni 2026 meldete OpenAI vertraulich einen Börsengang an – bei einer Bewertung von rund 852 Milliarden Dollar. Parallel dazu schlug das Unternehmen in den USA ein „Public Wealth Fund“-Modell vor: Die US-Regierung soll fünf Prozent der Anteile erhalten. Gleichzeitig plant OpenAI ein 25-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum in Texas.

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Die technologische Neuausrichtung bringt auch für europäische Firmen neue Regeln mit sich, da der EU AI Act bereits unmittelbar gilt. Compliance-Experten warnen: Wer die KI-Verordnung ignoriert, riskiert empfindliche Strafen – sichern Sie sich daher jetzt den kostenlosen Umsetzungsleitfaden mit allen relevanten Übergangsfristen. Kostenlosen KI-Report jetzt herunterladen

Beobachter sehen darin einen strategischen Schachzug: Je stärker die Regulierungen weltweit werden, desto enger sucht OpenAI die Nähe zum Staat – und sichert sich so Einfluss auf die künftigen Spielregeln der KI-Industrie.

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