OpenAI, Stargate-Infrastruktur

OpenAI sichert sich 30-Milliarden-Deal: Stargate-Infrastruktur mit 4,5 Gigawatt

21.06.2026 - 23:28:28 | boerse-global.de

OpenAI sichert sich mit Oracle einen 30-Milliarden-Cloud-Vertrag und erhält 200 Millionen vom Pentagon. Trotz hoher Verluste wächst das KI-Unternehmen rasant.

OpenAI: Milliarden-Deals mit Oracle und Pentagon festigen Marktposition
OpenAI - A futuristic data center with glowing server racks, superimposed with abstract digital lines and a faint Pentagon outline. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das KI-Unternehmen OpenAI hat mit einem 30-Milliarden-Euro-Cloud-Deal und einem Pentagon-Auftrag über 200 Millionen Euro seine Position als Technologieriese gefestigt. Die milliardenschweren Investitionen unterstreichen den globalen Wettlauf um Rechenleistung und militärische KI-Anwendungen.

Rekord-Deal mit Oracle für „Stargate"-Infrastruktur

OpenAI sichert sich gewaltige Rechenkapazitäten: Der Deal mit Oracle umfasst 4,5 Gigawatt Computing-Leistung – genug, um eine mittelgroße deutsche Großstadt mit Strom zu versorgen. Die Vereinbarung ist Teil des ehrgeizigen „Stargate"-Projekts, mit dem OpenAI seine KI-Infrastruktur auf ein neues Niveau heben will.

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Oracle selbst befindet sich im Umbruch. Der Technologiekonzern hat in der ersten Jahreshälfte 2026 rund 30.000 Stellen gestrichen und plant für das laufende Geschäftsjahr Investitionen von etwa 56 Milliarden Euro. Der Konzern setzt voll auf das Geschäft mit Cloud-KI – eine strategische Wende, die an die Neuausrichtung deutscher Industriekonzerne wie Siemens erinnert.

Die massiven Investitionen kommen nicht von ungefähr: Erst am 8. Juni 2026 reichte OpenAI vertraulich einen Börsenprospekt ein. Branchenbeobachter rechnen mit einer Bewertung von bis zu einer Billion Euro – das wäre mehr als der aktuelle Börsenwert von SAP und Deutsche Telekom zusammen. Ein Börsengang könnte noch innerhalb eines Jahres erfolgen.

Pentagon setzt auf ChatGPT Gov

Im Verteidigungsbereich mischt OpenAI künftig ganz vorne mit. Das US-Verteidigungsministerium vergab einen Auftrag über 200 Millionen Euro für KI-Systeme, die auf einer speziellen Version namens ChatGPT Gov basieren. Damit steht OpenAI nun auf einer Stufe mit anderen KI-Schwergewichten im Militärsektor – auch der Konkurrent xAI von Elon Musk sicherte sich kürzlich einen gleich hohen Pentagon-Auftrag.

Die US-Regierung denkt offenbar noch größer: Im Raum stehen Pläne für direkte staatliche Beteiligungen an führenden KI-Unternehmen. Zur Diskussion stehen Modelle wie ein Staatsfonds oder Bürgerbeteiligungskonten, die mit KI-Aktien unterlegt werden könnten.

Milliardenverluste bei rasantem Wachstum

Die Expansion hat ihren Preis. Geprüfte Zahlen für 2025 zeigen einen Nettoverlust von 38,5 Milliarden Euro. Zwar stiegen die Einnahmen auf 13 Milliarden Euro – mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr (3,7 Milliarden Euro). Doch die Gesamtkosten beliefen sich auf 34 Milliarden Euro.

Der größte Kostenblock: Rund 17,2 Milliarden Euro zahlte OpenAI an Microsoft für Rechenleistung. Im ersten Quartal 2026 lag die operative Marge bei minus 122 Prozent. Trotz dieser Verluste verfügt das Unternehmen über liquide Mittel von rund 25 Milliarden Euro und hat Verträge über Rechenleistung im Wert von etwa 1,4 Billionen Euro abgeschlossen.

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Übernahme und Expansion in Europa und Asien

OpenAI rüstet auch personell und geografisch auf. Am 11. Juni 2026 übernahm das Unternehmen Ona, den Entwickler persistenter Cloud-Umgebungen, früher bekannt als Gitpod. Das Team soll in die Codex-Gruppe integriert werden, um KI-Agenten zu unterstützen, die bereits über 5 Millionen wöchentliche Nutzer zählen – ein deutlicher Sprung von 3 Millionen im April 2026.

In London eröffnete OpenAI ein neues Forschungszentrum. Die Wahl fiel auf die britische Hauptstadt wegen der hohen Dichte an technischen Talenten und des flexiblen Regulierungsumfelds – ein Standortvorteil, den auch deutsche Tech-Unternehmen zunehmend schätzen.

Banken und Startups als Wachstumstreiber

OpenAI drängt weiter in den Unternehmensmarkt. Die spanische Großbank BBVA stattet 120.000 Mitarbeiter in 25 Ländern mit ChatGPT Enterprise aus – eine Vereinbarung über mehrere Jahre. Auf der Konferenz NextRise Seoul 2026 Mitte Juni versprach OpenAI zudem verstärkte Unterstützung für koreanische Startups, darunter Zugang zu Spitzenmodellen und technische Beratung.

Personalkampf mit Meta

Der Wettbewerb um die besten Köpfe bleibt intensiv. Meta soll OpenAI-Mitarbeitern hohe Antrittsprämien geboten haben. Die Führung von OpenAI betont jedoch, dass bislang kein Mitarbeiter aufgrund dieser Angebote gewechselt sei. Der Kampf um KI-Experten erinnert an die Jagd nach Softwareentwicklern während des Dotcom-Booms – nur mit noch höheren Einsätzen.

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