OpenAI, IPO

OpenAI plant IPO 2026: Börsengang in zweiter Jahreshälfte

21.06.2026 - 20:17:22 | boerse-global.de

OpenAI bereitet den Börsengang vor und konkurriert mit Anthropic um Anleger. Trotz Milliardenverlusten wachsen die Umsätze rasant.

OpenAI reicht SEC-Unterlagen ein: Börsengang für 2026 geplant
OpenAI - Ein stilisierter, leuchtender Börsenticker zeigt 'IPO' und '2026' in einem modernen Finanzumfeld. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

OpenAI hat vertrauliche Börsenunterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht – ein entscheidender Schritt Richtung Börsengang. Der KI-Vorreiter plant den Gang an die Wall Street für die zweite Jahreshälfte 2026. Damit zieht das Unternehmen mit Konkurrent Anthropic gleich, der Anfang Juni ebenfalls seine IPO-Pläne angemeldet hatte. Beide Firmen profitieren von einem regelrechten „IPO-Superzyklus" im Technologiesektor, den zuletzt SpaceX mit seinem erfolgreichen Börsendebüt befeuerte.

Hochkarätige Verstärkung für den Börsengang

Zur Vorbereitung auf den Börsengang hat OpenAI prominente Köpfe aus Technologie und Politik an Bord geholt. Noam Shazeer, ein Google-Veteran und früherer Co-Leiter des Gemini-Projekts, wechselte zum Unternehmen. Zudem wird Dean Ball, ehemaliger Berater des Weißen Hauses, am 6. Juli 2026 seine Arbeit aufnehmen. Ball soll ein neu geschaffenes „Strategic Futures"-Team leiten, das sich mit KI-Politik und interner Unternehmensführung beschäftigt.

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CEO Sam Altman deutet an, dass der Börsengang innerhalb eines Jahres erfolgen könnte. Finanzchefin Sarah Friar zeigt sich dagegen zurückhaltender. Sie verweist auf verfehlte Umsatzziele und erhebliche langfristige Ausgaben für Recheninfrastruktur.

Milliardenverluste bei rasantem Umsatzwachstum

Durchgesickerte Finanzdaten zeichnen ein gemischtes Bild. OpenAI verzeichnete 2025 einen Nettoverlust von 38,5 bis 39 Milliarden US-Dollar – ein gewaltiger Sprung gegenüber den fünf Milliarden Dollar Verlust im Vorjahr. Allerdings sind darin rund 30 bis 41,5 Milliarden Dollar an nicht zahlungswirksamen Buchungsverlusten enthalten, die mit der Umwandlung in eine gewinnorientierte Gesellschaft zusammenhingen. Der operative Verlust lag bei etwa 20,9 Milliarden Dollar.

Die Umsätze wachsen rasant: 2025 erzielte OpenAI 13,07 Milliarden Dollar, nach 3,7 Milliarden im Jahr zuvor. Im ersten Quartal 2026 standen Einnahmen von 5,7 Milliarden Dollar Ausgaben von 3,7 Milliarden Dollar gegenüber. Für den Börsengang strebt das Unternehmen eine Bewertung von bis zu einer Billion Dollar an – aktuell wird es auf rund 852 Milliarden Dollar geschätzt.

Wettlauf der KI-Giganten

Der Wettbewerb um Anleger wird härter. Anthropic reichte seine IPO-Unterlagen am 1. Juni 2026 ein und plant den Börsengang für Oktober 2026. Analysten schätzen den annualisierten Umsatz von Anthropic auf 30 bis 45 Milliarden Dollar – und damit höher als OpenAIs rund 24 Milliarden Dollar. Anthropic peilt eine Bewertung von etwa 965 Milliarden Dollar an.

Der Markt zeigt großen Appetit auf große Tech-IPOs. SpaceX startete am 12. Juni 2026 unter dem Kürzel SPCX. In der ersten vollen Handelswoche stieg die Aktie um 20 Prozent auf rund 192 Dollar – die Marktkapitalisierung erreichte 2,1 Billionen Dollar.

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Stargate-Programm und globale Partnerschaften

Für seinen enormen Rechenbedarf startete OpenAI das „Stargate"-Programm mit 122 Milliarden Dollar Finanzierung für Rechenzentren. Hauptinvestoren sind Nvidia, SoftBank und Amazon. Amazons Beitrag von bis zu 50 Milliarden Dollar enthält 35 Milliarden Dollar, die an das Erreichen bestimmter IPO-Meilensteine geknüpft sind. Zudem sicherte sich OpenAI einen Kreditrahmen bei JPMorgan, Citi und HSBC für eine geplante US-Stromkapazität von neun Gigawatt.

Auf der Kundenseite gewann OpenAI einen mehrjährigen Vertrag mit der spanischen BBVA. Die Vereinbarung bringt ChatGPT Enterprise zu 120.000 Mitarbeitern in 25 Ländern.

Politische Risiken am Horizont

Während das Unternehmen expandiert, drohen regulatorische Hürden. Senator Bernie Sanders hat ein Gesetz vorgeschlagen, das eine 50-Prozent-Steuer auf Aktien großer KI-Firmen mit mehr als 200 Millionen Dollar Jahresumsatz erheben würde. Die Einnahmen sollen einen Staatsfonds speisen, der Dividenden an US-Bürger auszahlt. Sowohl Sam Altman als auch Anthropic-CEO Dario Amodei haben sich grundsätzlich offen für Modelle öffentlicher Beteiligung am KI-Wachstum gezeigt.

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