OpenAI plant Hardware-Familie: Sprachgesteuerte Geräte ab H2 2026
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 13:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Pionier OpenAI plant den Einstieg in den Hardware-Markt. Wie OpenAI-Präsident Greg Brockman in einem aktuellen Interview bestätigte, entwickelt das Unternehmen derzeit eine ganze Familie von Geräten, die speziell für die Interaktion mit KI-Chatbots optimiert sind. Ziel dieser Strategie sei es, eine stärkere Kontrolle über das Kundenerlebnis zu gewinnen und den Übergang zu neuen Computer-Schnittstellen aktiv mitzugestalten.
Fokus auf Sprachsteuerung und Mobilität
Laut Brockman werde die künftige Hardware darauf ausgerichtet sein, dass Sprachinteraktionen das herkömmliche Tippen bei den meisten täglichen Aufgaben ersetzen. Die geplanten Geräte sollen tragbar und primär sprachgesteuert sein. Erste Beschreibungen deuten auf ein taschengroßes, kontextbewusstes Gerät hin, das ohne einen klassischen Bildschirm auskommt. Es handele sich dabei explizit nicht um eine Smart-Brille, wobei für die weitere Gerätefamilie auch Formfaktoren wie Kopfhörer oder Lautsprecher im Gespräch sind.
OpenAI-CEO Sam Altman bezeichnete die Entwicklung als notwendigen Schritt, da KI einen grundlegenden Wandel in der Computertechnologie darstelle, der neue Hardware-Lösungen erfordere. Er beschrieb das kommende Produkt als eines der bedeutendsten Technologiestücke der aktuellen Ära. Ein besonderes Augenmerk liege auf dem Datenschutz: Die Hardware soll über ein klares Signal verfügen, das den Status der Datenverarbeitung anzeigt. Parallel dazu hat OpenAI die Datenschutzgarantien für temporäre Chats bereits erweitert.
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Design-Expertise und strategische Zukäufe
Die Hardware-Vision von OpenAI wird maßgeblich durch die Zusammenarbeit mit Jony Ives geprägt. Im Mai 2025 übernahm OpenAI das Hardware-Unternehmen io von Ives für eine Summe von fast 6,5 Milliarden US-Dollar. Im Zuge dieser Übernahme schlossen sich etwa 55 Mitarbeiter OpenAI an. Zudem wurde vereinbart, dass das Design-Unternehmen LoveFrom die Gestaltung der gesamten OpenAI-Software übernimmt.
Um die technische Unabhängigkeit zu sichern, entwickelt OpenAI zudem eigene Prozessoren. Ein erster KI-Chip mit dem Codenamen „Jalapeño“ wurde bereits im Juni 2026 in Zusammenarbeit mit Broadcom und TSMC getestet. Brockman betonte zudem, dass sich OpenAI bei der Entwicklung vollumfänglich auf eigene Innovationen konzentriere und kein Interesse an Geschäftsgeheimnissen anderer Marktteilnehmer bestehe, was insbesondere im Kontext aktueller juristischer Auseinandersetzungen in der Branche an Bedeutung gewinnt.
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Markteinführung und Produktionsziele
Obwohl Brockman noch kein konkretes Veröffentlichungsdatum nannte, deutete er an, dass die Geräte bald erscheinen werden. Branchenberichte präzisieren diesen Zeitraum auf die zweite Jahreshälfte 2026. Chris Lehane bestätigte ebenfalls, dass das erste Gerät für diesen Zeitraum erwartet werde.
Die Ambitionen des Unternehmens sind groß: Erste Prognosen gehen von einem Absatzvolumen von 40 bis 50 Millionen Einheiten im ersten Verkaufsjahr aus. Mit diesem Schritt positioniert sich OpenAI nicht mehr nur als reiner Software- und Modell-Anbieter, sondern tritt in direkte Konkurrenz zu etablierten Hardware-Herstellern, um die Schnittstelle zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz vollständig zu besetzen.
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