OpenAI, Börsengang

OpenAI plant Börsengang: ChatGPT wird zur Super-App mit Codex

23.06.2026 - 17:09:24 | boerse-global.de

OpenAI treibt die Entwicklung einer universellen KI-Plattform voran und rechnet mit einer Bewertung von bis zu einer Billion Euro beim geplanten Börsengang.

OpenAI plant Super-App und bereitet Milliarden-Börsengang vor
OpenAI - A glowing, stylized human head silhouette made of neural network lines, surrounded by digital data streams, symbolizing a personal AI agent. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Unternehmen hinter ChatGPT will seine Sprach-KI zur universellen Super-App ausbauen und bereitet parallel den Gang an die Börse vor. Ein milliardenschweres Projekt.

OpenAI verfolgt eine ehrgeizige Vision: Die Entwicklung einer persönlichen, allwissenden KI-Assistentin für Milliarden Nutzer. Der Konzern will ChatGPT mit dem Programmiermodell Codex zu einer einheitlichen Plattform verschmelzen – einer sogenannten „Super-App“, die nicht nur Fragen beantwortet, sondern eigenständig komplexe Aufgaben erledigt.

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Vom Chatbot zum persönlichen Agenten

Die strategische Neuausrichtung hat personelle Konsequenzen: Thibault Sottiaux übernimmt die Leitung der zentralen Produktplattform. Seine Aufgabe ist die Integration von ChatGPT und Codex. Das Ziel: eine nahtlose Umgebung, in der KI-Agenten bereichsübergreifend arbeiten können – vom Schreiben von Code bis zur Verwaltung von Terminen.

Die langfristige Perspektive ist noch ambitionierter. OpenAI strebt eine künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) an, die persönlich zugeschnitten ist und wirtschaftliches sowie wissenschaftliches Wachstum beschleunigen soll. Bereits bis März 2028, so die internen Pläne, sollen diese Systeme einen „bedeutenden Anteil“ der unternehmenseigenen Forschung übernehmen.

Doch der Weg dorthin ist nicht geradlinig. OpenAI hat sein Portfolio gestrafft: Das Videotool Sora wurde im April eingestellt, geplante Rechenzentrumsprojekte in Norwegen und Großbritannien sind gestoppt.

Börsengang mit Milliardenbewertung

Die Produktoffensive fällt mit einer massiven finanziellen Neuordnung zusammen. OpenAI hat einen vertraulichen Börsenprospekt (S-1) eingereicht – die Bewertung könnte bei bis zu einer Billion Euro liegen. Das wäre einer der größten Börsengänge der Technologiegeschichte.

Um diese Bewertung zu stützen, baut OpenAI sein Werbegeschäft massiv aus. Das Ziel: 100 Milliarden Euro Jahresumsatz mit Werbung bis 2030. Nach einem Teststart im Februar 2026 in sieben Ländern – darunter die USA, Großbritannien und Japan – wird das Programm nun auf Brasilien, Mexiko und Indien ausgeweitet.

Die aktuellen Zahlen sind vielversprechend: ChatGPT hat 920 Millionen wöchentlich aktive Nutzer, rund 20 Prozent aller Anfragen haben kommerziellen Charakter. Im ersten Quartal 2026 erzielte OpenAI 5,7 Milliarden Euro Umsatz bei Ausgaben von 3,7 Milliarden Euro.

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Kampf um die Unternehmen

Im Geschäft mit Firmenkunden liegt OpenAI jedoch nur auf Platz zwei. Laut dem aktuellen Ramp AI Index führt der Rivale Anthropic mit 34,4 Prozent Marktanteil in den USA, OpenAI kommt auf 32,3 Prozent. Um aufzuholen, hat der Konzern mehrere neue Angebote gestartet:

  • Workspace Agents: Diese KI-Agenten automatisieren Arbeitsabläufe, indem sie Daten aus verbundenen Diensten wie Gmail, Slack, Google Drive und HubSpot lesen und verarbeiten.
  • Codex Record and Replay: Seit dem 17. Juni können Mac-Nutzer einen manuellen Workflow einmal vorführen – Codex wandelt ihn in eine wiederverwendbare Automatisierungsdatei um.
  • Partner-Netzwerk: Mit einem 150 Millionen Euro schweren Investitionsprogramm baut OpenAI ein Ökosystem zertifizierter Berater auf. Ziel ist es, bis Ende 2026 rund 300.000 Spezialisten zu schulen.

Auch in der Cybersicherheit gibt es Fortschritte. Das Programm Daybreak umfasst die Vollversion von GPT-5.5-Cyber, das im Benchmark 85,6 Prozent erreichte und bereits Schwachstellen im OpenBSD-Kernel sowie in den Browsern Chrome und WebKit identifiziert hat.

Ausblick: Neue Modelle und Sprachsteuerung

Die Gerüchteküche brodelt: Brancheninsider spekulieren über die Veröffentlichung von GPT-5.6 bereits am 25. Juni. Das Modell soll einen Kontext von bis zu 2 Millionen Tokens verarbeiten können – das entspricht mehreren tausend Seiten Text – und bei Programmieraufgaben deutlich effizienter sein.

Zudem bereitet OpenAI den Start von „Bidi 1“ vor, einem bidirektionalen Sprachmodus für ChatGPT. Nutzer können die KI künftig in Echtzeit unterbrechen und simultane Übersetzungen abrufen, ohne den Gesprächskontext zu verlieren. Erste Nutzer sollen in den kommenden Wochen Zugang erhalten. Eine breite Einführung im Europäischen Wirtschaftsraum könnte sich jedoch verzögern.

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