OpenAI, Börsengang

OpenAI plant Börsengang 2027: 40-Milliarden-Dollar-Run-Rate

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 17:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

OpenAI peilt Börsengang bis 2027 an, trotz Milliardenverlusten. Umsatz wächst stark auf 6,7 Mrd. Dollar im zweiten Quartal.

OpenAI konkretisiert Börsenpläne: IPO bis 2027 angestrebt
Ein minimalistisches, modernes Büro mit Blick auf ein Finanzviertel in der Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das KI-Unternehmen OpenAI hat seine Pläne für den Gang an die öffentliche Börse konkretisiert. Finanzchefin Sarah Friar informierte die Belegschaft darüber, dass eine Erstnotiz bis zum Jahr 2027 angestrebt werde.

Ein früherer Zeitpunkt bleibe jedoch möglich, sofern das aktuelle Wachstumstemperat beibehalten werden könne. Damit zeichnet sich eine interne Einigung über die zeitliche Strategie ab, nachdem Berichten zufolge unterschiedliche Auffassungen in der Führungsebene bestanden hatten.

Während CEO Sam Altman ursprünglich auf einen Börsengang im vierten Quartal 2026 gedrängt haben soll, setzte sich Friar mit dem Zielkorridor für 2027 durch.

Die Finanzchefin betonte dabei intern, dass es für das Unternehmen akzeptabel sei, die Markteinführung von Aktien zu einem späteren Zeitpunkt als der Konkurrent Anthropic zu vollziehen. Vorbereitende Schritte wurden bereits eingeleitet: So reichte OpenAI im Juni ein vertrauliches S-1-Formular bei der US-Börsenaufsicht ein.

Starke Umsatzdynamik bei anhaltenden operativen Verlusten

Die finanziellen Kennzahlen unterstreichen die derzeitige Wachstumsphase des Unternehmens. Im zweiten Quartal erzielte OpenAI einen Umsatz von 6,7 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 18 Prozent gegenüber dem ersten Quartal entspricht.

Die annualisierte Umsatz-Run-Rate liegt laut aktuellen Angaben bei über 40 Milliarden US-Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Unternehmenskunden, bei dem die Run Rate innerhalb des Quartals um 50 Prozent zulegte. Die gesamte Revenue Run Rate stieg im selben Zeitraum um 35 Prozent.

Trotz der massiven Erlöszuwächse operiert das Unternehmen weiterhin mit hohen Defiziten. Der operative Verlust wurde mit 12,3 Milliarden US-Dollar beziffert. Die Bewertung des Unternehmens lag im März bei 852 Milliarden US-Dollar, nachdem im selben Monat Kapital in Höhe von 122 Milliarden US-Dollar aufgenommen worden war. Die Nutzerbasis ist ebenfalls beachtlich; das Unternehmen verweist auf 20 Millionen wöchentliche Nutzer seiner Dienste.

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Personelle Umbrüche und strategische Anpassungen

Die Ankündigung des Börsengangs fällt in eine Phase personeller Veränderungen in der Führungsebene. Mit Denise Dresser, Brad Lightcap und Fidji Simo verließen zuletzt mehrere hochrangige Führungskräfte das Unternehmen. Parallel dazu gibt es Berichte über interne Spannungen. Im Fokus stehen dabei ein informelles Führungsgremium um Sam Altman sowie Sicherheitsbedenken der Belegschaft.

Auch die enge Verbindung zum Großinvestor Microsoft, der bereits 13 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert hat, unterliegt einer neuen Dynamik. Microsoft prüft derzeit strategische Alternativen, während die US-Wettbewerbsbehörde FTC die Beziehung zwischen beiden Unternehmen im Rahmen einer Untersuchung prüft.

Technische Entwicklungen und Sicherheitsmaßnahmen

Im operativen Bereich kündigte OpenAI Anpassungen für Geschäftskunden an. Ab September soll für berechtigte API-Kunden eine Option zur Null-Daten-Speicherung (Zero Data Retention) zur Verfügung stehen. Zudem wurden Einblicke in die Kostenstruktur der KI-Modelle bekannt: Die Kosten für das Monitoring belaufen sich auf circa 20 Prozent der Ausgaben für die Inferenz-Rechenleistung.

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Im Bereich der Forschung wurde der größte Frontier-Lauf für Reinforcement Learning (RL) vorübergehend für zwei Wochen pausiert. Diese Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund verstärkter Sicherheitsvorkehrungen, die OpenAI auch als Reaktion auf Zwischenfälle bei anderen Plattformen wie Hugging Face intensiviert hat, um potenzielle Modellausbrüche zu verhindern.

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