OpenAI, Milliarden

OpenAI plant 50 Milliarden Euro für Rechenleistung

06.05.2026 - 09:01:59 | boerse-global.de

OpenAI investiert 50 Milliarden Euro in Infrastruktur und bereitet den Börsengang vor. Der KI-Pionier kämpft trotz rasantem Umsatzwachstum mit Milliardenverlusten.

OpenAI plant 50 Milliarden Euro für Rechenleistung - Foto: über boerse-global.de
OpenAI plant 50 Milliarden Euro für Rechenleistung - Foto: über boerse-global.de

**

OpenAI will noch vor Jahresende rund 50 Milliarden Euro für Rechenleistung ausgeben. Das gab Firmenpräsident Greg Brockman am Dienstag vor einem Gericht in Oakland bekannt. Die Summe zeigt, wie kapitalintensiv die Entwicklung Künstlicher Intelligenz inzwischen geworden ist. Für den deutschen Markt bedeutet dies: Der Wettlauf um die nächste Generation von KI-Modellen wird immer teurer – und die Konkurrenz für europäische Anbieter wie Aleph Alpha oder DeepL härter.

Anzeige

Während Giganten wie OpenAI Milliarden in die Infrastruktur investieren, fragen sich viele Privatanleger, wie sie selbst von diesem Boom profitieren können. Der kostenlose Report „Megatrend KI“ enthüllt die 10 Big-Data-Aktien mit dem derzeit größten Potenzial. Top 10 KI-Aktien jetzt gratis herunterladen

Vom Forschungslabor zum Industriekonzern

Die Entwicklung von OpenAIs Infrastrukturbedarf ist atemberaubend. Gab das Unternehmen 2017 noch rund 30 Millionen Euro für Rechenleistung aus, sind es heute 50 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung um das 1.600-fache. „Wir befinden uns in einer Phase des Übergangs von der Forschung zur industriellen Produktion", erklärte Brockman vor Gericht.

Die Einnahmen wachsen zwar rasant: Im ersten Quartal 2026 lag der annualisierte Umsatz bei 12,7 Milliarden Euro – ein Anstieg von über 45.000 Prozent im Vergleich zu Anfang 2022. Doch die Kosten für Spitzen-KI fressen diese Erlöse auf. Für das laufende Jahr erwartet OpenAI einen Nettoverlust von rund 14 Milliarden Euro. Analysten schätzen, dass das Unternehmen rund 40 Prozent seiner Einnahmen allein für Grafikprozessoren ausgibt. Zum Vergleich: Bei SAP oder der Telekom liegt der Anteil der IT-Infrastrukturkosten am Umsatz meist im einstelligen Prozentbereich.

Die langfristige Finanzplanung zeigt, wie lange der Weg zur Profitabilität noch ist. Bis 2029 könnten die kumulierten Verluste auf 115 Milliarden Euro anwachsen. Ein positiver Jahresabschluss nach US-Bilanzstandards wird erst für die frühen 2030er Jahre erwartet. Um diesen Geldbedarf zu decken, sammelte OpenAI im März 2026 bei Investoren 122 Milliarden Euro ein – die größte private Finanzierungsrunde der Geschichte. Die Bewertung des Unternehmens stieg damit auf 852 Milliarden Euro.

Das Ende der Microsoft-Exklusivität

Die neuen Milliardenausgaben sind auch die Folge einer grundlegenden Neuordnung der Partnerschaft mit Microsoft. Am 27. April einigten sich beide Unternehmen auf geänderte Vertragsbedingungen. Kernpunkt: Microsofts exklusives Recht, die Rechenleistung für OpenAIs Modelle bereitzustellen, wurde aufgehoben. OpenAI darf seine Produkte jetzt auf jeder Cloud-Plattform anbieten – auch bei Konkurrenten wie Amazon Web Services oder Google Cloud.

Auch die finanziellen Verflechtungen wurden neu geregelt. Bisher zahlte Microsoft einen Teil seiner KI-Erlöse an OpenAI. Diese Zahlungen sind nun eingestellt. Umgekehrt fließt weiterhin eine Umsatzbeteiligung von OpenAI an Microsoft für die Nutzung der Azure-Plattform – allerdings bis 2030 gedeckelt. Das gibt OpenAI mehr Planungssicherheit bei den Kosten.

Trotz der Lockerung bleibt Microsoft ein zentraler Player. Laut einem Börsenbericht vom 1. Mai hält der Konzern umgerechnet 27 Prozent an OpenAI. Von den zugesagten 13 Milliarden Euro hat Microsoft bis Ende März 11,8 Milliarden ausgezahlt. Allein aus einer früheren Kapitalmaßnahme des KI-Startups verbuchte Microsoft einen Buchgewinn von 5,9 Milliarden Euro.

Projekt Stargate: Der Bau der KI-Infrastruktur

OpenAIs gigantischer Rechenbedarf hat zu „Projekt Stargate" geführt – einer Infrastruktur-Initiative, die ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt mit Microsoft geplant war. Doch das Unternehmen verfolgt inzwischen einen diversifizierten Ansatz. Ende April wurde bekannt, dass OpenAI geplante Rechenzentren in Großbritannien und Norwegen vorerst auf Eis gelegt hat.

In Abilene, Texas, entsteht derweil einer der größten KI-Computerkomplexe der USA. Dort hat Microsoft eine Erweiterung übernommen, die OpenAI nicht weiterverfolgen wollte. Künftig werden beide Unternehmen als Nachbarn auf dem Gelände operieren. OpenAI setzt für den weiteren Ausbau auf ein Konsortium aus Oracle und SoftBank. Das Ziel: Bis 2029 eine Rechenleistung von zehn Gigawatt zu sichern.

Anzeige

Der immense Bedarf an Rechenleistung für Projekte wie Stargate verdeutlicht, dass die KI-Revolution erst am Anfang steht. Erfahren Sie in diesem exklusiven Insider-Report, welche 3 KI-Aktien laut Experten aktuell das größte Wachstumspotenzial für Ihr Depot bieten. Kostenlosen KI-Aktien-Report direkt sichern

Parallel verhandelt das Unternehmen mit Staatsfonds aus dem Nahen Osten über weitere 100 Milliarden Euro für globale Infrastruktur. Und OpenAI baut die eigene Chip-Entwicklung aus: Das interne Team wurde auf rund 40 Ingenieure verdoppelt, um die Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren.

Rechtsstreit und Börsengang

Die Finanzoffensive wird derzeit vor einem Gericht in Oakland genau unter die Lupe genommen. Elon Musk, einer der frühen Mitgründer, verklagt OpenAI, dessen Führung und Microsoft auf über 130 Milliarden Euro Schadensersatz. Musks Anwälte argumentieren, die Investoren seien getäuscht worden: OpenAI habe vorgegeben, eine gemeinnützige Organisation zu bleiben. Die Umwandlung in ein gewinnorientiertes Unternehmen mit fast einer Billion Euro Bewertung verstoße gegen das Treuhandversprechen.

OpenAI weist die Vorwürfe zurück. Der Wandel sei notwendig gewesen, um die Milliarden für die KI-Entwicklung einzusammeln. Brockmans Aussage vor Gericht diente dazu, die Notwendigkeit dieser Entwicklung angesichts der explodierenden Kosten zu belegen.

Trotz des Rechtsstreits rechnet die Branche fest mit einem Börsengang von OpenAI – möglicherweise schon im vierten Quartal 2026. Die Neuordnung der Microsoft-Partnerschaft gilt als Voraussetzung dafür, weil sie die Gewinn- und Verlustrechnung vereinfacht. Ein erfolgreicher IPO könnte die Bewertung auf über eine Billion Euro treiben – genug Geld, um die jährlichen Rechenkosten von 50 Milliarden Euro zu stemmen.

Die Industrialisierung der Künstlichen Intelligenz

OpenAI durchläuft derzeit den Wandel vom Softwarelabor zum Industrieunternehmen. Es geht nicht mehr nur um bessere Algorithmen, sondern um die massive Zusammenführung physikalischer Ressourcen: Spezial-Chips, Flüssigkeitskühlung, eigene Kraftwerke. Die Ära der KI im Laborformat ist vorbei. Erfolg bemisst sich in Gigawatt und hunderten Milliarden Euro Investitionen.

Eine interessante Dynamik: Wenn Microsoft Milliarden in OpenAI steckt, fließt ein Teil davon als Azure-Gebühren zurück zu Microsoft. Ähnlich funktioniert es bei Nvidia – Investitionen sind oft an den Kauf bestimmter Hardware geknüpft. Für OpenAI bleibt die entscheidende Frage: Kann das Umsatzwachstum irgendwann die „Rechensteuer" übertreffen, die immer größere Modelle verlangen?

Der Blick richtet sich nun auf die zweite Jahreshälfte 2026. OpenAI will das erste Gigawatt unter dem Stargate-Projekt in Betrieb nehmen. Neue Nvidia-Architekturen und eigene Chip-Entwicklungen sollen die Effizienz verbessern. Ob es gelingt, den 14-Milliarden-Verlust zu reduzieren und gleichzeitig den Börsengang vorzubereiten – das wird die zentrale Geschichte der kommenden Monate.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69284277 |