OpenAI, Abhörgerät

OpenAI: Mitarbeiter wegen Wanze in Konferenzraum festgenommen

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 02:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein Mitarbeiter von OpenAI soll ein Aufnahmegerät in einem besonders geschützten Konferenzraum platziert haben. Das FBI untersucht den Fall, während Ermittler Chatbot-Anfragen und Überwachungsvideos auswerten.

Das Aufnahmegerät soll nur wenige Tage unentdeckt geblieben sein. (Archivbild)  - Bild: Richard Drew/AP/dpa
Das Aufnahmegerät soll nur wenige Tage unentdeckt geblieben sein. (Archivbild) - Bild: Richard Drew/AP/dpa

Ermittlungen zum Konferenzraum in San Francisco

  • Das FBI untersucht den Verdacht gegen einen 35-jährigen saudischen OpenAI-Mitarbeiter.
  • Das Aufnahmegerät steckte in der USB-Buchse eines Fernsehers und war in Toilettenpapier eingewickelt.
  • Der Mitarbeiter wurde Ende September nahe dem Raum von Sicherheitskameras aufgenommen.

Ein Mitarbeiter des ChatGPT-Entwicklers OpenAI ist wegen des Verdachts festgenommen worden, ein Aufnahmegerät in einem wichtigen Konferenzraum der Firma platziert zu haben.

Gerät in USB-Buchse entdeckt

Der Konferenzraum in San Francisco wird häufig für Gespräche über Geschäftsgeheimnisse genutzt. Das Gerät wurde vor zwei Wochen entdeckt; nach Angaben der Ermittler war es etwa zwei Tage zuvor dort angebracht worden.

Es befand sich in der USB-Buchse eines Fernsehers und war in Toilettenpapier eingewickelt. Sicherheitskameras sollen den 35-jährigen saudischen Staatsbürger Ende September in der Nähe des Raumes gezeigt haben, obwohl er dort keinen Zutritt gehabt habe.

Ermittler prüfen Chatbot-Verlauf

Nach Darstellung des US-Justizministeriums versuchte der Mann später, hinter den Fernseher zu schauen. Die Ermittler veröffentlichten dazu ein Bild aus der Überwachung.

Zusätzlich untersuchten die Behörden Anfragen über den Chatbot-Account der Ehefrau des OpenAI-Mitarbeiters. Darin sollen sich Fragen zu Aufnahmevorrichtungen sowie Merkmale des später gefundenen Geräts befunden haben.

Bis zu fünf Jahre Haft möglich

Bei einer Verurteilung drohten dem Beschuldigten bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Euro. Die US-Bundespolizei FBI führt die weiteren Ermittlungen.

US-Geheimdienstkoordinator Jay Clayton erklärte in der Mitteilung, der Fall verdeutliche die Bedeutung des Wettlaufs um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz für die nationale Sicherheit der USA. Clayton wurde von Präsident Donald Trump zudem mit einer zentralen Rolle bei der KI-Aufsicht betraut.

Vorwürfe zu möglicher Unterwanderung

Erst vor kurzem hatte ein inzwischen als Whistleblower auftretender KI-Forscher vermutet, chinesische Spione hätten große KI-Labore wie OpenAI und Anthropic unterwandert. Belege für diese Vermutung legte er nicht vor.

Spionageabwehr bei KI-Unternehmen

Der Fall verbindet klassische Industriespionage mit den besonderen Sicherheitsrisiken führender KI-Labore. In Konferenzräumen werden nicht nur Geschäftsstrategien, sondern auch Informationen über Modelle, Trainingsdaten, Recheninfrastruktur und geplante Produkte besprochen. Ein unbemerktes Aufnahmegerät könnte deshalb wertvolle Einblicke liefern, selbst wenn keine Computersysteme angegriffen werden.

Chatbots als Ermittlungsansatz

Die im Verfahren genannte Recherche über einen Chatbot zeigt zugleich eine neue Ermittlungsdimension: Digitale Assistenten können bei der Auswertung von Anfragen, Zeitpunkten und technischen Merkmalen eine Rolle spielen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jede Suchanfrage einen Tatnachweis darstellt. Entscheidend bleiben die Kombination aus Kamerabildern, Zugangsberechtigungen, dem Fundort des Geräts und weiteren Ermittlungsergebnissen.

Nationale Sicherheitsinteressen

Die Reaktion des US-Geheimdienstkoordinators ordnet den Vorgang in den strategischen Wettbewerb um Künstliche Intelligenz ein. Washington betrachtet leistungsfähige KI inzwischen als wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Faktor. Für Unternehmen wächst damit der Druck, interne Zugänge, Konferenzräume und Mitarbeiterkontakte ähnlich konsequent zu schützen wie digitale Netzwerke. Das Verfahren dürfte zudem zeigen, wie Sicherheitsbehörden den Umgang mit sensiblen KI-Informationen strafrechtlich bewerten.

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