OpenAI, Ona

OpenAI kauft Ona: Kieler Cloud-Startup stärkt KI-Code-Agenten

12.06.2026 - 10:24:36 | boerse-global.de

OpenAI kauft das Kieler Unternehmen Ona, um seinen KI-Programmierassistenten Codex mit persistenten Cloud-Sandboxen für autonome Agenten zu erweitern.

OpenAI übernimmt deutsches Startup Ona für sichere KI-Cloud-Umgebungen
OpenAI - A glowing, abstract neural network brain merging with a secure cloud data center, symbolizing AI acquisition and integration. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der KI-Konzern kauft die Kieler Firma für sichere Cloud-Umgebungen – und stärkt damit das Geschäft mit autonomen Code-Agenten.

OpenAI hat am Donnerstag die Übernahme des deutschen Startups Ona bekannt gegeben. Das 2020 in Kiel gegründete Unternehmen, ehemals bekannt als Gitpod, entwickelt sichere Cloud-Umgebungen für KI-Agenten. Die Technologie soll in OpenAIs Programmierassistenten Codex integriert werden.

Der Deal markiert einen strategischen Schritt: Codex soll vom reinen Sitzungs-Assistenten zu einer Plattform werden, die autonome KI-Agenten über längere Zeiträume steuern kann. Onas Infrastruktur erlaubt es diesen Agenten, in persistenten Cloud-Sandboxen zu arbeiten – selbst wenn der lokale Rechner des Nutzers offline ist.

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Vom Entwickler-Tool zur Produktionsplattform

Die Integration zielt darauf ab, Codex sicher in Produktionsumgebungen einzusetzen. Thibault Sottiaux, OpenAIs Leiter der Kernprodukte, betonte, dass die Technologie es Agenten ermöglicht, in einer Laufzeitumgebung zu agieren, die von verschiedenen Geräten aus zugänglich ist – Laptop, Smartphone oder Tablet.

Codex verzeichnet ein rasantes Wachstum: Mehr als fünf Millionen wöchentlich aktive Nutzer nutzen die Plattform aktuell. Das sind fast zwei Millionen mehr als noch im April 2026. Seit Jahresbeginn ist die Nutzerbasis um rund 400 Prozent gestiegen. Besonders bemerkenswert: Während Entwickler die Hauptzielgruppe bleiben, wächst die Nutzung bei Wissensarbeitern dreimal schneller als bei klassischen Softwareentwicklern.

Sicherheit als Trumpf

Onas Plattform hat bislang rund zwei Millionen Entwickler unterstützt. Zu den Kunden zählen Finanzinstitute, Pharmaunternehmen und Staatsfonds. Ein entscheidendes Merkmal: Die Umgebungen laufen innerhalb der bestehenden Cloud-Infrastruktur der Kunden – etwa bei Amazon Web Services oder Google Cloud Platform. Unternehmen behalten so die Kontrolle über ihre Daten und Sicherheitsprotokolle.

Die Plattform enthält zudem Sicherheitsmaßnahmen wie Hashing, um schädliche oder verschleierte Programme zu identifizieren und zu blockieren. Im Jahr 2026 hat sich die Häufigkeit wöchentlicher Agenten-Sitzungen auf der Plattform verzehnfacht.

Strategische Konsolidierung vor Börsengang

Die Übernahme von Ona reiht sich in eine Serie von Zukäufen ein. Bereits im März erwarb OpenAI das Startup Promptfoo, im Januar folgte Torch für rund 60 Millionen Euro. Größere Übernahmen waren der Kauf von Software Applications im Oktober 2025 und die Übernahme von „io“ für mehr als sechs Milliarden Euro im Mai 2025.

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Der Zeitpunkt ist kein Zufall: OpenAI und sein Konkurrent Anthropic haben Berichten zufolge vertrauliche Unterlagen für Börsengänge eingereicht. Beide Unternehmen streben den Wechsel vom privaten Startup zur börsennotierten Firma an.

Nach Abschluss des Deals soll das Ona-Team in die Codex-Abteilung von OpenAI integriert werden. Bis zur endgültigen Genehmigung arbeiten beide Unternehmen getrennt weiter. Speedinvest, der erste und größte Investor von Ona, begleitete das Startup bis zu dieser Übernahme.

Die finanziellen Details der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Der Deal unterliegt noch den üblichen Abschlussbedingungen und behördlichen Genehmigungen.

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