OpenAI kauft NextSlide: ChatGPT bekommt Präsentations-Automation
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 03:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Konzern OpenAI kauft das Startup NextSlide und rüstet ChatGPT damit für automatisch generierte Präsentationen auf. Der Schritt ist Teil einer aggressiven Expansionsstrategie.
OpenAI hat am 8. August 2026 die Übernahme von NextSlide bekannt gegeben, einem Startup für KI-gestützte Präsentationssoftware. Mit dem Zukauf will der ChatGPT-Entwickler seine Plattform zu einem umfassenden Content-Tool ausbauen, das weit über Textantworten hinausgeht. Für Unternehmen und Nutzer in Deutschland bedeutet das: Präsentationen könnten künftig per Prompt entstehen.
Vom Prompt zur fertigen Slide-Deck
Das NextSlide-Team hat bereits seine Arbeit bei OpenAI aufgenommen. Die Technologie des Startups verwandelt Prompts, Notizen und Dokumente direkt in formatierte Präsentationen. Gründer Ahmed Beshry bringt dabei reichlich KI-Erfahrung mit: Er war zuvor Mitgründer von Caper AI, das 2021 von Instacart übernommen wurde.
Die Übernahme wurde bereits Anfang 2026 finalisiert, offiziell angekündigt jedoch erst jetzt. Die finanziellen Details des Deals bleiben unter Verschluss. Die Integration leitet Fidji Simo, CEO für AGI-Deployment bei OpenAI. Das Ziel: ChatGPT soll sich vom Chatbot zur multifunktionalen Content-Plattform entwickeln.
GPT-5.6-Familie wächst weiter
Die NextSlide-Übernahme reiht sich ein in die jüngste Expansion der GPT-5.6-Modellfamilie, die auch die Produktivitätstools „ChatGPT Work" antreibt. Die Familie umfasst drei Stufen: Sol (Hochleistung), Terra (Mittelklasse) und Luna (kompakt und kostengünstig). Erst am 7. August weitete OpenAI den Zugang zu GPT-5.6 Sol aus – Branchen-Benchmarks zufolge übertrifft das Modell mehrere Konkurrenten bei Denkaufgaben und senkt zugleich die API-Kosten.
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Parallel justiert OpenAI seine Preisstrategie. Anfang August senkte das Unternehmen den Preis für das Luna-Modell um satte 80 Prozent. Marc Manara, OpenAI-Chef für Startups, riet Entwicklern in einem Interview, künftig gezielt das passende Modell für einzelne Aufgaben zu wählen – statt immer zur stärksten Variante zu greifen. Das dürfte auch für deutsche Startups interessant sein, die ihre KI-Kosten im Blick behalten müssen.
Hardware-Ambitionen und juristischer Zoff
Der NextSlide-Deal ist Teil eines bemerkenswert aktiven Sommers. Am 6. August sicherte sich OpenAI Schlüsselpatente von Rain AI, einem Halbleiter-Startup für neuromorphe Prozessoren. Branchenbeobachter sehen darin den Versuch, die Abhängigkeit von externen GPU-Anbietern zu reduzieren. Zudem arbeitet OpenAI offenbar mit Broadcom an eigenen KI-Chips.
Doch damit nicht genug: Laut Berichten vom 7. August entwickelt OpenAI einen High-End-Smart-Lautsprecher – in Zusammenarbeit mit Jony Ives Designfirma LoveFrom. Das Gerät kommt ohne Bildschirm aus, hat eine „donut-förmige" Optik mit beweglichen Teilen und soll zwischen 300 und 400 Dollar kosten.
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Die Hardware-Pläne haben allerdings rechtliche Folgen: Apple verklagte OpenAI im Juli wegen angeblichen Diebstahls von Hardware-Geschäftsgeheimnissen. OpenAI beantragte am 7. August die Abweisung der Klage – eine interne Untersuchung habe keine Nutzung von Apples geistigem Eigentum ergeben.
Milliarden-Nutzerbasis und neue Partner
Die Erweiterung von ChatGPT kommt nicht zu früh: Ende Juli knackte die Plattform die Marke von einer Milliarde aktiver Nutzer. Um diese Größenordnung zu stemmen, ernannte OpenAI am 7. August HCLTech zum Advanced Partner für den Einsatz von Enterprise-KI-Lösungen auf Basis von GPT-5.6. Auch in Indien baut der Konzern seine Präsenz aus – ein neues Büro vor Ort soll einen der drei wichtigsten Startup-Märkte des Unternehmens unterstützen.
Für deutsche Unternehmen lohnt sich der Blick auf diese Entwicklungen: Wer ChatGPT Work oder die neuen Präsentationsfunktionen nutzen möchte, bekommt zunehmend ein Rundum-Paket aus Text, Visualisierung und Automatisierung – zu deutlich gesunkenen Preisen im Einstiegssegment.
