OpenAI-Hardwarepläne: Apple klagt wegen Diebstahl von 1.000 Seiten Daten
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der iPhone-Hersteller hat rechtliche Verfügungen zur Beweissicherung an rund 40 ehemalige Mitarbeiter verschickt, die zu OpenAI gewechselt sind. Damit eskaliert der bereits im Juli eingeleitete Rechtsstreit um angeblichen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen.
Vorwurf: Systematische Abwerbung mit Geheimnisverrat
Die neu ausgestellten Preservation Orders verpflichten die betroffenen Ex-Angestellten, sämtliche relevanten Unterlagen zu sichern und an Gesprächen mit Apples Anwälten teilzunehmen. Die Klage vom 10. Juli 2026 wirft OpenAI eine koordinierte Aktion vor, um vertrauliche Hardware-Informationen und proprietäre Designdaten zu entwenden. Apple will per einstweiliger Verfügung verhindern, dass OpenAI das Wissen in künftigen Produkten nutzt – zusätzlich fordert das Unternehmen Schadenersatz in noch nicht bezifferter Höhe.
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Die juristische Offensive richtet sich gegen OpenAI, die Tochterfirma io Products sowie zwei namentlich genannte Ex-Apple-Mitarbeiter: Tang Tan, ehemals Apple-Vizepräsident und heute Chief Hardware Officer bei OpenAI, sowie den Ingenieur Chang Liu. Insgesamt arbeiten laut Apple inzwischen mehr als 400 frühere Beschäftigte des Konzerns bei dem KI-Unternehmen.
Konkrete Vorwürfe: Codename und tausend Seiten Daten
Die Klage listet detaillierte Fälle von angeblichem Datendiebstahl auf. Tang Tan soll demnach bei der Abwerbung Codenamen verwendet und Kandidaten ermutigt haben, interne Apple-Bauteile und Prototypen zu ihren OpenAI-Vorstellungsgesprächen mitzubringen.
Noch schwerer wiegen die Vorwürfe gegen Chang Liu: Er soll mehr als 1.000 Seiten vertraulicher Hardwaredokumente entwendet haben. Apple behauptet zudem, Liu habe noch nach seinem offiziellen Ausscheiden auf interne Systeme zugegriffen. Der Konzern spricht von einem gezielten Versuch OpenAIs, jahrelange Forschungs- und Entwicklungskosten zu umgehen, indem man sich Apples Hardware-Know-how aneigne.
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Brisanter Zeitpunkt: OpenAI plant Markteintritt mit Hardware
OpenAI weist die Vorwürfe zurück. Doch der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein: Das Unternehmen arbeitet an einem bildschirmlosen Smart Speaker, der Branchenberichten zufolge noch Ende 2026 auf den Markt kommen soll. Genau in dieses Hardware-Vorhaben platzt nun der Rechtsstreit.
Die Auseinandersetzung könnte weitreichende Folgen haben. Branchenanalysten sehen den geplanten Börsengang OpenAIs gefährdet, der noch für dieses Jahr erwartet wird. Der Fall dürfte zudem grundsätzlich klären, wo die Grenzen des Wissenstransfers liegen, wenn Mitarbeiter zwischen konkurrierenden Technologiekonzernen wechseln.
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