OpenAI, Robotik-Sparte

OpenAI gründet Robotik-Sparte: Tesla verliert 75 Milliarden Euro

05.06.2026 - 08:33:57 | boerse-global.de

Tesla verschiebt den Start der Optimus-Produktion auf Juli oder August 2026, nachdem die Ziele für 2025 verfehlt wurden. Auch die Konkurrenz durch OpenAI und chinesische Hersteller wächst.

Tesla Optimus: Produktionsstart auf Sommer 2026 verschoben
OpenAI - A sophisticated humanoid robot hand, metallic and detailed, reaching toward a blurry circuit board, symbolizing AI and production challenges. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Tesla hat den Produktionsstart für den Optimus nun auf Juli oder August 2026 verschoben – nachdem das Unternehmen seine ursprünglichen Auslieferungsziele für 2025 komplett verfehlt hatte. Statt der angepeilten Stückzahlen produzierte Tesla im vergangenen Jahr genau null Einheiten.

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Lieferketten und technische Hürden

Die Verzögerung fällt in eine Phase des strategischen Umbruchs bei Tesla. Im Werk Fremont sollen die Produktionslinien für die Modelle S und X eingestellt werden, um Abläufe zu straffen. Parallel dazu ist in Texas eine neue Fabrik geplant, die auf eine jährliche Kapazität von zehn Millionen Robotern ausgelegt sein soll.

Die kommende Generation 3 des Optimus soll Hände mit 22 Freiheitsgraden erhalten – genug für rund 3.000 verschiedene Aufgaben. Zudem plant Tesla den Einsatz des hauseigenen AI5-Chips in den humanoiden Einheiten. Doch externe Faktoren bremsen den Zeitplan: Exportbeschränkungen für seltene Erden aus China haben die Fertigung erheblich verlangsamt.

OpenAI tritt in den Ring

Ein schwerer Schlag für Teslas Robotik-Ambitionen kam am 1. Juni 2026. OpenAI kündigte die Gründung einer eigenen Robotik-Sparte an. Unter der Leitung von CEO Sam Altman und Direktor Aditya Ramesh sollen 100.000 Roboter in Kalifornien eingesetzt werden. Anders als Tesla setzt OpenAI auf Partnerschaften statt auf eigene Fertigung.

Die Ankündigung ließ die Märkte reagieren: Teslas Börsenwert brach an einem Tag um rund 75 Milliarden Euro ein, die Aktie fiel um fast fünf Prozent auf etwa 415 Dollar. Analysten sehen darin ein Signal: Teslas extrem hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis – zuletzt zwischen 200 und 317 – spiegelt die Erwartung wider, dass das Unternehmen eher als Robotik- und KI-Firma denn als Autobauer erfolgreich sein muss.

Chinesische Hersteller dominieren den Markt

Während Tesla um den Produktionsstart kämpft, haben chinesische Hersteller das Feld bereits erobert. Im Jahr 2025 entfielen rund 90 Prozent der weltweiten Verkäufe humanoider Roboter auf China – insgesamt zwischen 13.000 und 18.000 Einheiten. Prognosen zufolge wird die chinesische Produktion 2026 um 94 Prozent wachsen, begünstigt durch Fertigungskosten, die nur halb so hoch sind wie im Westen.

Ein Beispiel für diese Dynamik: Unitree Robotics ging an der Shanghai STAR Market an die Börse und erreichte eine Bewertung von rund 6,2 Milliarden Euro. Das Unternehmen hat bereits über 5.500 humanoide Einheiten ausgeliefert und ist damit der weltweite Volumenführer. Zwar verlangsamte sich Unitrees Umsatzwachstum im ersten Quartal 2026 auf 68 Prozent – doch die Verkäufe humanoider Roboter haben das ursprüngliche Geschäft mit Roboterhunden bereits überholt.

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Pilotprojekte und Marktausblick

Die Branche bewegt sich von der Forschung zur industriellen Anwendung. Unternehmen wie Figure AI, Apptronik und Agility Robotics haben Einheiten in Pilotprogrammen bei BMW, Mercedes-Benz und GXO Logistics platziert. Die Roboter arbeiten derzeit in stark strukturierten Umgebungen für spezifische Aufgaben in Fertigung und Logistik.

Apptronik stockte seine Series-A-Finanzierung kürzlich auf über 935 Millionen Euro auf, um die Auslieferung seines Apollo-Roboters voranzutreiben. Die Stückkosten liegen derzeit zwischen 50.000 und 200.000 Euro – doch die Industrie peilt einen Preis unter 30.000 Euro an, um eine Massenverbreitung zu erreichen.

Die Analysten bleiben langfristig optimistisch. Barclays schätzt, dass der Markt für humanoide Roboter bis 2035 ein Volumen von 200 Milliarden Euro erreichen könnte. Morgan Stanley geht sogar von fünf Billionen Euro bis 2050 aus. Die Prognosen erwarten zwei Wellen: Zunächst konzentriert sich der Einsatz bis 2030 auf Fertigung und Logistik, danach folgen Gesundheitswesen und Bildung.

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