OpenAI expandiert: ChatGPT-Werbung startet in Japan und Südkorea
19.06.2026 - 12:50:27 | boerse-global.de
Am heutigen Freitag startete das Unternehmen seine ChatGPT-Werbeplioten in Japan und Südkorea – zeitgleich mit der Einführung des Selbstbedienungs-Tools „Ads Manager" in Großbritannien. Das Ziel: Bis 2030 jährlich 100 Milliarden Dollar mit Werbung umsetzen.
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Fünfter Markt für Selbstbedienungswerbung
Mit Großbritannien erhält nun der fünfte Markt Zugriff auf den Ads Manager. Bisher war das Tool nur in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland verfügbar. Britische Werbetreibende können sich ab sofort registrieren, Budgets festlegen und Kampagnen direkt starten. Neu hinzugekommen ist die Abrechnung nach Kosten-pro-Klick (CPC), die die bestehenden Modelle CPM (Kosten pro tausend Impressionen) und CPA (Kosten pro Akquisition) ergänzt.
Branchenexperten von Enders Analysis rechnen mit steigender Nachfrage. Allerdings könnte das strenge regulatorische Umfeld in Großbritannien das Angebotswachstum bremsen.
Partnerschaften für den asiatischen Markt
Der Einstieg in Asien erfolgt über strategische Kooperationen. In Japan arbeitet OpenAI mit den Agenturen Dentsu Digital, Hakuhodo DY ONE und CyberAgent zusammen. Die Partner liefern kontextrelevante Bild- und Textanzeigen innerhalb von ChatGPT-Unterhaltungen – zunächst für Nutzer der kostenlosen Version und des „Go"-Tarifs. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 47 Euro pro tausend Impressionen.
Auch in Südkorea startete der Pilot heute. OpenAI Korea betont, das Werbemodell solle den Zugang zu fortschrittlicher KI-Technologie verbreitern. Die Anzeigen richten sich ausschließlich an erwachsene Nutzer.
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Datenschutz und werbefreie Premium-Tarife
OpenAI hat klare Regeln für sein Werbegeschäft aufgestellt:
- Antworten bleiben unabhängig: Werbekunden können die Inhalte von ChatGPT nicht beeinflussen.
- Daten bleiben geschützt: Nutzerdaten und Gesprächsinhalte werden nicht an Werbetreibende weitergegeben. Marken erhalten nur aggregierte Kennzahlen wie Aufrufe und Klicks.
- Klare Kennzeichnung: Anzeigen sind als „gesponserte Inhalte" markiert und von KI-Antworten getrennt. Nutzer können Anzeigen ausblenden oder die Personalisierung steuern.
- Jugendschutz: Minderjährige sehen keine Werbung. Anzeigen erscheinen nicht neben sensiblen Themen wie psychischer Gesundheit oder Politik.
Premium-Nutzer der Tarife Plus, Pro, Business, Enterprise und Education bleiben vollständig werbefrei.
Rasantes Wachstum des Werbesegments
Der Schritt folgt auf eine beeindruckende Entwicklung. OpenAI startete sein Werbegeschäft Ende 2025 – der US-Test erreichte innerhalb von sechs Wochen einen annualisierten Umsatz von über 100 Millionen Dollar. Zu den ersten Werbekunden gehörten Target, Adobe und Mazda.
Marktforscher prognostizieren für das Gesamtjahr 2026 Erlöse von bis zu 2,5 Milliarden Dollar aus Werbung. Die Reichweite wächst rasant: Im April 2026 nutzten rund 30 Prozent aller US-Internetnutzer ChatGPT monatlich.
Die Einstiegshürden für Werbetreibende sind deutlich gesunken. Verlangte OpenAI Ende 2025 noch Mindestausgaben von 200.000 Dollar, sank die Schwelle im April auf 50.000 Dollar. Über Partner sind Kampagnen bereits ab 10.000 Dollar möglich.
Doch es gibt auch Warnsignale: Studien aus diesem Jahr zeigen, dass mehr als 60 Prozent der US-Erwachsenen Werbung in KI-Suchmaschinen als vertrauensmindernd empfinden. Ob das Modell auf Dauer trägt, bleibt abzuwarten.
