OpenAI erweitert ChatGPT und Codex: KI unterstützt CAD und Leiterplatten
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 22:37 Uhr | Redaktion boerse-global.deOpenAI hat eine funktionale Erweiterung für ChatGPT und Codex bekannt gegeben, mit der die Systeme physische Engineering-Workflows unterstützen. Die Modelle können künftig in Bereichen wie CAD-Konstruktion, Leiterplatten-Layouts, Simulationen und Fertigungszeichnungen eingesetzt werden.
Als erste Kooperationspartner für die neuen Fähigkeiten wurden das Motorsportteam Chip Ganassi Racing sowie der Automobilhersteller Mazda genannt. Das Unternehmen betonte zugleich, dass eine menschliche Überprüfung der erzeugten Entwürfe weiterhin erforderlich bleibt.
Praxistests und Prototypenentwicklung
Wie leistungsfähig die neuen Funktionen sind, demonstrierte OpenAI an einem internen Nebenprojekt. Das Modell GPT-6 Astra entwarf dabei ein sogenanntes Codex-Sprachgerät.
Der Entwurf umfasste das Gehäuse, das PCB-Layout inklusive Platzierung der Bauteile und Verdrahtung sowie die Benutzeroberfläche und die Firmware. Zwei Mitarbeiter realisierten das Projekt innerhalb von unter einer Woche, ohne dass direkte manuelle Eingriffe in das Design vorgenommen wurden.
Ein beauftragter Auftragsfertiger stellte daraufhin in unter einem Monat einen kleinen Satz von Prototypen her. Der Weg bis zur Serienreife verlangte jedoch mehrere Review-Runden. Das Modell hatte Fertigungsgrenzen, Toleranzen und Details der Montage nicht durchgehend konsistent berücksichtigt, was Nachbesserungen durch Fachleute notwendig machte.
Interne Nutzung und Leistungsvergleiche
Die Nachfrage nach Modellkapazitäten für solche Aufgaben wächst intern stark. Hardware-Teams von OpenAI verzeichneten seit Februar eine 23-fache Token-Nutzung. Dieser Wert bildet jedoch lediglich den Verbrauch an Rechenleistung ab und stellt keinen direkten Beleg für den tatsächlichen Engineering-Output oder eine gemessene Produktivitätssteigerung dar.
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Zudem kommen ChatGPT und Codex in den Hardware- und Infrastruktur-Teams von OpenAI für Simulationen, CAD-Modelle, Fertigungszeichnungen und Design-Reviews in den Bereichen Robotik und Recheninfrastruktur zum Einsatz. Einen konkreten Zeitplan für kommende Aktualisierungen oder einen nächsten Katalysator nannte das Unternehmen nicht.
Im Benchmark-Test BenchCAD 2.0, der die Rekonstruktion von dreidimensionalen Teilen, Baugruppen und PCB-Verbindungen überprüft, zeigte sich Entwicklungsbedarf. Während GPT-6 Astra auf der höchsten Reasoning-Stufe einen Wert von 0,594 erreichte, erzielte ein neues internes Modell von OpenAI durchschnittlich 0,875. Nähere Details zu diesem internen Modell wurden nicht veröffentlicht.
Einsatz im Motorsport und in der Automobilforschung
In der Praxis setzt Chip Ganassi Racing die Modelle ein, um 3D-Scans in editierbare CAD- und 2D-Zeichnungen zu überführen. Im ersten Jahr konzentriert sich die Kooperation auf Sensordaten, Rennabläufe und die Leistung bei Boxenstopps.
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Parallel dazu startete OpenAI eine Forschungskooperation mit Mazda, die sich auf Aerodynamik und Crashsicherheit fokussiert. Neben Luftstrom- und Struktursimulationen generiert Astra alternative Formen für die Fahrzeugfront, um den Luftwiderstand zu reduzieren.
Akihiro Nakata, Chefingenieur bei Mazda, erklärte hierzu, dass die Simulation von dutzenden Varianten einen praktischen Mehrwert biete. Veröffentlichungen der Ergebnisse sind für die nächsten Monate geplant.
Zu einer allgemeinen Verfügbarkeit der neuen Funktionen, zu Preisen sowie zu Bedingungen für den japanischen Markt machte OpenAI bislang keine Angaben.
