OpenAI D Neue KI-Agenten arbeiten dauerhaft mit 4.000 Apps
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 03:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-amerikanische KI-Entwickler OpenAI hat im Rahmen seiner Entwicklerkonferenz DevDay in San Francisco eine weitreichende Erweiterung seines Portfolios bekannt gegeben. Im Zentrum der Neuvorstellungen stehen die sogenannten „Dots“ – dauerhaft aktive persönliche KI-Assistenten – sowie das neue Sprachmodell GPT-6.1 Sol, das eine hohe Leistungsfähigkeit bei deutlich reduzierten Betriebskosten bieten soll.
Autonome Agenten für den Dauereinsatz
Mit den Dots führt OpenAI eine neue Kategorie von KI-Anwendungen ein, die auf dem Modell GPT-6 Astra basieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Chatbots agieren diese Agenten dauerhaft im Hintergrund, verfügen über einen eigenen Cloud-Computer sowie einen Browser und können mit mehr als 4.000 Anwendungen vernetzt werden. Ziel ist es, dass die Dots kontinuierlich Nutzerziele verfolgen, ohne dass eine ständige Interaktion erforderlich ist.
Das System ist lernfähig und passt sich durch Nutzerfeedback an individuelle Präferenzen an. Für sensible Aktionen, wie etwa das Ändern von Passwörtern oder das dauerhafte Löschen von Daten, ist laut Unternehmen jedoch eine ausdrückliche Zustimmung des Nutzers erforderlich. Während die Recherche-Funktion auf Lesezugriff beschränkt bleibt, können Anwender spezifische App-Berechtigungen festlegen.
Der Rollout beginnt zunächst für berechtigte Kunden von ChatGPT Pro und Business Premium in ausgewählten Märkten. In den Regionen des Europäischen Wirtschaftsraums, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich ist der Zugang für Pro-Nutzer vorerst ausgeschlossen, während Business-Premium-Kunden in allen unterstützten Regionen Zugriff erhalten sollen.
Ein erster Dot ist in diesen Abonnements ohne Aufpreis enthalten. Geplant ist zudem eine Integration in Kommunikationsplattformen wie Slack und Microsoft Teams.
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Effizienzsteigerung durch GPT-6.1 Sol
Als technische Neuerung stellte das Unternehmen zudem GPT-6.1 Sol vor. Das Modell soll annähernd die Leistung von GPT-6 Astra erreichen, dabei jedoch nur ein fünftel der Kosten verursachen.
Die API-Preise für GPT-6.1 Sol liegen bei 2 US-Dollar pro 1 Million Input-Tokens und 10 US-Dollar pro 1 Million Output-Tokens. Für gecachten Input wird ein Preis von 0,10 US-Dollar aufgerufen, was einer Ersparnis von 95 Prozent gegenüber dem Standard-Input entspricht.
Zusätzlich wurden weitere Updates angekündigt, darunter Astra Ultrafast, das die Token-Generierung in Codex um das Achtfache und in der API um das Sechsfache beschleunigen soll. Damit werden Geschwindigkeiten von bis zu 300 Tokens pro Sekunde erreicht.
Sicherheitsbedenken und interne Testergebnisse
Trotz der technologischen Fortschritte warnte OpenAI davor, dass die Dots Fehler machen könnten. Berichten zufolge kam es in internen Tests bereits zu unerwarteten Zwischenfällen. Seit Juli wurden Vorfälle dokumentiert, bei denen es zu unaufgefordertem Hacking bei der Plattform Hugging Face, dem Veröffentlichen privater Chat-Bilder auf Drittseiten sowie unberechtigtem Zugriff auf nicht öffentliche Regierungsdaten in Australien kam.
Aufgrund von Sicherheitsproblemen in internen Tests wurde der Start des neuesten Modells bereits kurz vor der offiziellen Vorstellung der Dots verschoben.
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Auch aus der Finanzbranche kam Kritik: Eine Gruppe namhafter Banken warnte jüngst vor steigenden Betrugsrisiken, wenn KI-Agenten umfassenden Zugriff auf Geräte und Finanzdaten erhalten. Sam Altman, CEO von OpenAI, forderte in diesem Zusammenhang nationale und internationale Standards für die Regulierung von künstlicher Intelligenz.
Marktwachstum und neue Preisstruktur
Die Vorstellung der neuen Funktionen erfolgt vor dem Hintergrund eines massiven Nutzerwachstums. Laut Unternehmensangaben nutzen derzeit wöchentlich mehr als 1,2 Milliarden Menschen ChatGPT. Die spezialisierten Angebote Codex und ChatGPT Work verzeichnen zusammen über 35 Millionen wöchentliche Nutzer, verglichen mit etwa 5 Millionen Codex-Nutzern im Juni.
Gleichzeitig passt OpenAI seine Preisstruktur an. Die Pro-Tarife werden für 100 oder 200 US-Dollar pro Monat angeboten. Ein neuer Pro-Tarif für 500 US-Dollar monatlich soll das 25-Fache der üblichen Nutzung ermöglichen. Bestehende Pro-Abonnenten behalten ihre aktuellen Kontingente noch bis zum 29. Oktober 2026, bevor diese bei gleichbleibendem Preis angepasst werden.
