OpenAI: ChatGPT zeigt Werbung in Südkorea und Japan ab heute
19.06.2026 - 09:47:28 | boerse-global.de
Der KI-Konzern bringt seine Werbepläne nach Ostasien – ChatGPT-Nutzer in Südkorea und Japan sehen ab heute erstmals Anzeigen.
OpenAI hat sein Werbeprogramm auf Ostasien ausgeweitet. Seit dem 19. Juni 2026 laufen Pilotprojekte für ChatGPT in Südkorea und Japan. Die Anzeigen richten sich gezielt an Nutzer der kostenlosen Version und des günstigen „Go"-Tarifs. Für das Unternehmen ist dies ein wichtiger Schritt, um seine Einnahmen unabhängiger von Premium-Abonnements zu machen.
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Werbung nur für bestimmte Nutzergruppen
Die Werbeeinblendungen sind ausschließlich für erwachsene Nutzer der ChatGPT Free- und Go-Pläne vorgesehen. In Südkosten kostet der Go-Tarif umgerechnet rund 13.000 Won pro Monat, in Japan zahlen Nutzer etwa 1.400 Yen. Kunden der teureren Abos – Plus, Pro, Business, Enterprise und Education – bleiben weiterhin werbefrei.
Kim Kyung-hoon, OpenAI-Chef für Südkorea, erklärte, die Einführung von Werbung solle den Zugang zu fortschrittlichen KI-Funktionen ermöglichen, ohne die Kosten für die Nutzer zu erhöhen. Die Expansion folgt auf frühere Pilotprojekte in den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland.
Partnerschaften mit japanischen Werberiesen
In Japan hat OpenAI strategische Kooperationen mit großen Werbeagenturen geschlossen – darunter Dentsu Digital, Hakuhodo DY ONE und CyberAgent. Das Werbemodell setzt auf kontextuelle Relevanz: Fragt ein Nutzer etwa nach einem Kochrezept, könnten Anzeigen für passende Zutaten oder lokale Supermärkte eingeblendet werden.
Die Werbepreise in Japan liegen Berichten zufolge bei etwa 5.000 Yen pro 1.000 Einblendungen. Die Anzeigen sind klar als „Gesponserter Inhalt" gekennzeichnet und erscheinen getrennt von den KI-generierten Antworten – so bleibt die Grenze zwischen organischen Inhalten und bezahlten Platzierungen für die Nutzer erkennbar.
Datenschutz und Werbebeschränkungen
OpenAI betont, dass Werbekunden keinen Einfluss auf die KI-Antworten haben. Auch erhalten sie keine persönlichen Daten oder Chatverläufe einzelner Nutzer. Stattdessen bekommen Werbetreibende nur aggregierte Leistungsdaten wie Gesamtaufrufe und Klickraten.
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Das Unternehmen hat zudem strenge Grenzen für Werbeinhalte festgelegt. Anzeigen sind für Minderjährige gesperrt und erscheinen nicht neben sensiblen Themen wie psychischer Gesundheit, medizinischen Daten oder politischen Diskussionen. Nutzer können einzelne Anzeigen zudem ausblenden.
Vom Notfallplan zum Milliardenprojekt
Der Vorstoß in die Werbung markiert einen bemerkenswerten Kurswechsel. Anfang 2024 hatte OpenAI-CEO Sam Altman Werbung noch als letzte Option für das Unternehmen bezeichnet. Doch das Potenzial ist gewaltig: Branchenberichten zufolge erzielte das Werbegeschäft in den USA bereits innerhalb von sechs Wochen nach dem Start einen annualisierten Umsatz von über 100 Millionen Euro. Langfristig peilt das Unternehmen bis 2030 Werbeeinnahmen von 100 Milliarden Euro an.
Neue Verwaltungstools für Unternehmen
Parallel zur Werbeausweitung führte OpenAI am 18. Juni 2026 neue administrative Funktionen für Enterprise-Kunden ein. Eine globale Admin-Konsole bietet nun detaillierte Nutzungsanalysen und Ausgabenkontrollen. Administratoren können den Kreditverbrauch verschiedener Modelle überwachen und Budgetgrenzen für Abteilungen oder einzelne Mitarbeiter festlegen.
Ebenfalls neu: die Funktion „Geplante Aufgaben", die am 19. Juni 2026 für Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Nutzer startete. Sie ermöglicht die Verwaltung wiederkehrender oder einmaliger KI-Aufgaben und Benachrichtigungen und ersetzt die bisherige „Pulse"-Funktion. Die Anzahl der möglichen Aufgaben variiert je nach Tarif – von drei Aufgaben für Go-Nutzer bis zu 15 für Pro- und Enterprise-Abonnenten.
