OpenAI, Microsoft

OpenAI bricht mit Microsoft auf: Erste KI-Dienste außerhalb der Cloud

29.05.2026 - 15:56:34 | boerse-global.de

OpenAI schließt ersten Cloud-Deal außerhalb von Microsoft ab und verzeichnet in Südkorea zehnfaches Nutzerwachstum von ChatGPT Codex.

OpenAI bricht mit Microsoft auf: Erste KI-Dienste außerhalb der Cloud - Foto: über boerse-global.de
OpenAI bricht mit Microsoft auf: Erste KI-Dienste außerhalb der Cloud - Foto: über boerse-global.de

** Eine strategische Partnerschaft mit dem japanischen Unternehmen Datasection sowie eine Führungskonferenz in Südkorea markieren den nächsten Schritt der Expansion – und das erstmals außerhalb der Microsoft-Cloud.

Erster Schritt weg von Microsoft

Die Zusammenarbeit mit Datasection sieht die Integration der OpenAI-API in die TAIZA-Plattform des japanischen Unternehmens vor. Entscheidend ist: Es handelt sich um den ersten Einsatz von OpenAI-Diensten außerhalb der Microsoft-Cloud-Umgebung. Möglich wurde dies durch eine Aktualisierung der Partnerschaft mit Microsoft im April 2026, die OpenAI mehr Flexibilität bei der Wahl seiner Cloud-Strategie einräumt.

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Datasection betreibt ein Netzwerk von über 20.000 Grafikprozessoren (GPUs) an Standorten in Japan, Australien und Thailand. Die Nachricht über die Partnerschaft ließ den Aktienkurs des Unternehmens Ende Mai um 20 Prozent auf 6.140 Yen (etwa 37 Euro) steigen. Datasection-CEO Ishihara bezeichnete die Zusammenarbeit als „entscheidenden Schritt“ für den Aufbau regionaler Infrastruktur und die Entwicklung sogenannter „souveräner KI“-Fähigkeiten.

Südkorea: ChatGPT Codex im Aufwind

Parallel zur Expansion nach Japan veranstaltete OpenAI am 27. Mai 2026 seinen ersten Führungskräfte-Gipfel in Südkorea. Beim „Exec Summit“ sprachen unter anderem Chief Strategy Officer Jason Kwon, Vice President Ashley Kramer und General Manager Kim Kyunghoon vor regionalen Wirtschaftsführern.

Die präsentierten Daten zeigen eine bemerkenswerte Entwicklung: Die wöchentlichen Nutzerzahlen von ChatGPT Codex in Südkorea haben sich verzehnfacht. Noch überraschender: Mehr als 50 Prozent der Codex-Anfragen im Land dienen nicht mehr der Softwareentwicklung, sondern allgemeinen Unternehmensabläufen. Eine Fallstudie beim südkoreanischen Spieleentwickler Krafton ergab eine Akzeptanzrate von 97,2 Prozent für KI-Tools unter den Mitarbeitern.

Nvidia-Chef reist nach Südkorea

Die Expansion der KI-Dienste fällt mit bedeutenden Hardware-Entwicklungen in der Region zusammen. Nvidia-CEO Jensen Huang kündigte für den 28. Mai 2026 einen Besuch in Südkorea an, um über den weiteren KI-Ausbau zu sprechen. Mehr als 250.000 Nvidia-GPUs sind bereits in südkoreanischen Sovereign Clouds und KI-Produktionsstätten im Einsatz.

Samsung beliefert Nvidia weiterhin mit High-Bandwidth-Memory (HBM)-Chips. Im Fokus von Huangs Besuch stehen zudem mögliche Kooperationen mit Hyundai im Bereich Robotik und autonomes Fahren.

Asien: Boom ohne Strategie?

Trotz des Infrastrukturbooms fehlt es Südostasien an einer einheitlichen KI-Strategie. Khailee Ng von 500 Global wies darauf hin, dass die ASEAN-Staaten zwar erhebliche Investitionszusagen erhalten haben – darunter 2,2 Milliarden US-Dollar für Malaysia, 1,7 Milliarden für Indonesien und 2,7 Milliarden für Thailand –, aber keinen gemeinsamen Rahmen für KI als kritische Infrastruktur entwickelt haben.

In Indien wandeln sich die Global Capability Centres (GCCs) zunehmend von traditionellen Back-Office-Einheiten zu KI-gesteuerten Innovationszentren. Sie automatisieren Aufgaben in Marketing, Personalwesen, Finanzen und Content-Erstellung – in Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Konsumgüter.

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