OpenAI, Chrome-Erweiterung

OpenAI aktualisiert Chrome-Erweiterung: ChatGPT erledigt Webaufgaben selbst

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 11:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ChatGPT kann Browserinhalte auswerten und Tabs steuern; Nutzer müssen Seitenzugriffe bestätigen, während GPT-Live-1.1 ausgerollt wird.
Ein minimalistischer, moderner Arbeitsplatz mit einem Holztisch vor einem Fenster bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

OpenAI hat seine Browser-Erweiterung für Google Chrome umfassend aktualisiert. Wie aus Branchenberichten vom 16. Oktober 2026 hervorgeht, ist ChatGPT durch die Neuerung in der Lage, Inhalte aus geöffneten Browser-Tabs zu erfassen und eigenständige agentische Aufgaben direkt im Webbrowser auszuführen. Die zusätzlichen Werkzeuge stehen Nutzern in sämtlichen ChatGPT-Abonnements ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung.

Im sogenannten Chat-Modus erfasst das System Informationen über mehrere geöffnete Registerkarten hinweg und gleicht diese miteinander ab. Als Anwendungsbeispiel gilt etwa der parallele Vergleich verschiedener Produktseiten für Möbelstücke nach Kriterien wie Maßen, Materialien, Lieferzeiten oder Rückgabebedingungen.

Automatisierte Steuerung im Arbeitsmodus

Für weitergehende Interaktionen bietet die Erweiterung einen Arbeitsmodus, in dem ChatGPT die Steuerung der Tabs übernimmt. Das System kann Eingabefelder ausfüllen, E-Mails und Nachrichten verfassen und absenden, Dateien herunterladen sowie geöffnete Tabs thematisch gruppieren. Um Fehleingaben zu vermeiden, hält der Assistent vor dem endgültigen Absenden von Webformularen automatisch inne und wartet auf eine Freigabe durch den Nutzer.

Als technische Voraussetzung nennt das Unternehmen das Zusammenspiel der offiziellen Chrome-Erweiterung mit der installierten ChatGPT-Desktop-Anwendung. In den Einstellungen muss die Funktion zur Computer-Nutzung aktiviert sein; die gezielte Ansteuerung des Browsers erfolgt im Eingabefeld über das At-Zeichen.

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Die Erweiterung verzeichnet laut Angaben im Chrome Web Store rund 7 Millionen Nutzer. Neben Chrome lässt sich das Werkzeug auch auf Basis-Browsern wie Microsoft Edge, Brave, Opera und Vivaldi einsetzen, wobei Opera zwar den Tab-Aufruf und die Steuerung unterstützt, jedoch auf die Seitenleiste verzichtet.

Sicherheitsabfragen und Zugriffsbeschränkungen

Die integrierte Seitenleiste ermöglicht den Zugriff auf den gesamten bisherigen Chat-Verlauf sowie den Wechsel zwischen den Modi. Markierte Texte auf Webseiten können über das Kontextmenü der rechten Maustaste direkt übersetzt, erklärt oder zusammengefasst werden. Zudem lassen sich zeitgestempelte Video-Transkripte von YouTube analysieren, um spezifische Stellen im Video aufzufinden.

Da die Erweiterung auch auf Webseiten zugreifen kann, bei denen der Nutzer aktiv eingeloggt ist – darunter Plattformen wie LinkedIn, Salesforce oder Gmail –, gelten verschärfte Sicherheitsvorgaben.

Jeder neue Seitenzugriff verlangt eine explizite Bestätigung, die einmalig, dauerhaft oder ablehnend erteilt werden kann. Für den Browserverlauf bleibt eine pauschale Dauerfreigabe technisch ausgeschlossen; hier ist stets eine gesonderte Einzelabfrage nötig.

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OpenAI mahnt zur Vorsicht beim Einsatz in sensiblen Bereichen wie Online-Banking, vertraulichen Mail-Postfächern oder Krankenakten. Als potenzielle Risiken werden Angriffe über manipulierte Webseiteninhalte genannt, sogenannte Prompt-Injections. Ebenso bestehe die Möglichkeit, dass die künstliche Intelligenz Preise oder Formulardaten fehlerhaft interpretiert.

Rollout nach dem Ende von Atlas

Die Bereitstellung der Funktionen erfolgt schrittweise und variiert je nach Land, Workspace-Konfiguration und Versionsstand der Desktop-App. Der Ausbau der Erweiterung folgt zeitlich auf das Ende des früheren ChatGPT-Atlas-Browsers; bereits vorhandene Lesezeichen, Verläufe oder offene Registerkarten aus dem Atlas-Programm werden nicht automatisch in Chrome oder andere Browser übernommen.

Flankierend dazu rollt OpenAI das Sprachmodell GPT-Live-1.1 für ChatGPT, Codex und Dots an alle Nutzer aus. Die Aktualisierung umfasst 13 neue Stimmen sowie eine verbesserte Sprachverarbeitung für mehrere Sprachen, darunter Deutsch, Französisch, Hindi, Koreanisch, Japanisch und mexikanisches Spanisch. Eine entsprechende Anpassung der Programmierschnittstelle befindet sich in Vorbereitung.

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