Online-Shops: Gericht verpflichtet zu klaren Zahlungs-Angaben
28.06.2026 - 13:23:40 | boerse-global.de
Ein Gericht entschied: Bieten sie „Kauf auf Rechnung“ an, aber nur nach Bonitätsprüfung, müssen sie das schon in der Anzeige klarstellen.
Das Urteil vom 27. Juni 2026 betrifft Zahlungsdienstleister wie PayPal. Sie geben den Rechnungs- oder Ratenkauf oft erst nach einer automatisierten Kreditwürdigkeitsprüfung frei. Künftig ist diese Hürde für Kunden von Anfang an erkennbar.
Bundestag beschloss neue Regeln im April
Bereits im April 2026 hatte der Bundestag die Regeln für Zahlungsmodelle mit späterer Fälligkeit verschärft. Grund: Die Verbreitung von „Buy Now, Pay Later“ (BNPL) wächst rasant. 2025 wurden erstmals über zehn Millionen neue Ratenkredite verzeichnet.
Die Gesetzgebung zielt auf besseren Verbraucherschutz und die Prävention von Überschuldung. Verbraucherschützer fordern seit Langem einen stärkeren Schutz vor der unkontrollierten Anhäufung von Kleinkrediten.
BaFin warnte bereits im Februar
Ein Gerichtsurteil vom Juni 2026 verpflichtet Online-Shops, Bonitätsprüfungen bei Rechnungskauf bereits in der Anzeige zu nennen. Wer das ignoriert, riskiert Abmahnungen. Die kostenlose Checkliste zeigt, wie Sie Ihre Zahlungsangaben rechtssicher gestalten. Kostenlose Checkliste anfordern
Die Finanzaufsicht BaFin hatte Anfang Februar 2026 vor den spezifischen Risiken von BNPL-Angeboten gewarnt. Besonders gefährdet: Single-Haushalte und Menschen, die durch Krankheit oder Sucht in finanzielle Schieflage geraten.
Parallel zur strengeren Regulierung reagiert PayPal auf den Wettbewerbsdruck. Der Bezahldienst integriert 30 neue lokale Zahlungsmethoden für Händler in Europa und weiteren Regionen. Branchenkenner werten das als Antwort auf Konkurrenten wie den europäischen Bezahldienst Wero, der im Sommer 2024 startete.
Sicherheitslücken bleiben Herausforderung
Betrifft Sie das? Ab Juli 2026 gelten neue Pflichten für BNPL-Angebote. Mit der Checkliste prüfen Sie in 5 Minuten, ob Ihr Shop abmahnfest ist. Checkliste per E-Mail sichern
PayPal kämpft zudem immer wieder mit Sicherheitsproblemen. Kriminelle versuchen regelmäßig, Zugangsdaten abzugreifen. Auch zeitweise Ausfälle der Sicherheitssysteme führten in der Vergangenheit zu Zahlungsstopps. Die Vorfälle zeigen: Robuste technische Infrastrukturen sind im digitalen Bezahlen essenziell.
Die Neuregelungen fallen in eine Zeit allgemeiner Reformen im Sozial- und Finanzwesen. Ab dem 1. Juli 2026 tritt die Reform der Grundsicherung in Kraft. Das Bürgergeld wird umbenannt, die Anrechnung von Vermögen und die Sanktionsregeln werden neu geordnet. Diese Änderungen könnten indirekt das Konsumverhalten und die Nachfrage nach kurzfristigen Finanzierungslösungen im Online-Handel beeinflussen.
