USA, Computer

Zuckerberg verteidigt Meta im Prozess um Suchtpotenzial

18.02.2026 - 20:50:40 | dpa.de

Online-Plattformen wird in einer US-Klage vorgeworfen, dass ihre Dienste süchtig machten. Die Firmen wehren sich. Meta-Chef Mark Zuckerberg tritt in den Zeugenstand.

Instagram steht im Mittelpunkt eines US-Prozesses um das Suchtpotenzial sozialer Medien. (Archivbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa
Instagram steht im Mittelpunkt eines US-Prozesses um das Suchtpotenzial sozialer Medien. (Archivbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat in einem potenziell folgenschweren US-Prozess um das Suchtpotenzial sozialer Medien die Vorgehensweise seines Unternehmens verteidigt. So sagte Zuckerberg, dass der Facebook-Konzern Meta keine Ziele für Nutzungszeiten seiner Apps mehr setze, wie das «Wall Street Journal» aus dem Gerichtssaal in Los Angeles berichtete.

Der Meta-Chef räumte auch ein, dass auf Dienste des Konzerns wie Instagram zum Teil auch Nutzer unter 13 Jahren zugreifen, obwohl das gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Ihre Accounts würden entfernt, wenn dies auffalle, sagte er dem Fernsehsender CNBC zufolge.

Potenziell wegweisender Prozess

In dem Prozess wirft die 20-jährige Klägerin, die nur unter den Initialen KGM auftritt, Online-Plattformen vor, sie hätten ihre Dienste absichtlich so gestaltet, dass Nutzer süchtig danach werden. Dabei geht es zum Beispiel um die Funktion, bei der man immer weiter zum nächsten Beitrag weiterscrollen kann. Die Frau fing ihren Angaben zufolge bereits als Kind an, die Plattformen zu nutzen - und führt ihre Depressionen und Angstzustände darauf zurück. 

Die Klage richtet sich aktuell gegen Googles Videoplattform Youtube und den Foto- und Videodienst Instagram, der zum von Zuckerberg geführten Konzern Meta gehört. Die Unternehmen hinter den ursprünglich ebenfalls verklagten Konkurrenten Snapchat und Tiktok waren durch einen Vergleich dem Prozess entgangen.

Der Ausgang des Verfahrens könnte wegweisende Wirkung für hunderte weitere Klagen ähnlicher Art haben.

Konzern weist Vorwürfe zurück

Meta wies bereits zu Beginn des Verfahrens jegliche Verantwortung zurück. Die Geschworenen stünden in Los Angeles vor der Frage, ob Instagram ein wesentlicher Faktor für die psychischen Probleme der Klägerin gewesen sei, hieß es in einer Stellungnahme des Konzerns. «Das Beweismaterial wird demonstrieren, dass sie schon lange, bevor sie überhaupt soziale Medien nutzte, vor vielen erheblichen und schwierigen Herausforderungen stand.» Zu Prozessbeginn hatten die Meta-Anwälte argumentiert, die psychischen Probleme der Klägerin gingen auf Misshandlungen und instabile Verhältnisse in der Familie zurück.

Meta verweist auch auf über die Jahre eingeführte Maßnahmen zum Schutz junger Nutzer wie spezielle Accounts für Teenager und Aufsichtsfunktionen für Eltern. 

Youtube hält sich nicht für soziales Netzwerk

Zum Prozessauftakt wies auch ein Anwalt der Google-Videoplattform Youtube die Vorwürfe zurück. Die Klägerin sei nicht süchtig nach Youtube - und die Plattform gehöre auch nicht zur Kategorie soziale Medien, sondern sei eher ein Streaming-Dienst wie Disney+ oder Netflix, sagte er Medienberichten zufolge. Auch gebe es keine Hinweise auf exzessiven Konsum von Youtube-Videos durch die Klägerin. Von 2020 bis 2024 habe sie im Schnitt 29 Minuten pro Tag die Plattform genutzt, sagte er der Website «Courthouse News Service» zufolge.

de | wissenschaft | 68591570 |

Weitere Meldungen

Anne Hathaway warnt vor KI-Bewerbungen Schauspielerin Anne Hathaway warnt vor Massenbewerbungen mit KI-Tools wie ChatGPT. (Ausland, 19.06.2026 - 13:12) weiterlesen...

Vorbestellungen für nächstes «GTA»-Spiel starten am 25. Juni. Auf kaum ein Videospiel warten Fans so aufgeregt wie auf «Grand Theft Auto VI». Nach Verzögerungen kann man es ab dem 25. Juni vorbestellen. Damit dürfte auch das Erscheinen im November sicher sein. Vorbestellungen für nächstes «GTA»-Spiel starten am 25. Juni (Wissenschaft, 18.06.2026 - 16:42) weiterlesen...

Apple-Chef: Preiserhöhungen sind unvermeidlich. Apple gelang es recht lange, die Preise weitgehend stabil zu halten - doch damit ist nun Schluss. Der rapide Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz macht Speicherchips drastisch teurer. (Wissenschaft, 18.06.2026 - 01:17) weiterlesen...

Cloud-Abhängigkeit: Firmen fordern Alternativen. Welche Kompromisse Unternehmen für mehr Souveränität eingehen würden. Viele Firmen wünschen sich Cloud-Lösungen aus Deutschland, doch die Realität sieht anders aus. (Wissenschaft, 17.06.2026 - 10:55) weiterlesen...

Snapchat-Firma bringt Brillen mit Mini-Display auf den Markt. Die Firma hinter einer Foto-App will unter den Ersten sein. Brillen mit durchsichtigen Gläsern, in denen Informationen eingeblendet werden können, sind seit langem ein Traum im Silicon Valley. (Wissenschaft, 17.06.2026 - 10:03) weiterlesen...

Musks Weltraumfirma SpaceX überholt Amazon an der Börse. Doch in den ersten Handelstagen treibt die Nachfrage der Anleger den Kurs noch höher. Die Weltraumfirma SpaceX von Elon Musk ging bereits mit einer ungewöhnlich hohen Bewertung an die Börse. (Wissenschaft, 16.06.2026 - 18:23) weiterlesen...