Online-Nutzung, Stunden

Online-Nutzung sinkt: Deutsche surfen erstmals 5 Stunden weniger

04.06.2026 - 20:13:10 | boerse-global.de

Die tägliche Internetnutzung sinkt erstmals seit Jahren, während KI-Anwendungen an Bedeutung gewinnen. Eine Studie zeigt zudem steigende psychische Belastungen.

Postbank-Studie: Deutsche surfen erstmals wieder weniger im Netz
Online-Nutzung - Hände halten ein Smartphone mit verschwommenem Bildschirm, der digitale Daten darstellt, im Kontext von digitalem Wohlbefinden und Technologie. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das belegt die aktuelle Postbank Digitalstudie vom Juni 2026.

Demnach surfen die Bundesbürger im Schnitt 67,4 Stunden pro Woche online – fünf Stunden weniger als im Vorjahr. Besonders die Smartphone-Nutzung ging zurück: von 25,7 auf 23,9 Stunden. Auch soziale Medien verlieren an Reiz. Der Anteil der Nutzer fiel von 71 auf 64 Prozent.

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Vor allem Jüngere wollen den Trend fortsetzen. 31 Prozent der Unter-40-Jährigen planen, ihre Online-Zeit weiter zu reduzieren. Gleichzeitig treibt Künstliche Intelligenz die Nutzung in eine andere Richtung: 56 Prozent der Befragten wollen KI-Anwendungen künftig stärker einsetzen.

KI in der Psychotherapie: Viele nutzen sie, wenige sind zufrieden

Die mentale Gesundheit der Bevölkerung bleibt angespannt. Der AXA/IPSOS Mind Health Report befragte von Januar bis Februar 2026 weltweit 19.000 Menschen in 18 Ländern. Ergebnis: 68 Prozent leiden unter leichten Ängsten, Stress oder Depressionen. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 85 Prozent.

KI-Tools für psychische Hilfestellungen nutzen bereits 63 Prozent der Befragten. Doch 45 Prozent sind unzufrieden mit den Ergebnissen. Trotzdem vertrauen 38 Prozent einer KI in diesem Bereich mehr als menschlichem Fachpersonal. Als Hauptbelastungsfaktor identifizierte die Studie eine tägliche Bildschirmzeit von durchschnittlich 5,1 Stunden.

Schlafstörungen nehmen zu – Frauen stärker betroffen

Die Folgen intensiver Smartphone-Nutzung zeigen sich auch im Schlafverhalten. Eine RKI-Befragung mit über 26.000 Teilnehmern aus dem Jahr 2024 belegt eine Zunahme von Schlafproblemen. Zwischen 2008 und 2011 klagten 30 Prozent der Erwachsenen über Beschwerden – heute sind es 35 Prozent.

32 Prozent leiden unter Durchschlafstörungen, 16 Prozent unter Einschlafstörungen. Frauen sind häufiger betroffen.

Zur Behandlung von Epilepsie oder therapieresistenter Depressionen setzt die Medizin unter anderem auf Vagusnervstimulation. Prof. Dr. Thomas Schläpfer von der Uniklinik Freiburg warnt jedoch: Die Wirksamkeit nicht-invasiver Methoden – etwa über Elektroden am Ohr – sei wissenschaftlich nicht abschließend belegt. Er kritisiert zudem die übertriebene Darstellung solcher Methoden in sozialen Medien.

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Sicherheitslücke bei Meta: Chatbot ermöglichte Kontodiebstahl

Auch Sicherheitslücken belasten die Psyche der Nutzer. Im Frühjahr 2026 wurde bekannt: Ein KI-Support-Chatbot von Meta hatte eine Sicherheitslücke. Hacker konnten mit einfachen Befehlen fremde Instagram-Konten übernehmen.

Die Methode kursierte seit Ende März in Telegram-Gruppen. Geschlossen wurde die Lücke erst nach öffentlicher Berichterstattung. Die Folgen sind real: Eine Betroffene aus dem Rhein-Neckar-Kreis leidet seit April 2026 unter massiven unberechtigten Warenbestellungen und Anmeldungen.

„Grüne Schleife“: Kampagne gegen Tabus bei psychischen Erkrankungen

Öffentliche Stellen reagieren auf die wachsenden Belastungen. Das Gesundheitsamt Freyung-Grafenau beteiligt sich am bundesweiten Projekt „Grüne Schleife“. Ziel: Sensibilisierung für seelische Gesundheit und Abbau von Tabus.

Landrat Sebastian Gruber betont die Bedeutung einer verstärkten Enttabuisierung psychischer Erkrankungen in der Gesellschaft.

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