Omega-3-Präparate: Hochdosiertes DHA schützt nicht vor Alzheimer
24.06.2026 - 21:40:05 | boerse-global.de
Eine neue Studie der Keck Medicine of USC macht Schluss mit diesem Glauben. Selbst hochdosierte Gaben von Docosahexaensäure (DHA) verbessern die Hirnleistung bei Risikopatienten nicht signifikant.
Die im Juni 2026 im Fachjournal eBioMedicine veröffentlichte Untersuchung beobachtete 365 Erwachsene zwischen 55 und 80 Jahren über zwei Jahre. Alle Teilnehmer hatten ein erhöhtes Alzheimer-Risiko, 47 Prozent trugen das APOE4-Gen. Ihre Omega-3-Zufuhr über die Nahrung war gering.
Kein messbarer Nutzen trotz nachweislicher Aufnahme
Die Probanden erhielten täglich entweder 2000 Milligramm DHA oder ein Placebo. Die DHA-Konzentration im Liquor stieg nach sechs Monaten um 17 Prozent, in den roten Blutkörperchen von 4,9 auf 11 Prozent. Doch ein klinischer Nutzen blieb aus.
Der kognitive Score der DHA-Gruppe verbesserte sich um 2,76 Punkte, die Placebo-Gruppe legte um 2,67 Punkte zu – kein signifikanter Unterschied. Auch das Volumen des Hippocampus, einer zentralen Gedächtnisregion, schrumpfte in beiden Gruppen gleichermaßen.
„Fischölpräparate schützen nicht vor Alzheimer“, sagte Studienleiter Dr. Hussein Naji Yassine. Diese Einschätzung stützen weitere aktuelle Untersuchungen.
Widersprüchliche Befunde aus der Forschung
Die im Journal Nature Aging veröffentlichte DO-HEALTH-Studie deutet zwar an, dass Omega-3-Fettsäuren das biologische Altern um etwa 2,9 bis 3,8 Monate verlangsamen können. Einen spezifischen Schutz vor Alzheimer bieten sie jedoch nicht.
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Noch kritischer: Beobachtungsdaten der Alzheimer's Disease Neuroimaging Initiative legen nahe, dass Omega-3-Supplemente in manchen Fällen sogar mit einem schnelleren kognitiven Abbau verbunden sein könnten. Fachleute raten daher von isolierten Präparaten zur Vorbeugung ab.
Risikofaktoren im Fokus: Blutdruck und Darmflora
Die Forschung richtet den Blick zunehmend auf ein breiteres Spektrum an Risikofaktoren. Eine Studie der Michigan Technological University vom Juni 2026 identifizierte Bluthochdruck als Faktor, der das Alzheimer-Risiko um das 1,57-Fache erhöht. Noch deutlicher fiel der Zusammenhang bei chronisch niedrigem Blutdruck aus: Hier lag das Risiko 2,74-fach höher.
Die University of Technology Sydney brachte zudem frühere Blinddarmoperationen als statistischen Risikofaktor ins Spiel und verwies auf die Bedeutung einer hohen mikrobiellen Vielfalt im Darm.
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Während die medikamentöse Prävention durch Omega-3-Präparate an Rückhalt verliert, setzen Experten auf einen ganzheitlichen Ansatz. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung – etwa die Mittelmeerküche – sowie die Kontrolle von Herz-Kreislauf-Risikofaktoren.
