EWE, Kunden

O2 und EWE: 800.000 Kunden wechseln zu Telefónica ab Juli

16.06.2026 - 22:23:26 | boerse-global.de

Telefónica gewinnt 800.000 EWE-Kunden und erreicht 99 Prozent 5G-Abdeckung in Deutschland.

MediaMarkt Kampagne: Doppelte SIM-Karte im O2-Netz
EWE - Two O2 SIM cards beside a Xiaomi Redmi smartphone, with a blurred background suggesting network infrastructure and data flow. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Elektronikhändler MediaMarkt startet eine aggressive Kampagne mit doppelter SIM-Karte im O2-Netz.

Seit dem 15. Juni 2026 können Kunden ein ungewöhnliches Paket schnüren: Ein Xiaomi Redmi Note 15 Pro+ 5G inklusive zwei separater 15-GB-Datentarife für monatlich rund 14 Euro. Die Aktion zielt klar auf preisbewusste Vielnutzer ab – und zeigt, wie hart der Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt geworden ist.

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EWE wechselt die Seiten: 800.000 Kunden kommen zu O2

Doch das ist längst nicht die einzige Bewegung im Markt. Telefónica Deutschland hat einen strategischen Coup gelandet: Der Regionalanbieter EWE wechselt von Vodafone zu O2. Ab Juli 2026 werden Neukunden auf die Telefónica-Infrastruktur umgestellt, Bestandskunden erhalten ab September Angebote für den Wechsel.

Insgesamt geht es um rund 800.000 Kunden – ein dicker Fisch für den Münchner Netzbetreiber. Die Partnerschaft umfasst nicht nur Mobilfunk, sondern auch Enterprise-Lösungen, 5G Network Slicing und das Internet der Dinge (IoT). Im Gegenzug erhält Telefónica Zugang zu EWE-Funkmasten für den weiteren 5G-Ausbau.

5G für fast alle: 99 Prozent der Deutschen erreicht

Telefónica meldet zum heutigen Dienstag einen wichtigen Meilenstein: 99 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen mit dem 5G-Netz erreichbar. Rund 29.000 Standorte machen das möglich – allein 2025 führte der Konzern etwa 8.000 einzelne Ausbaumaßnahmen durch. Ein neuer Mast in Amtmannsdorf ist das jüngste Beispiel.

Doch nicht nur in Deutschland läuft der Ausbau auf Hochtouren. Im britischen Suffolk hat Virgin Media O2 am 16. Juni das 5G-Standalone-Netz (5G+) aktiviert. Über 760.000 Einwohner in 434 Städten und Dörfern profitieren davon – darunter Ipswich und Lowestoft. Landesweit erreicht der Dienst inzwischen mehr als 85 Prozent der Briten.

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Bahnstrecke Brighton Main Line: Schluss mit Funklöchern?

Ein weiteres Projekt zielt auf eine der meistbefahrenen Bahnstrecken Großbritanniens ab. O2 hat mit Cellnex UK einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet, um die 108 Kilometer lange Brighton Main Line mit 5G zu versorgen. Täglich nutzen rund 300.000 Passagiere die Strecke, die über die Londoner Knotenpunkte London Bridge und Victoria führt. Ziel: 99 Prozent 5G-Abdeckung entlang der gesamten Trasse.

London hinkt hinterher: Nur Platz 88 im weltweiten Ranking

Trotz aller Fortschritte bleibt die reale Netzqualität ein Reizthema. Der britische Abgeordnete Tom Tugendhat kritisierte zuletzt scharf die Mobilfunkversorgung in London – und sprach von einer „beinahe monopolartigen“ Marktposition der großen Anbieter. Ein Blick auf die Daten gibt ihm recht: Laut Ookla belegt London weltweit nur Platz 88 bei der mobilen Breitbandleistung. Die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit liegt bei mageren 108 Mbit/s.

EuGH muss entscheiden: Sind Drosselklauseln legal?

Ein Grundsatzkonflikt beschäftigt derweil die Gerichte. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hat am 12. Juni 2026 eine einstweilige Verfügung der Bundesnetzagentur gestoppt. Die Behörde wollte Drosselungsklauseln für Vielnutzer („Heavy User“) verbieten lassen. Nun geht der Fall zum Europäischen Gerichtshof (EuGH). Die Frage: Sind solche Depriorisierungs-Regeln mit den europäischen Netzneutralitätsregeln vereinbar? Bis zur Klärung dürfen die Anbieter vorerst weiter drosseln.

de | wissenschaft | 69557006 |