Nvidia-Garantie für OpenAI: 105 Milliarden statt 250 Milliarden
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 05:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nvidia hat eine strukturierte Vereinbarung finalisiert, die finanzielle Garantien für ein geplantes OpenAI-Datenzentrum im Pike County im US-Bundesstaat Ohio bereitstellt. Der Deckel der Garantie liegt bei rund 105 Milliarden US-Dollar – deutlich weniger als die ursprünglich diskutierten 250 Milliarden US-Dollar. Nvidia bestätigte die Einigung am 17. August 2026.
Details der Garantie
Wie aus einer 8-K-Einreichung Nvidias vom 17. August 2026 hervorgeht, deckt die Garantie den Restwert der Gebäude am sogenannten PORTS-Pike-Campus ab – nicht die Miete selbst. Sie greift demnach nur dann, wenn nach einer Weitervermietung oder einem Verkauf ein Fehlbetrag entsteht. Nach Angaben Nvidias erstreckt sich die Absicherung zudem lediglich auf Leasing- und Stromanteile des Projekts, nicht auf dessen Gesamtkosten.
Laut dem Nachrichtenportal qz.com wurde der ursprünglich kolportierte Garantiebetrag von 250 Milliarden US-Dollar auf unter 120 Milliarden US-Dollar reduziert, wobei nur die erste Ausbauphase von rund 5 Gigawatt tatsächlich abgesichert ist. Die Nvidia-Aktie war nach dem ersten Bericht über die geplante Größenordnung der Garantie zunächst um 5 Prozent gefallen.
Kapazitäten und Chip-Lieferung
Nvidia sichert sich laut eigenen Angaben am Standort PORTS-Pike eine IT-Lastkapazität für OpenAI von zunächst 4,25 Gigawatt, mit einer Option auf weitere 3,75 Gigawatt. Insgesamt könnte die Kapazität auf bis zu 8 Gigawatt anwachsen. Nvidia tritt dabei als exklusiver Chip-Lieferant für das Rechenzentrum auf. OpenAI wiederum hat einen 20-jährigen Leasingvertrag für den Campus unterzeichnet.
Nach Nvidia-Angaben umfasst jede Hardware-Generation der geplanten Anlagen rund 1,5 Millionen Grafikprozessoren und soll Umsätze von 150 bis 200 Milliarden US-Dollar generieren.
OpenAIs Verpflichtungen belaufen sich demnach auf insgesamt etwa 12 Gigawatt bis 2030, mit einer möglichen Erweiterung auf 16 Gigawatt im Wert von rund 600 Milliarden US-Dollar.
Rolle von SB Energy und Investition
Gebaut und verwaltet wird das Datenzentrum von SB Energy, einer Tochtergesellschaft von SoftBank. Nvidia investiert nach Angaben von Reuters 1,5 Milliarden US-Dollar in SB Energy.
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Laut channelnewsasia.com bauen SB Energy und SoftBank zudem eine Stromerzeugungskapazität von 10 Gigawatt auf und investieren 4,2 Milliarden US-Dollar in das umliegende Stromnetz. Ergänzend plant SB Energy laut techcrunch.com ein Gaskraftwerk mit 9,2 Gigawatt Leistung, dessen Kosten sich auf 33 Milliarden US-Dollar belaufen sollen.
Die erste Ausbauphase mit einer Kapazität von 800 Megawatt soll ab 2028 in Betrieb gehen, wie theverge.com berichtet. Nvidia zufolge sollen im Zuge des Projekts bis 2032 rund 35.000 Bauarbeitsplätze sowie 2.500 dauerhafte Stellen entstehen.
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Das Unternehmen richtet zudem einen Community-Fonds in Höhe von 80 Millionen US-Dollar für die Region ein. Das Gelände des geplanten Rechenzentrums ist ein ehemaliges Urananreicherungswerk des US-Energieministeriums.
Einordnung in größere KI-Finanzierungsdebatte
Die reduzierte Garantiesumme fällt in eine phase, in der die Finanzierungsstrukturen großer KI-Infrastrukturprojekte zunehmend in den Fokus rücken. Das Wall Street Journal berichtete laut the-decoder.com über außerbilanzielle KI-Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 3 Billionen US-Dollar über die Branche hinweg.
Vor diesem Hintergrund dürfte die Struktur der Nvidia-Garantie – begrenzt auf Restwerte statt auf die vollen Projektkosten – als Versuch gewertet werden, das Risiko für den Chiphersteller überschaubar zu halten, während gleichzeitig der Ausbau der für OpenAI vorgesehenen Rechenkapazitäten vorangetrieben wird.
