Nüsse: Metaanalyse belegt 26% weniger Bluthochdruck bei 30g täglich
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 01:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Analysen zum Nährstoffprofil von Haselnüssen unterstreichen die gesundheitlichen Vorteile der Schalenfrüchte, obwohl diese einen hohen Kaloriengehalt aufweisen. In der Ernährungsmedizin und Marktforschung werden derzeit verstärkt die Auswirkungen auf den Stoffwechsel sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des globalen Nussmarktes untersucht.
Präventive Wirkung auf Herz-Kreislauf-System und Cholesterinspiegel
Ernährungsmediziner Matthias Riedl weist darauf hin, dass eine gezielte Ernährung die Blutfettwerte im Durchschnitt um 10 bis 20 % senken kann, in Einzelfällen sogar um bis zu 50 %.
Ein dauerhaft erhöhter Cholesterinspiegel könne laut Riedl eine Kette chronischer Erkrankungen auslösen, die von der Fettleber über Diabetes bis hin zu Arteriosklerose reicht. Besonders Frauen in der Perimenopause seien gefährdet, da der Rückgang des Östrogenspiegels den natürlichen Cholesterinschutz schwäche.
Zur Prävention empfiehlt die Ernährungsmedizin den täglichen Verzehr einer Handvoll ungesalzener und nicht in Fett gerösteter Nüsse. Diese Empfehlung wird durch die PREDIMED-Studie gestützt, die belegt, dass Nüsse das kardiovaskuläre Risiko sowie den Cholesterinspiegel senken können. Ergänzend wird eine tägliche Zufuhr von 30 g Ballaststoffen und der mehrmalige Verzehr von Hülsenfrüchten pro Woche angeraten.
Eine am 4. August 2026 veröffentlichte Metaanalyse von Plant-Based Health Professionals UK und dem Imperial College London stützt diese Einschätzungen.
Auf Basis von Daten von über 143.000 Menschen aus acht Kohortenstudien zeigt sich, dass regelmäßiger Nussverzehr das Risiko für Bluthochdruck um etwa 16 % reduziert. Bei einer täglichen Menge von 28 g sinkt das Risiko um 20 %, während 30 g pro Tag eine Reduktion um 26 % bewirken können.
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Ein darüber hinausgehender Konsum führt laut der Studie zu keinem signifikanten Zusatznutzen. Angesichts von weltweit 1,4 Milliarden Betroffenen bezeichnet der Studienautor Michael Metoudi den täglichen Verzehr einer Handvoll Nüsse als kostengünstigen Ansatz zur Förderung der Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Wirtschaftliche Bedeutung und Importstrukturen des europäischen Nussmarktes
Die Nachfrage nach Nüssen in der Europäischen Union bleibt auf einem hohen Niveau. Im Jahr 2025 importierte die EU-27 laut Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) Nüsse im Gesamtwert von 9,7 Mrd. US-Dollar (ca. 8,6 Mrd. Euro).
Als wichtigster Lieferant fungierten die USA mit einem Anteil von 38 %, was einem Exportwert von 3,7 Mrd. US-Dollar (ca. 3,3 Mrd. Euro) entspricht. Zu den wichtigsten Lieferungen gehörten Mandeln im Wert von 1,6 Mrd. US-Dollar, Pistazien für 1 Mrd. US-Dollar und Walnüsse für 552 Mio. US-Dollar.
Weitere bedeutende Lieferländer waren im Jahr 2025 die Türkei mit einem Marktanteil von knapp 19 %, vor allem bei Haselnüssen, sowie Vietnam für Cashewkerne und Chile für Hasel- und Walnüsse. Deutschland, Spanien und die Niederlande zählen dabei zu den Hauptabnehmern innerhalb der EU. Das Wachstum des Sektors wird primär durch den Snackmarkt und das steigende Verbraucherinteresse an gesunden Alternativen getrieben.
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Aufgrund sinkender Rohstoffpreise haben deutsche Einzelhändler wie Lidl und Aldi zuletzt die Preise für zahlreiche Nussprodukte gesenkt. Bei Lidl wurden Produkte der Eigenmarken Belbake und Alesto um bis zu 50 Cent günstiger.
So kostet die "Feine Nussvariation" (200 g) nun 2,99 Euro statt zuvor 3,39 Euro. Ähnliche Preisanpassungen wurden bei Aldi Nord und Aldi Süd vorgenommen, wobei etwa Haselnusskerne bei Aldi Süd auf 2,99 Euro pro 200 g reduziert wurden.
Qualitätssicherung und verarbeitete Produkte im Verbrauchertest
Trotz der gesundheitlichen Vorteile mahnt die Verbraucherzentrale Bayern zur Vorsicht bei der Qualitätssicherung. Walnüsse können von Aflatoxinen befallen sein, die als krebserregend und erbgutverändernd gelten und auch durch Erhitzen nicht zerstört werden.
Zur Prüfung der Frische wird ein Schütteltest empfohlen: Klappert der Kern in der Schale, deutet dies auf Austrocknung oder Schimmel hin. Eine Ausnahme bildet die Kokosnuss, bei der ein Gluckern ein Zeichen für Frische ist. Ungeknackte Nüsse sollten kühl, dunkel und trocken gelagert werden, während geschälte Kerne luftdicht im Kühlschrank aufbewahrt werden sollten.
Bei verarbeiteten Produkten wie Nuss-Nougat-Cremes zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest unter 18 Produkten deutliche Qualitätsunterschiede. Während der Testsieger "Nusskati" von Aldi mit der Note 2,0 abschnitt, wiesen viele Cremes einen sehr hohen Zucker- und Fettanteil auf.
Nutella belegte mit einer Gesamtnote von 2,2 den dritten Platz, wies jedoch mit 57 % den höchsten Zuckeranteil im Test auf. Eine Creme ("Ahead No Added Sugar Spread Crazy Hazelnut") fiel aufgrund von Belastungen mit aromatischen Mineralölbestandteilen (MOAH) mit der Note 4,0 durch. Neun der getesteten Produkte enthielten zudem Palmöl. Eine Standardportion von 20 g liefert im Durchschnitt 111 Kilokalorien.
