Krypto-Wallets, Microsoft

npm-Trojaner stiehlt aus 80 Krypto-Wallets: Microsoft warnt vor zwei Paketen

Veröffentlicht am: 04.06.2026 um 07:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft identifiziert zwei schädliche npm-Pakete, die Kryptowährungen und Entwickler-Zugangsdaten stehlen. Auch Red Hat wurde Opfer eines Angriffs auf Cloud-Dienste.

npm-Trojaner stiehlt aus 80 Krypto-Wallets: Microsoft warnt vor zwei Paketen Illustration mit AI erstellt.
npm-Trojaner stiehlt aus 80 Krypto-Wallets: Microsoft warnt vor zwei Paketen Illustration mit AI erstellt.

Die Angreifer nutzen dabei eine ausgeklügelte Taktik, um Sicherheitskontrollen zu umgehen.

Trojaner tarnt sich als legitime Software

Die Sicherheitsforscher von Microsoft haben die Pakete utils-terminal@3.2.1 und logger-active@3.2.1 identifiziert. Beide enthalten einen Remote Access Trojaner (RAT), der unter dem Benutzernamen hexalpha10 in das npm-Registry hochgeladen wurde. Einmal installiert, verankert sich die Schadsoftware tief im System – unter Windows über die Run-Key-Registry und geplante Tasks, unter Linux via systemd.

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Der Trojaner kann Tastatureingaben aufzeichnen, Screenshots erstellen und Daten aus mehr als 15 Webbrowsern sowie 80 verschiedenen Krypto-Wallets extrahieren. Doch damit nicht genug: Auch Telegram-Sitzungen und SSH-Schlüssel stehen im Fokus der Angreifer.

Besonders raffiniert: Die gestohlenen Daten werden über Hugging-Face-Repositories abtransportiert. Die Angreifer tarnen den Datenverkehr als harmlose KI-Entwicklungsaktivität – eine Methode, die herkömmliche Sicherheitslösungen oft übersehen.

Red Hat Cloud-Dienste kompromittiert

Nur wenige Tage zuvor traf es Red Hat. Am 1. Juni gelang es Angreifern, 32 Pakete und 96 verschiedene Versionen des @redhat-cloud-services-Namensraums zu manipulieren. Der Einbruch erfolgte über ein kompromittiertes GitHub-Konto und eine GitHub-Actions-OIDC-Pipeline.

Die dabei eingesetzte Schadsoftware mit dem Namen „Miasma" nutzte einen Preinstall-Hook, um einen Dropper auszuführen. Das Ziel: Multi-Cloud-Zugangsdaten für AWS, Google Cloud Platform und Microsoft Azure stehlen. Auch Kubernetes-Konfigurationen, HashiCorp-Vault-Secrets und GitHub-Tokens waren betroffen.

Branchenkenner schätzen, dass die manipulierten Pakete vor ihrer Entfernung rund 80.000 Mal pro Woche heruntergeladen wurden. Red Hat veröffentlichte am 2. Juni ein Sicherheitsbulletin (RHSB-2026-006) und widerrief die kompromittierten Versionen aus dem npm-Registry. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass der Schadcode in ausgelieferte Softwareprodukte gelangte.

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KI-Plattformen als neue Kommandozentrale

Der Einsatz von Hugging Face für die Datenexfiltration zeigt einen strategischen Wandel: Angreifer nutzen zunehmend populäre KI-Plattformen für ihre Command-and-Control-Operationen. Indem sie gestohlene Daten durch den Datenverkehr einer vertrauenswürdigen Plattform schleusen, umgehen sie herkömmliche Sicherheitskontrollen.

Microsoft identifizierte spezifische C2-Infrastruktur im Zusammenhang mit der Kampagne, darunter eine IP-Adresse und eine Domain auf der Render-Plattform.

Die beiden Vorfälle zeigen ein wachsendes Risiko für die gesamte Software-Lieferkette. Während der Red-Hat-Angriff auf hochwertige Cloud-Infrastruktur-Zugangsdaten abzielte, richteten sich die von Microsoft identifizierten Pakete gezielt gegen Krypto-Entwickler und -Investoren. Beide Kampagnen belegen das hohe Maß an Raffinesse, das Angreifer heute auf offene Paket-Repositories anwenden.

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de | wissenschaft | 69480688 |