Wero-Zahlungssystem: ING erweitert digitale Brieftasche auf Online-Shopping
04.06.2026 - 07:10:33 | boerse-global.de
ING Deutschland weitet das Wero-Zahlungssystem auf Einkäufe im Internet aus. Ab sofort können Kunden die digitale Brieftasche beim Online-Shopping nutzen.
Der Schritt erfolgte am 3. Juni 2026 und erweitert das Angebot deutlich. Bislang war Wero nur für Überweisungen zwischen Privatpersonen nutzbar – ein Service, den die ING bereits im August 2025 in ihre App integriert hatte. Rund 600.000 Kunden haben Wero seitdem aktiviert, das entspricht etwa 15 Prozent aller Girokontoinhaber der Bank.
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Einfacherer Start für Neukunden
Die Hürden für den Einstieg hat die ING gesenkt: Der Dienst ist nun direkt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verankert, eine separate Freischaltung entfällt. Bezahlvorgänge laufen in unter zehn Sekunden ab und erfüllen europäische Datenschutzstandards.
Erster Partner im Online-Handel ist der Ticketanbieter Eventim. Weitere große Händler stehen in den Startlöchern: IKEA Deutschland und der Lidl Online-Shop sollen folgen. Der nächste große Schritt ist dann das Bezahlen an der Ladenkasse – geplant für den Herbst 2026 per NFC-Technologie.
Europas erste KI-gesteuerte Zahlung
Nur einen Tag zuvor, am 2. Juni 2026, gelang ING gemeinsam mit Worldline und Mastercard ein technologischer Meilenstein: die erste vollständig „agentische" Zahlung in einer echten Produktionsumgebung in Europa. Ein Kunde ließ einen KI-Assistenten Karten für das Königliche Concertgebouw-Orchester buchen.
Die Software wählte Sitzplätze nach den persönlichen Vorlieben des Nutzers aus – in puncto Erlebnis, Daten und Budget. Der Kunde gab nur noch die finale Freigabe. Die gesamte Infrastruktur lief on europäischen Servern. Als Nächstes planen die Entwickler wiederkehrende Zahlungen und komplexere Einkäufe im Auftrag des Kunden.
Europäische Souveränität als Treiber
Der Ausbau lokaler Zahlungslösungen wie Wero fällt in eine Zeit wachsender Verunsicherung. Eine Studie des Finanzdienstleisters Enfuce vom 2. Juni 2026 zeigt: 62 Prozent der Verbraucher und 75 Prozent der Zahlungsdienstleister fürchten, dass geopolitische Spannungen zu Einschränkungen internationaler Zahlungssysteme führen könnten.
73 Prozent der Befragten wünschen sich mehr lokale Kontrolle über Zahlungssysteme, bei den Anbietern sind es sogar 97 Prozent. 85 Prozent der Dienstleister haben Wero bereits eingeführt oder planen dies. Branchenkreisen zufolge nutzen inzwischen rund 43 Millionen Menschen das System in der Region. Zum Vergleich: US-amerikanische Kreditkartennetzwerke wickeln noch immer über 60 Prozent aller Kartenzahlungen in der EU ab. Die Europäische Zentralbank treibt daher Alternativen wie den digitalen Euro voran.
Betrugswelle im Visier von Kriminellen
Der Erfolg von Wero lockt auch Kriminelle an. Am 3. Juni 2026 wurden neue Phishing-Angriffe in Frankreich bekannt. Betrüger nutzen SMS und gefälschte Webseiten, um an persönliche Daten zu gelangen – besonders auf Social-Media-Marktplätzen.
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Wero warnt Nutzer eindringlich: Niemals auf Links in Nachrichten klicken, die angeblich eingehende Zahlungen ankündigen. Alle Transaktionen ausschließlich über die offizielle Banking-App abwickeln. In Frankreich, wo Wero bereits 2024 startete, laufen die ersten Online-Zahlungen etwa über die École du ski français.
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