Nierengesundheit, Kaugummi

Nierengesundheit: Kaugummi senkt Blutdruck um 3 mmHg

23.06.2026 - 09:14:05 | boerse-global.de

Traditionelle Chinesische Medizin und moderne Forschung liefern neue Ansätze für starke Nieren. Eine Studie zeigt zudem einen überraschenden Blutdruck-Effekt durch Kaugummi.

Nierengesundheit: TCM-Tipps, Kaugummi-Studie & Novel Food
Nierengesundheit - Eine Anordnung von TCM-Zutaten: schwarze Sesamsamen, chinesischer Yams, schwarze Bohnen und getrocknete Maisseide auf Holz. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Erkenntnisse zu Lebensmitteln, Mikronährstoffen und einer EU-Novel-Food-Zulassung zeigen, wie vielfältig die Ansätze sind.

Fünf Lebensmittel für starke Nieren

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) setzt auf bestimmte Nahrungsmittel, um die Nierenenergie zu stärken. Lammfleisch soll wärmend wirken, schwarze Sesamsamen unterstützen Leber und Nieren. Chinesische Yamswurzel und schwarze Bohnen gelten als nährend für die Nierensubstanz – letztere haben zudem antioxidative Eigenschaften. Auch Aal wird zur allgemeinen Kräftigung empfohlen.

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Ein zentraler Punkt der TCM-Nierenpflege ist der Biorhythmus. Schlaf vor 23:00 Uhr gilt als essenziell, um die Lebensessenz (Nieren-Jing) zu bewahren. Ergänzend empfehlen Experten Bewegungspraktiken wie Qigong oder Taijiquan. Die Schulmedizin setzt dagegen auf moderaten Ausdauersport und eine salzarme Ernährung mit weniger als fünf Gramm Speisesalz pro Tag.

Hausmittel und klassische Rezepturen

Bei Nierensteinen kommen traditionelle Hausmittel zum Einsatz. Dr. Phung Tuan Giang vom Vietnamesischen Institut für TCM-Forschung verweist auf die harntreibende Wirkung von getrocknetem Maissirup (Stigma Maydis), der bei Blasenentzündungen und Nierensteinen unterstützend wirken kann.

Für Männer über 40 Jahre wird die klassische Rezeptur „Liuwei Dihuang Wan" (Sechs-Geschmäcker-Pille) diskutiert. Diese Mischung aus Rehmannia, Yamswurzel und weiteren Kräutern soll einen altersbedingten Mangel an Nieren-Jing ausgleichen. Fachleute warnen jedoch vor Fehlern wie dem unkontrollierten Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln oder blindem Vertrauen auf anekdotische Heilmittel.

Kaugummi senkt Blutdruck – überraschender Effekt

Eine Studie des King's College London vom 22. Juni zeigt einen unerwarteten Zusammenhang: Das Kauen von zuckerhaltigem Kaugummi nach dem Verzehr von Rote-Bete-Saft senkt den systolischen Blutdruck um etwa 3 mmHg. Grund ist die Erhöhung der Nitritwerte im Speichel, die durch den Kaugummi stimuliert wird.

Für den Harnsäurespiegel – kritisch für Gicht und Nierensteine – empfehlen Experten drei Strategien: purinarme Ernährung (Verzicht auf rotes Fleisch, Innereien, Fruktosegetränke), ausreichend Flüssigkeit (acht bis zehn Gläser Wasser täglich) plus Vitamin-C-reiche Lebensmittel wie Kirschen oder Zitrusfrüchte, sowie moderates Gewichtsmanagement.

Mikronährstoffe und neue Proteinquelle

Die Forschung zu Antioxidantien wie Alpha-Liponsäure (ALA) und Ursolsäure unterstreicht die Bedeutung pflanzlicher Wirkstoffe. ALA wird bei diabetischer Neuropathie und Gewichtsmanagement untersucht. Ursolsäure aus Apfelschalen und Rosmarin zeigt in präklinischen Studien entzündungshemmende Potenziale.

Im Bereich der Darmgesundheit wird Tauroursodesoxycholsäure (TUDCA) zur Unterstützung der Fettemulgierung und Regeneration der Darmschleimhaut eingesetzt – das entlastet indirekt den Gesamtstoffwechsel.

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Ein regulatorischer Meilenstein: Die EU-Kommission hat „Fermotein" der Firma The Protein Brewery als Novel Food zugelassen. Das aus dem Pilz Rhizomucor pusillus gewonnene Myzel-Protein besteht zu etwa 50 Prozent aus Protein und bietet eine neue Ressource für die nährstofffokussierte Ernährung.

Spezialisierte Kost für Krebspatienten

Die Plattform CHEFKOCH und die Organisation yeswecan!cer haben eine neue Kooperation vorgestellt. Gemeinsam mit Ernährungsexperte Prof. Dr. Lars Selig entstand eine Themenwelt mit Rezepten für Krebspatienten. Die Gerichte richten sich gezielt an Menschen mit therapiebedingten Begleiterscheinungen wie Fatigue, Übelkeit oder Geschmacksveränderungen und sollen die Lebensqualität durch angepasste Kostformen verbessern.

de | wissenschaft | 69608511 |