Nextcloud-Migration: Mecklenburg-Vorpommern ersetzt Microsoft SharePoint
Veröffentlicht am: 08.07.2026 um 08:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Trend zur digitalen Unabhängigkeit von US-Anbietern gewinnt rasant an Fahrt.
Mecklenburg-Vorpommern steigt von Microsoft SharePoint auf Nextcloud um
Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat Anfang Juli 2026 eine groß angelegte Migration gestartet. Rund 5.000 Mitarbeiter arbeiten bereits auf der Open-Source-Plattform Nextcloud, bis zu 50.000 Arbeitsplätze sollen folgen. Digitalisierungsminister Heiko Geue und CIO Marco Anschütz begründen den Schritt mit dem Wunsch nach digitaler Souveränität und Unabhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern.
Das Projekt baut auf einer Kooperationsvereinbarung mit Schleswig-Holstein aus dem November 2025 auf. Zwar nutzt das Land weiterhin Windows-PCs, doch bei Dateiaustausch und Zusammenarbeit setzt man künftig auf eigene Infrastruktur. Ergänzend kommen OpenProject und ein spezieller KI-Chatbot namens LEA zum Einsatz, der auf europäischen Sprachmodellen basiert.
Erleichtert wird der Wechsel durch das Vergabebeschleunigungsgesetz, das seit dem 1. Juli 2026 gilt. Es erlaubt Behörden, bei Ausschreibungen größeres Gewicht auf digitale Souveränität zu legen.
Französische Stadt Gentilly wechselt nach Cyberangriff
Auch in Frankreich gewinnt die Bewegung an Boden. Die Stadt Gentilly im Département Val-de-Marne hat Microsoft SharePoint durch die französische Plattform Jamespot ersetzt. Auslöser war ein Cyberangriff im Februar 2025, der die Behörden zur Suche nach sichererer Infrastruktur zwang.
Bislang sind rund 480 von 800 möglichen Nutzern auf die neue Plattform umgestiegen. Jamespot hostet seine Daten über den französischen Anbieter OVH und erfüllt damit die strengen Anforderungen an lokale Datenspeicherung.
Mecklenburg-Vorpommern migriert 50.000 Arbeitsplätze von Microsoft SharePoint zu Nextcloud – und ist damit nicht allein. Auch die französische Stadt Gentilly wechselte nach einem Cyberangriff. Wer seine Abhängigkeit von US-Clouds reduzieren will, findet im neuen Leitfaden die wichtigsten Schritte: von der Bestandsaufnahme bis zur Go-live-Planung. Jetzt kostenlosen Migrationsleitfaden anfordern
On-Premises-Alternativen für Whiteboarding und Design
Während Tools wie Miro und Figma weiterhin reine Cloud-Dienste bleiben, drängen neue Wettbewerber in den Markt. Das chinesische Unternehmen Shenzhen Pixso Technology hat seine Plattformen Boardmix und Pixso als Alternativen für Organisationen mit strengen Compliance-Anforderungen positioniert.
Boardmix bietet ähnliche Funktionen wie Miro, unterstützt aber SDK-Integration, LDAP und Active Directory – entscheidend für Unternehmen mit strikten Datenkontrollvorgaben. Pixso wiederum ist eine selbst gehostete Alternative zu Figma für UI/UX-Design-Teams. Bestehende Designbibliotheken lassen sich migrieren, während alle Daten hinter der unternehmenseigenen Firewall bleiben.
Für kleinere Teams gibt es neue KI-integrierte Optionen. Anfang Juli 2026 stellte der Entwickler von Scrawl.ai ein KI-gestütztes Whiteboard-Tool vor, das Diagramme aus Text generiert und datenschutzorientierte Exporte ermöglicht.
Neue Sicherheitsstandards im Wissensmanagement
Auch der Markt für Dokumentenverwaltung reagiert auf veränderte Sicherheitsanforderungen. ownCloud veröffentlichte am 3. Juli 2026 Version 8.1.0 seiner Infinite-Scale-Plattform. Neu ist ein MFA-geschützter „Vault"-Speicher, der versehentliche öffentliche Freigaben sensibler Daten verhindert.
46 Prozent der deutschen Unternehmen droht bei einem Cloud-Ausfall der komplette Stillstand – das zeigt eine aktuelle Bitkom-Studie. Die Antwort: selbst gehostete Alternativen wie Nextcloud, ownCloud oder Boardmix. Unser Report zeigt, wie Sie Ihre Infrastruktur resilient machen und gleichzeitig Compliance-Risiken minimieren. Resilienz-Report jetzt sichern
Im Bereich Dokumentation überdenken Unternehmen ihre Abhängigkeit von Atlassians Confluence. Auslöser waren Preiserhöhungen im Oktober 2025. Branchenbeobachter stellen fest, dass ein hoher Anteil gespeicherter Inhalte in Legacy-Systemen ungenutzt bleibt. Das weckt Interesse an KI-nativen Plattformen wie BridgeApp oder flexiblen Block-Editoren wie Notion.
Hintergrund dieser Entwicklung: Eine Bitkom-Studie zeigt, dass 46 Prozent der deutschen Unternehmen bei einem größeren Cloud-Ausfall einen kompletten Stillstand ihrer Geschäfte befürchten müssen. Die Suche nach resilienter, lokal betriebener Infrastruktur ist daher keine Frage der Bequemlichkeit mehr – sie wird zur Überlebensfrage.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
