Urinprobe, Prostatakrebs

Neue Urinprobe erkennt aggressiven Prostatakrebs mit 97% Genauigkeit

15.05.2026 - 08:31:48 | boerse-global.de

Neuer Urintest erkennt aggressive Prostatatumore präzise. Experten erwarten drastische Reduktion unnötiger Gewebeentnahmen.

Neue Urinprobe erkennt aggressiven Prostatakrebs mit 97% Genauigkeit - Foto: über boerse-global.de
Neue Urinprobe erkennt aggressiven Prostatakrebs mit 97% Genauigkeit - Foto: über boerse-global.de

Forscher des Vanderbilt Health in den USA stellten Anfang der Woche den MyProstateScore 2.0 (Mps2-AS) vor, der die Progression von Prostatakrebs bei Niedrigrisiko-Patienten deutlich präziser erkennt als herkömmliche Verfahren.

Revolution in der Krebsdiagnostik

Der Urintest identifiziert aggressive Tumore mit einer Trefferquote von 97 Prozent – bei einer Fehlerrate von lediglich 3,2 Prozent. Zum Vergleich: Standard-MRT-Untersuchungen liegen hier bei 18 Prozent. Experten zufolge könnte die breite Einführung des Tests bis zu 64 Prozent aller unnötigen Biopsien überflüssig machen. Ein enormer Fortschritt für die Patienten, denn die invasive Gewebeentnahme ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch psychisch belastend.

Doch nicht jeder erhöhte PSA-Wert ist ein Grund zur Sorge. Dr. Christoph Arnold vom Europäischen Radiochirurgie-Zentrum in München stellte klar: „Eine Prostataentzündung, gutartige Vergrößerungen, Radfahren oder sogar Geschlechtsverkehr vor der Blutabnahme können die Werte verfälschen." Entscheidend sei der Verlauf über die Zeit, nicht der Einzelwert.

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Gutartige Prostatavergrößerung: Die unterschätzte Gefahr

Jeder zweite Mann über 40 ist betroffen – die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist weit verbreitet. Prof. Dr. Mustafa Kaplan vom Medical Park TEM warnte am Donnerstag: Unbehandelt kann die Erkrankung zu Blasenfunktionsstörungen und sogar chronischem Nierenversagen führen. Die Symptome: schwacher Harnstrahl und nächtlicher Harndrang. Die Empfehlung der Urologen: Jährliche Vorsorgeuntersuchungen ab 50.

Medikamenten-Warnung: Wenn Haarausfall-Mittel depressiv machen

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA schlug am Mittwoch Alarm: Finasterid (gegen Haarausfall) und Dutasterid (gegen Prostatavergrößerung) können schwere psychische und sexuelle Nebenwirkungen auslösen. Offizielle Berichte verzeichnen 170 Fälle von Suizidgedanken, 19 davon mit tödlichem Ausgang. Seit 2024 müssen die Beipackzettel explizit vor diesen Risiken warnen. Besonders tückisch: Die Nebenwirkungen können noch Monate nach dem Absetzen anhalten.

Demenz-Risiko durch Alltags-Medikamente

Prof. Gabor Petzold vom Universitätsklinikum Bonn warnt vor einer weiteren Gefahr: Bestimmte Antidepressiva und Schlafmittel – sogenannte Anticholinergika – stehen im Verdacht, das Demenz-Risiko zu erhöhen. Zwar verursachen sie nicht zwangsläufig Alzheimer, doch die kognitiven Beeinträchtigungen sind messbar. Petzolds Rat: Regelmäßige Medikamenten-Checks für ältere Patienten, um die Gesamtbelastung durch verschiedene Präparate zu reduzieren.

Sturzprävention: Fünf Minuten täglich für mehr Sicherheit

Stürze sind die häufigste Unfallursache bei Senioren – und oft der Beginn einer Abwärtsspirale. Ab dem 19. Mai startet in Rüdersdorf ein wöchentlicher Sturzpräventionskurs. Ähnliche Angebote folgen am 20. Mai in Künzell-Wissels. Der Fokus: Gleichgewicht, Reaktionsfähigkeit und Beckenbodenstärke.

Physiotherapeuten schwören auf eine einfache Übung: den Einbeinstand. Viermal täglich für fünf Minuten – und schon nach zwei Wochen zeigen sich bei über 60-Jährigen messbare Verbesserungen. Der Trick: bewusst nach vorne schauen, Arme mitschwingen lassen, nicht auf den Boden starren.

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Neben dem Gleichgewichtstraining ist der Erhalt der Muskelmasse eine wesentliche Säule für die Mobilität im Alter. Wie Sie mit nur sechs gezielten Übungen Ihre Kraft erhalten und gefährlichen Stürzen vorbeugen können, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. Gratis-PDF mit Krafttrainings-Übungen sichern

Pharmaproduktion: Europa will unabhängiger von China werden

80 bis 90 Prozent der in Europa verwendeten Medikamente kommen aus Asien, vor allem aus China. Am Donnerstag einigten sich EU-Unterhändler auf ein Abkommen, das die heimische Produktion kritischer Arzneimittel mit öffentlichen Geldern fördern soll. Ein Schritt zur pharmazeutischen Souveränität – doch innenpolitisch gibt es Widerstand.

Die Gewerkschaft NGG Ruhrgebiet kritisiert geplante Sparmaßnahmen: Die Zuzahlungen für Medikamente sollen von aktuell 5 bis 10 Euro auf bis zu 15 Euro steigen. Verbände fordern stattdessen eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent.

Neue Wege: Apotheken-Terminals im Supermarkt

In Baden-Württemberg testet Kaufland an fünf Standorten – darunter Bietigheim und Leonberg – pharmazeutische Terminals. Patienten können dort elektronische Rezepte einlösen und Medikamente zur Abholung oder Lieferung bestellen. Eine Antwort auf das wachsende Problem der Apothekenschließungen auf dem Land.

Ausblick: Weniger Herzinfarkte, mehr Diabetes

Die Zahlen geben Anlass zur Hoffnung: Die Herzinfarkt-Fälle in Deutschland sanken zwischen 2017 und 2024 um 14 Prozent auf rund 185.400 Fälle. Bessere Vorsorge und Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes zeigen Wirkung. Doch die Kehrseite: Typ-2-Diabetes stieg im selben Zeitraum von 10,6 auf 11,2 Prozent. Der Kampf gegen die Zivilisationskrankheiten bleibt eine Daueraufgabe – für Ärzte, Politik und nicht zuletzt für jeden Einzelnen.

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