Studien, Gehirn

Neue Studien zeigen: So bleibt das Gehirn fit bis ins hohe Alter

24.05.2026 - 07:59:33 | boerse-global.de

Forschung zeigt: Kreativität, Tischtennis und Atemübungen fördern die kognitive Fitness und können Demenzrisiken senken.

Neue Studien zeigen: So bleibt das Gehirn fit bis ins hohe Alter - Foto: über boerse-global.de
Neue Studien zeigen: So bleibt das Gehirn fit bis ins hohe Alter - Foto: über boerse-global.de

Aktuelle Studien liefern konkrete Handlungsempfehlungen – von kulturellen Aktivitäten bis zu gezielten Übungen.

Kulturelle Aktivitäten verlangsamen das Altern

Forscher der University College London (UCL) haben einen überraschenden Zusammenhang entdeckt: Kreative Betätigungen wie Malen, Singen oder Museumsbesuche bremsen die epigenetische Alterung. Bei 3.556 Erwachsenen zeigte sich: Wer wöchentlich kreativ ist, altert biologische um 4 Prozent langsamer. Der Effekt ist vergleichbar mit regelmäßigem Sport.

Die Ursachen liegen auf der Hand: gesteigerte Gehirnstimulation, Stressreduktion und soziale Interaktion wirken gemeinsam.

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Tischtennis als Schutz vor Demenz

Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) verzeichnete 2025 einen Mitgliederzuwachs von 2,8 Prozent auf 542.000 Personen. Kein Zufall, wie Mediziner betonen. Dr. Bastian Marquaß erklärt: Tischtennis trainiert den gesamten Körper und stimuliert gezielt den Hippocampus – die Schaltzentrale für Gedächtnis und Orientierung.

Die schnellen Bewegungen und Reaktionszeiten könnten den Abbau bei Alzheimer oder Parkinson verzögern.

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Jeder zweite Demenzfall ist vermeidbar

Prof. Dietrich Grönemeyer ist deutlich: „Etwa jede zweite Demenzerkrankung wäre vermeidbar." Er beruft sich auf 14 Kriterien der Lancet-Kommission. Neben Bewegung und Ernährung sind Hörschutz, Traumaverarbeitung und soziale Teilhabe entscheidend.

Eine Yale-Studie mit über 11.000 Senioren bestätigt: Die geistige Leistungsfähigkeit muss im Alter nicht zwangsläufig nachlassen. Ein Drittel der Teilnehmer steigerte sogar seine Denkleistung. Entscheidend: eine bejahende Einstellung zum Älterwerden.

Stress killt das Gedächtnis – Atemübungen helfen

Eine internationale Studie mit 120 Probanden zeigt: Akuter Stress reduziert die Aktivität im Hippocampus. Öffentliches Reden oder schwieriges Kopfrechnen stören die Gedächtnisbildung massiv.

Die Gegenstrategie ist einfach: Bewusst verlängertes Ausatmen beruhigt das Nervensystem. Lernen unter Stress ist laut Forschern deutlich weniger erfolgreich.

Neue Therapie gegen Stottern

Ein spezialisiertes System namens Forbrain kombiniert verzögerte auditive Rückmeldung mit Knochenleitung. Die DAF-Methode wirkt bei bis zu 80 Prozent der Betroffenen positiv. Der Clou: Der Preis liegt etwa sechsmal niedriger als bei herkömmlichen Systemen.

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Eine fünfjährige chinesische Studie mit 800 Teilnehmern warnt: Omega-3-Kapseln können bei älteren Erwachsenen mit der genetischen Veranlagung APOE4 den kognitiven Abbau sogar beschleunigen. Personalisierte Prävention ist gefragt.

Neue Zellentdeckung bei Alzheimer

Ein internationales Team der Universität Augsburg identifizierte eine unbekannte Untergruppe von Immunzellen im Gehirn. Die HPAM-Zellen (Human Plaque-Associated Microglia) reichern sich direkt an den charakteristischen Amyloid-Plaques an. Die Analyse von über 704.000 Zellen könnte präzisere Diagnose- und Therapieformen ermöglichen.

Biochemische Durchbrüche

Forscher der Kyushu University entdeckten: Procyanidin C1 (PC1) – enthalten in Kakao, Zimt und Weintrauben – verbessert das räumliche Arbeitsgedächtnis. Die Substanz wirkt über spezifische Signalwege im Gehirn.

Die TU Dresden identifizierte das Hormon Somatostatin als zentrale Schaltstelle für Schlaf, Lebensdauer und Gedächtnisbildung – gesteuert über ein einzelnes Schlaf-Neuron.

KI-Boxenstopps für die Belegschaft

Auf dem 5. Work Health Day in Thüringen wurde die Einführung regelmäßiger Wissenseinheiten empfohlen. Die sogenannten KI-Boxenstopps sollen zweimal im Monat für 15 Minuten stattfinden – um das Kompetenzgefälle in Unternehmen zu verhindern.

Ausblick

Ab September starten in der Schweiz spezialisierte Kurse unter dem Titel „Beweg dein Hirn". Die Branche für Gehirngesundheit professionalisiert sich rasant. Die Herausforderung bleibt: wissenschaftliche Daten in anwendbare Standards übersetzen. Kognitive Gesundheit wird zunehmend zum individuellen Management von Lebensstil, Ernährung und gezieltem Training.

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