Netzhaut-Implantat PRIMA: 26 von 32 Patienten mit Sehverbesserung
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 19:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die seltene Augenerkrankung betrifft Schätzungen zufolge rund 60.000 Menschen in den USA, Kanada und der Europäischen Union. Führend im Rennen sind Belite Bio mit dem oralen Wirkstoff Tinlarebant (Phase III) und Alkeus Pharmaceuticals mit Gildeuretinol (ALK-001).
Alkeus will auf der Jahrestagung der American Society of Retina Specialists (ASRS) vom 15. bis 18. Juli in Montreal detaillierte Daten präsentieren. Im Fokus stehen die Ergebnisse der Phase-2-Studie TEASE sowie das Design der Phase-3-Studie NORTHSTAR. Letztere rekrutiert rund 230 Patienten zwischen 8 und 45 Jahren. Ziel: Prüfen, ob Gildeuretinol das Wachstum atrophischer Läsionen verlangsamt.
Gentherapie überwindet Transport-Hürden
Ein zentrales Problem der Gentherapie bei Stargardt: Das betroffene ABCA4-Gen ist zu groß für Standard-Vektoren. Atsena Therapeutics hat dafür eine Lösung. Das Unternehmen setzt auf eine Dual-Vektor-Plattform mit einem speziellen Kapsid (AAV.SPR). Damit soll das Gen per peripherer Injektion in die zentrale Netzhaut gelangen – ohne gefährliche Ablösung der Fovea. ATSN-401 ist der klinische Hauptkandidat.
Auch in China tut sich etwas. Das Shanghai General Hospital hat unter Sun Xiaodong Gentherapien für erbliche Netzhauterkrankungen und altersbedingte Makuladegeneration entwickelt. Eine Phase-III-Studie mit fast 50 Patienten ist bereits abgeschlossen.
Kleiner Chip, große Wirkung
Neben Medikamenten machen auch Implantate Fortschritte. Das PRIMA-Netzhautimplantat ist ein 2x2 Millimeter großer Chip mit 370 Pixeln. Getestet wird es bei fortgeschrittener Makuladegeneration – und künftig auch für Stargardt-Patienten. Klinische Daten belegen: 26 von 32 Patienten zeigten ein Jahr nach Implantation eine signifikante Verbesserung der Sehschärfe. Die durchschnittliche Steigerung lag bei fünf Zeilen auf der Sehtafel. Science Corp strebt für diesen Sommer die europäische Zulassung an.
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Ein weiterer Durchbruch betrifft die Transplantationsinfrastruktur. Forscher entwickelten ein Gerät, das gespendete Augen gezielt mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Im Test konnte die Gewebedegeneration im Vergleich zu herkömmlichen Methoden deutlich reduziert werden. Das könnte die Zeitspanne zwischen Spende und Transplantation verlängern.
Stammzellen überleben im Auge
In der regenerativen Medizin gibt es positive Signale. Eine Phase-I/IIa-Studie zu Retinitis pigmentosa zeigt: Transplantierte humane neurale Vorläuferzellen (CNS10-NPC) überleben mindestens ein Jahr im Auge. Bei 13 Patienten blieb die Sehschärfe stabil, das Sicherheitsprofil gilt als günstig.
Auf der Geschäftsebene konsolidieren Unternehmen ihre Strukturen. GenSight Biologics wies zum 30. Juni einen Kassenbestand von 1,7 Millionen Euro aus. Einnahmen aus Frühzugangsprogrammen brachten im ersten Halbjahr 6,8 Millionen Euro. Das Unternehmen bereitet eine Phase-III-Studie für seine LHON-Therapie vor.
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Weitere Daten werden im Herbst erwartet. Opus Genetics will in der zweiten Septemberwoche erste Ergebnisse aus einer Phase-1/2-Studie für OPGx-BEST1 vorlegen. Die Präsentation ist für Oktober auf der EURETINA-Konferenz geplant.
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