NetNut-Netzwerk, FBI

NetNut-Netzwerk: FBI und Google zerstören Proxy-Infrastruktur für 2 Millionen Geräte

03.07.2026 - 15:46:02 | boerse-global.de

Behörden und Tech-Konzerne legen illegales Proxy-Netzwerk lahm. Millionen Heimgeräte wurden ohne Wissen der Besitzer für Cyberkriminalität genutzt.

FBI und Google zerschlagen NetNut: Zwei Millionen Geräte betroffen
NetNut-Netzwerk - Ein dunkles Wohnzimmer mit einem Smart-TV, der abstrakte Netzwerklinien und digitale Bedrohungen anzeigt. Eine Fernbedienung liegt auf einem Tisch. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Jetzt haben FBI, Google und Lumen die Infrastruktur von NetNut massiv gestört.

Die betroffenen Geräte – vor allem Smart-TVs und Streaming-Boxen in Privathaushalten – wurden ohne Wissen der Besitzer als sogenannte Proxy-Exit-Knoten missbraucht. Dabei leiteten die Heimgeräte den Datenverkehr von Kriminellen um, die so ihre Spuren verschleierten.

Koordinierte Schläge gegen die Infrastruktur

Das FBI beschlagnahmte Anfang Juli Hunderte von Domains, die für den Betrieb von NetNut essenziell waren. Google deaktivierte zahlreiche Konten, die mit dem Netzwerk in Verbindung standen, und teilte technische Informationen mit anderen Sicherheitsakteuren.

Zudem wurde der Schutzdienst Google Play Protect aktualisiert. Er warnt Nutzer jetzt vor Software-Entwicklungskits (SDKs), die Geräte ohne Wissen der Besitzer in das Netzwerk eingliedern.

Bereits im Juni registrierte Google 316 verschiedene Bedrohungscluster, die NetNut-Knoten für ihre Aktivitäten nutzten. Das Ausmaß zeigt: Das Netzwerk war eine zentrale Drehscheibe für Cyberkriminelle.

NetNut: Kommerzieller Dienst mit krimineller Nutzung

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Mehr als zwei Millionen Geräte wurden ohne Wissen ihrer Besitzer als Proxy-Knoten missbraucht – darunter vor allem Smart-TVs und Streaming-Boxen. Mit dieser Checkliste erkennen Sie, ob Ihr Gerät betroffen ist, und erfahren, wie Sie sich schützen. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Check anfordern

NetNut wird als Tochtergesellschaft des israelischen Unternehmens Alarum Technologies geführt, das an der NASDAQ notiert ist. Das Netzwerk bewarb sich als kommerzieller Dienst für Residential-Proxys – also legitime Umleitungen über Heimgeräte.

Doch die Realität sah anders aus. Die notwendige Software gelangte oft über Apps auf die Geräte, die den Nutzern Vorteile für das Teilen ihrer Bandbreite versprachen. Oder sie wurde per Malware verbreitet.

Google betonte, dass der aktuelle Schlag den Pool der verfügbaren Geräte um Millionen reduziert habe. Das Ökosystem solcher Proxy-Netzwerke sei zwar widerstandsfähig, der Schaden für die Betreiber aber erheblich.

Was Verbraucher jetzt tun sollten

Experten raten zu Vorsicht bei der Installation von Apps unbekannter Herkunft auf Smart-TVs und Streaming-Hardware. Besonders riskant: Anwendungen, die Belohnungen für die Bereitstellung der eigenen Internetverbindung versprechen.

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Kriminelle nutzten Heimgeräte, um Straftaten zu verschleiern – und Sie merkten nichts davon. Der FBI-Schlag gegen NetNut zeigt: Jeder kann betroffen sein. Erfahren Sie in 3 Schritten, wie Sie Ihre Geräte prüfen und absichern. Schritt-für-Schritt-Anleitung jetzt sichern

Wer eine unbefugte Nutzung seines Geräts vermutet, sollte verdächtige Anwendungen entfernen. Im Zweifel hilft nur ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen.

Die Beteiligten gehen davon aus, dass die Störung des NetNut-Netzwerks die operative Kapazität zahlreicher krimineller Akteure signifikant beeinträchtigt.

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